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Kliniken und Rettungsdienst geht das Material aus

(Bild: Markus Brändli)Berlin (rd_de) – Kliniken, Ärzte und nicht zuletzt der Rettungsdienst schlagen Alarm: Wegen der Corona-Krise geht dem Gesundheitssystem das Material aus. Desinfektionsmittel, Mundschutz, Schutzanzüge und Untersuchungshandschuhe sind auf dem Markt kaum noch zu bekommen oder werden zu deutlich überteuerten Preisen angeboten.

Noch erhältliche Atemschutzmasken, mehrlagiger OP-Mundschutz, Untersuchungshandschuhe oder laminierte Schutzkittel werden auf dem Markt mittlerweile zu vielfach überteuerten Preisen angeboten, schreibt die Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Montag (23.03.2020).

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„Diese reine Profitgier und den akuten Materialengpass muss die Politik sofort stoppen“, fordert DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens. „Wenn jetzt nicht binnen weniger Tage ausreichend Schutzausrüstungen für unser medizinisches Personal bereitgestellt wird, dann können die bald nicht mehr arbeiten!“ Betten gäbe es noch genug. „Aber so hart es ist: Mitarbeiterschutz geht vor“, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

Der Mediziner selbst bekomme aktuell pro Tag rund zehn Angebote von Privatanbietern, die dringend benötigte Schutzausrüstung nach eigenem Bekunden direkt liefern könnten. „Diese Angebote sind überwiegend unseriös, die Preise werden in eine phantasievolle Höhe getrieben“, beobachtet Janssens. Eine FFP2-Maske mit Atemschutzfilter kostet je nach Ausführung 11 bis 60 Cent.

„Unsere Klinik kauft heute notgedrungen tausende Masken zum Preis von sieben Euro das Stück. Normalerweise müsste die Politik direkt einschreiten und ausreichend Masken vom Markt nehmen und den Kliniken zur Verfügung stellen. Es scheint sie ja zu geben“, so der Chefarzt. Ein normaler, dreilagiger Klinik-Mundschutz mit Gummiband hätte vor Eintreten der Corona-Pandemie bei drei bis 15 Cent, eine OP-Maske mit hoher Keimdichtigkeit bei fünf bis 15 Cent gelegen. Erste Anbieter verlangten nun das Fünffache. Die Lieferzeiten sollen zwischen 14 und 30 Tagen liegen.

Einen dringenden Appell, mehr Material zur Verfügung zu stellen, richtet auch das DRK an die Bundes- und Landespolitiker. Der DRK-Landesverband Thüringen zum Beispiel teilte am Samstag (21.03.2020) mit, dass das vorhandene Material nur noch für wenige Tage reichen würde. Damit sei die Funktionsfähigkeit des Rettungsdienstes im Land akut gefährdet.

Der DRK-Kreisverband Rems-Murr wendet sich auf seiner Webseite an Privatpersonen und Betriebe in der Region, freie Bestände an Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen. „Wir sorgen dafür, dass alle Hilfsorganisationen und Kliniken von diesen Spenden profitieren. Es gilt, solidarisch zu sein! Bitte helfen Sie uns helfen!“, schreibt das DRK. „Wenn unsere Schutzausrüstung ausgeht, können wir keine Infektionstransporte mehr durchführen“, konstatiert DRK-Rettungsdienstleiter Marco Flittner.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Von wegen Deutschland zeigt sich solidarisch. Hier zeigt sich wieder die Gier der Krisengewinnler. Und dann “verschwinden” auch noch 6 Millionen Schutzmasken so einfach. Lt. Presse bezeichneten es die zuständigen Behörden “als ärgerlich”. Ich fasse es nicht!

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