Bayern startet Pilotprojekt mit Rettungseinsatzfahrzeug

(Bild: Matthias Merz/StMI)Regensburg (StMI) – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat am Dienstag (12.04.2022) in Regensburg ein Pilotprojekt mit einem Rettungseinsatzfahrzeug (REF) gestartet. Es soll den Rettungsdienst bei weniger schwerwiegenden Einsätzen entlasten.

Im Auftrag des bayerischen Innenministeriums erprobt der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Regensburg im Rahmen eines Pilotprojekts das Rettungseinsatzfahrzeug (REF) als neues Einsatzmittel.

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„Mit dem neuen REF entlasten wir Notarzt und Rettungswagen bei weniger schwerwiegenden Einsätzen“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung in Regensburg. Für das Pilotprojekt im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes Regensburg wurden zwei REF beschafft. Die Kosten in Höhe von rund 122.000 Euro für die beiden Fahrzeuge übernehmen die Sozialversicherungsträger. Das Pilotprojekt läuft laut Herrmann voraussichtlich bis Dezember 2024. „Wenn sich das REF bewährt, werden wir die bayernweite Einführung prüfen“, kündigte der Innenminister an.

Nach Herrmanns Worten sind die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes in den vergangenen Jahren auf mittlerweile rund 2,5 Millionen angestiegen. „Oftmals binden leichte Fälle, wie beispielsweise Unfälle mit nur leichten Blessuren oder unspezifische Beschwerden ohne vitale Bedrohung, den Rettungswagen und Notarzt und damit wichtige Kapazitäten“, betonte der bayerische Innenminister. „Diese Fälle kann das REF sehr gut abdecken, ohne dass die Patienten Abstriche bei ihrer Versorgung machen müssen.“

Wie der Minister erläuterte, habe bisher die Integrierten Leitstelle (ILS) für jeden Notfall einen Rettungswagen alarmiert. Künftig ermittelt die ILS in Regensburg nun anhand bestimmter Einsatzindikationen, ob es sich um nur leichte Fälle handele. „In diesen Fällen ist das REF das geeignete Einsatzmittel, mit dem vor Ort geholfen werden kann“, so Herrmann.

Das REF sei immer mit einem erfahrenen Notfallsanitäter besetzt. Dieser nehme am Einsatzort eine medizinische Ersteinschätzung und im Regelfall die notwendige Hilfeleistung vor oder alarmiere bei Bedarf einen Rettungswagen oder Notarzt nach. Dies Entlastung sei etwa bei der Bewältigung von Einsatzlagen in Spitzenzeiten sehr wichtig.

Herrmann dankte allen Beteiligten, besonders den ausführenden Rettungsdienstorganisationen, den Sozialversicherungsträgern sowie allen weiteren, die zum Gelingen des Pilotprojekts mit ihrer Expertise beitragen haben.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das unterscheidet sich außer “Ist in Bayern” wie vom niedersächsischen Versuch?

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