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Nicht mal jeder Zweite traut sich Wasserrettung zu

(Bild: Markus Brändli)Berlin (DRK) – Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist alarmiert: Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des DRK traut sich nicht einmal jeder zweite Befragte zu, jemanden aus einer Notsituation im Wasser zu retten (44,8 Prozent).

„Das sind besorgniserregende Zahlen. Wir appellieren daher dringend, die eigenen Schwimmfähigkeiten zu verbessern, und raten zusätzlich dazu, einen Rettungsschwimmkurs zu absolvieren – das gilt nicht nur für Eltern, sondern für alle, die sich am oder im Wasser aufhalten. Es ist wichtig, sich nicht vor der Hilfe in einer Notsituation zu scheuen und zu wissen, wie man über den Notruf hinaus Leben retten kann“, sagt Andreas Paatz, Bundesleiter DRK-Wasserwacht.

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Mehr als zwei Drittel (68,6 Prozent) der Befragten legt Wert darauf, dass eine Badestelle von Rettungsschwimmern bewacht wird. Rund 24 Prozent, darunter besonders die männlichen Befragten zwischen 18 und 39 Jahren, ist das nicht wichtig.

„Fast täglich berichten Medien über vermisste, verunglückte oder gar verstorbene Badegäste in Flüssen, Seen und im Meer. Viele dieser Unfälle könnten verhindert werden, wenn die Menschen an bewachten Badestellen ins Wasser gehen würden. Die Umfrage zeigt, dass viele sich eine Sicherung der Gewässer durch Rettungsschwimmer wünschen. Wir appellieren daher, auch nur solche Badestellen aufzusuchen“, sagt Paatz.

Erfreulich ist, dass die Mehrheit der Befragten die allgemeinen Baderegeln kennt und diese auch befolgt, nämlich 81,3 Prozent. Nur 10,5 Prozent halten sich nicht daran, auch hier vor allem Männer zwischen 18 und 39 Jahren.

„Die meisten Badeunfälle hängen mit Leichtsinn und Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten zusammen. Die Baderegeln geben wichtige Verhaltenstipps für die eigene Sicherheit im Wasser und die der Mitbadenden. Sie anzuwenden, kann Leben retten“, sagt Paatz weiter.

Die repräsentative Umfrage wurde Mitte August 2020 im Auftrag des DRK vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt. Dabei wurden 2.500 Menschen in Deutschland befragt.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich kann diese Forderung des DRK nicht nachvollziehen. Das Retten eines ertrinkenden ist an und für sich schon nicht ganz ungefährlich. Je nach Situation muss neben der entsprechenden Technik auch die eigene körperliche Leistungsfähigkeit gegeben sein. Vor allem in offenen und fließenden Gewässern. Mein Rettungsschwimmer ist 30 Jahre her und ich würde es mir heute auch nicht immer und überall zutrauen. Wichtiger ist doch dass die Menschen im allgemeinen das schwimmen sowie die Schwimmregeln lernen und diese letztendlich auch beachten. Jeden Bürger zum Rettungsschwimmer zu machen ist aus meiner Sicht am Ziel vorbei gedacht. Sollen die Bürger in den Bergregionen dann jetzt auch alle gleich Abseiltechniken erlernen? Wir schaffen es bei uns der BRD ja noch nicht mal einen ordentlichen Anteil der Bevölkerung zu bewegen Reanimationen durchzuführen oder auch nur die richtige Notrufnummer zu kennen. Sorry. Ich bin selbst DRK´ler. Aber das versteh ich nicht. Ich bin für mehr Selbstverantwortung und weniger Anspruchsdenken der Bürger. Jeder Retter weiß was damit gemeint ist. Aber hier ist doch Prävention besser als Intervention. Überlasst solche Dinge bitte den Profis der Wasserrettung von DLRG/DRK/BRK/FW/etc. Sonst müssen wir bald noch mehr Menschen retten.

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