Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
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Kritik am Vorgehen mancher Hilfsorganisation in Nepal

Köln (rd.de) – Ein Kommentar auf dem Internetprotal des “Deutschlandfunks” kritisiert das Vorgehen einiger Hilfsorganisationen in Nepal. Beispielsweise wird die Frage gestellt, welchen Nutzen es hat, nach über 72 Stunden Rettungshunde und Bergungshelfer nach Nepal zu verlegen.

Im Beitrag des Senders wird erläutert, wie Sofort-Hilfe in der Chaosphase nach einer Katastrophe organisiert werden kann. Der Kommentator verweist darauf, dass zwischen den etablierten Hilfsorganisationen mittlerweile internationale Absprachen bestünden. Danach sollten zuerst kleine Erkundungsteams in die Krisenregion entsendet werden. Diese sollen klären, was wo an Hilfe gebraucht wird, und dies mit den eigenen Ressourcen abgleichen. Erst danach sei es sinnvoll, aktiv zu werden.

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An diese Abmachungen hielten sich nach Ansicht des “Deutschlandfunks” aber nicht alle Organisationen. So sei auch in Nepal zu beobachten gewesen, dass einige Hilfsorganisationen darum bemüht waren, möglichst als erste vor Ort zu sein. Als Motivation wird Medienpräsenz vermutet. Wirklich helfen konnten sie aufgrund mangelnden Materials und Einsatzaufträgen nach Ansicht des Kommentators aber nicht.

Der Autor unterscheidet zwischen einer sinnvollen, kurzfristigen Hilfe in der Chaosphase und einer längerfristigen Hilfe während des Wiederaufbaus. Erstere könne aus den unmittelbar zur Krisenregion liegenden Nachbarstaaten erfolgen. Nach nur ein paar Stunden seien in Nepal 20 Teams aus Indien und China eingetroffen. Sie halfen beispielweise bei der Suche nach Verschütteten. Die etablierten Organisationen aus dem entfernteren Ausland hätten sich nach Absprache mit den lokalen Behörden auf den zweiten Schritt, die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Nahrung und Unterkünfte konzentriert.

ISAR Germany weist Kritik zurück

rettungsdienst.de hat sich mit ISAR Germany als namentlich kritisierter Organisation in Verbindung gesetzt. Nach Ansicht des Sprechers Stefan Heine zeuge der Kommentar von Unkenntnis der Materie und sei in vielen Punkten sachlich falsch.

Die Organisation habe schon vor Abflug Kontakt mit den Vereinten Nationen aufgenommen und sei im Rahmen des internationalen Hilfeersuchens tätig geworden. Auch vor Ort habe man die ausgeführten Aufträge durch den Führungsstab der Vereinten Nationen zugeteilt bekommen. ISAR Germany ist nach Aussage des Sprechers sowohl in Kathmandu als auch in der Region Gorkha zu Search and Rescue-Missionen eingesetzt worden. Darüber hinaus habe man die Vereinten Nationen bei administrativen Aufgaben unterstützt und in Kathmandu öffentliche Gebäude auf ihre Einsturzgefährdung überprüft.

Bei der Bewältigung der Großschadenslage in Nepal war es nach Ansicht von I.S.A.R. Germany wichtig mit Hilfe möglichst frühzeitig vor Ort zu sein. Da die Einsatzkräfte der Organisation schnell mobilisiert werden konnten, hat man auf die Entsendung einer Erkundungseinheit verzichtet. Das eine solche Einheit mittlerweile internationaler Standard sei, stimme nach Ansicht von Heine nicht. Funde von Überlebenden nach bis zu einer Woche zeigten, dass Hilfe bei der Suche nach Verschütteten auch über die 72-Stunden-Regel hinaus sinnvoll sei.

(12.05.2014)

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Meiner Ansicht nach ist I.S.A.R. nichts anderes als ein “Spendenverein”.

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