Karlsruhe: RTW wegen Personalnot häufig unbesetzt

Karlsruhe/Erfurt (rd_de) – Der Mangel an Notfallsanitätern stellt auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Karlsruhe vor ein Problem: Rettungswagen bleiben häufig unbesetzt. Eine Ausnahmeregelung sollte die Versorgung sichern. Doch das baden-württembergische Innenministerium lehnte diese ab. 

Hintergrund ist, dass das Rettungsdienstgesetz in Baden-Württemberg vorschreibt, RTW mindestens mit einem Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter zu besetzen.

Allein für Karlsruhe fehlen dem DRK jedoch 30 Mitarbeiter, um die Besetzungsregelung umzusetzen. Dies teilte DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Biermann auf Nachfrage dem Portal ka-news.de mit. Der Personalmangel habe nicht zuletzt mit der seit 2014 erfolgenden Ablösung der Rettungsassistenten durch Notfallsanitäter zu tun.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist mit drei Jahren ein Jahr länger als die des Rettungsassistenten. „Ältere Kollegen scheiden aber aus dem Dienst aus, und der Nachwuchs ist noch nicht fertig ausgebildet“, erklärte Biermann.

Der DRK-Rettungsdienst in Bruchsal schlug kürzlich als vorübergehende Notlösung vor, die Einsatzfahrzeuge entgegen der Vorgabe jeweils mit nur zwei Rettungssanitätern zu besetzen. Das Innenministerium verwies jedoch auf die Gesetzeswidrigkeit der vorgeschlagenen „Ausnahmeregel“. Dies hat jetzt laut ka-news.de zur Folge, dass einige RTW des DRK zeitweise unbesetzt bleiben.

Auch in Thüringen klagen DRK-Kreisverbände aufgrund fehlender Notfallsanitäter über Personalnot. „Das macht uns schon große Sorge”, sagte der Geschäftsführer des DRK Eisenach, Matthias Ecke, gegenüber der Thüringer Allgemeinen. Als kurzfristigen Ausweg nennt Ecke Vereinbarungen über zusätzliche Mehrarbeit. Kritisch an der Notfallsanitäter-Ausbildung sieht er, dass das Land Thüringen die Zahl der Ausbildungsplätze bestimmt, aber die Krankenkassen die Ausbildung der künftigen Notfallsanitäter bezahlen müssen.

(20.10.2016; Symbolfoto: M. Brändli)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wenn in RLP ein RettAss fehlt, wird er vom NEF oder Notfall-KTW runter geholt. Dann fährt das NEF (teilweise sogar planmäßig) mit RS und der 84er wird halt als 85 kodiert und trotzdem zum Notfall geschickt. Somit fehlt kein Fahrzeug. Aber das Problem gibt’s es natürlich erst seit dem NotSanG :-)?!

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  2. es ist doch ganz einfach: Notfallsanitäter besser bezahlen, 40 Std.Woche (oder weniger) und keine ehrenamtlichen Verpflichtungen hauptamtlichen Personals, dann klappt es auch mit der Personalgewinnung!

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  3. Bereits 2014 bei “Notruf in Not”–SWR– hatten DRK-Mitarbeiter zahlreiche Überstunden angehäuft.2014 fehlten also schon Mitarbeiter.
    Aktuell:–Wohlfahrt intern:”DRK KV Karlsruhe–Ministerium will in Rettungsdienst eingreifen”

    und ausführlicher—Kraichgau News: “DRK Bretten: “Wir fischen alle im selben Teich”

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  4. Das Notfallforum Tübingen hat die Hilfsfristen für 2017 veröffentlicht.
    Bei den Ersteintreffenden (RTW und NEF) hat sich Karlsruhe um 9,0% auf 81.7% und bei den Notärzten um 10,3% auf lediglich nur noch 78.2% verschlechtert.

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