Als Retter zur Bundeswehr: Das muss man wissen!

Bremen (rd_de) – Als Rettungsdienst-Mitarbeiter hat man derzeit viele Möglichkeiten, sich beruflich neu zu orientieren. Die Arbeitgeber buhlen mit attraktiven Konditionen. Da will offenbar auch die Bundeswehr mit ihrem Sanitätsdienst nicht hintenanstehen und umwirbt Notfallsanitäter.

„Als Soldatin oder Soldat auf Zeit beträgt Ihr monatliches Einstiegsgehalt … ca. 1.800 Euro netto und steigt regelmäßig mit Ihren Beförderungen“, heißt es unter bundeswehrkarriere.de für Notfallsanitäter. Folgende Punkte sollte ein Bewerber bzw. eine Bewerberin mit Ja beantworten können:

• mindestens 17 Jahre alt,
• mindestens Hauptschulabschluss und eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung oder erfolgreicher Realschulabschluss,
• deutsche Staatsbürgerschaft,
• Bereitschaft, sich bundesweit versetzen zu lassen,
• Bereitschaft, an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilzunehmen,
• Verpflichtungszeit zwischen 3 und 13 Jahren.

Vor allem die geografische Flexibilität sollte nicht unterschätzt werden. Zwei Beispiele, die zeigen, auf was sich Interessenten einstellen müssen:

Ein 48 Jahre alter Rettungsassistent mit Festvertrag bei einer Hilfsorganisation, verheiratet, zwei Kinder, lebt und arbeitet im Raum Köln. Er bewirbt sich bei der Bundeswehr, kann 20 Jahre Berufserfahrung vorweisen und könnte als Hauptfeldwebel eingestellt werden. Nach allen erforderlichen Einstellungstests und Gesundheitschecks wird er für tauglich befunden. Ihm wird angeboten, für drei Jahre zur Sanitätseinsatzstaffel nach Bad Reichenhall (Bayern) zu gehen.

Ein anderer Fall: Ein 30-jähriger Rettungsassistent ohne Festvertrag, verheiratet, zwei Kinder, ebenfalls aus dem Raum Köln, verfügt über sieben Jahre Berufserfahrung. Ihm legt die Bundeswehr einen 12-Jahres-Vertrag bei einem Sanitätsregiment in Koblenz (Rheinland-Pfalz) vor.

Die Beispiele verdeutlichen, welche mitunter gravierende Veränderung ein „Job“ bei der Bundeswehr auch fürs Privatleben bedeuten kann. Jeder sollte sich deshalb im Vorfeld informieren und selbst kritisch fragen, ob solche Umstellungen für ihn infragekommen. Die Möglichkeit, als Reservist zu dienen, um in einem KVK-Verband als Rettungsassistent zu unterstützen, steht einem unabhängig davon immer offen und ist für manchen die attraktivere Alternative.
Des Weiteren muss ein ziviler Rettungsassistent bzw. Notfallsanitäter wissen, dass er bei der Bundeswehr in erster Linie Soldat sein wird. Das heißt, er muss das Handwerk eines Soldaten verstehen und anwenden können. Die Zeiten sind vorbei, als ein Sanitätssoldat nur sich und seinen Patienten verteidigen musste. In Afghanistan zum Beispiel wurde die Sanität schon öfters in Gefechte verwickelt.

Mehr über die Karrieremöglichkeiten von Rettungskräften bei der Bundeswehr im nächsten Rettungs-Magazin. Ab 22. Dezember 2017 im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Thorsten Mette; Symbolfoto: Bundeswehr; 19.12.2017)[1741]

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Liebe Kollegen,
    dieser Artikel finde ich sehr gut. Dies kann ich nur empfehlen denn da habt ihr abwechlungsreiche Dienste. Ich selbst war zu meiner aktiven Lebensarbeitszeit immer jedes Jahr 4 Wochen als Ausbilder (Hauptfeldwebel) bei einer mittlerweile umstrukturierten LazRegEinheit in Montabaur. Die Kameraden waren für mein Fachwissen dankbar. Die Ausstattung ist spitze. Es wurde im Bericht Koblenz angesprochen, dies würde ich sehr empfehlen, denn da steht ein NAW und ein RTH, dto auch in Ulm. Was das Ausland betrifft, ist nicht gar so schlimm, die Armbinden werden respektiert. Auf einem Schützenstand fliegen auch Hülsen durch den Raum.
    Verdienst ist auch gut.Mittlerweile bin ich über 65 und nicht mehr aktiv, sonst würde ich sofort wieder gehen.
    Kameradschaftliche Grüße
    RettAss u.Dozent im RD i.R.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. “Was das Ausland betrifft, ist nicht gar so schlimm, die Armbinden werden respektiert.”

    Sollte das Sarkasmus sein?!

    Gar nicht so schlimm? Armbinden werden respektiert?! Von wem??! Vom IS, Taliban oder Terroristen?!

    Vor 20 Jahren im Kosovo wurden VIELLEICHT irgendwelche Armbinden “respektiert”.. heute heißt es auf dem Schlachtfeld für jeden, egal welche Truppengattung, dass es jederzeit in ein Gefecht gehen kann. Auf Menschen schießen und diese töten gehört im Zweifel dazu – auch für Sanitäter.

    Selbstmordattentäter und Terroristen, welche sich in Menschenmassen in die Luft sprengen, achten auf keine Armbinden, die einen als Sanitäter ausweisen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Noch mal ein kurzer Nachtrag bezüglich des “Ausland ist gar nicht so schlimm” und “Armbinden werden respektiert”..

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/kabul-schwere-explosion-erschuettert-afghanische-hauptstadt-a-1190114.html

    Im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich ein schwerer Terrorakt ereignet, der dutzende Menschenleben forderte. Am Samstagnachmittag meldete das afghanische Gesundheitsministerium mindestens 95 Tote und 158 Verletzte.

    Offenbar hatte sich ein Selbstmordattentäter gegen 13 Uhr Ortszeit mit einem Fahrzeug in Luft gesprengt. Laut einem Sprecher des Innenministeriums war der Sprengsatz in einem Rettungswagen versteckt, den der Angreifer zwischen zwei Checkpoints in einer belebten Straße zündete. Zu der Attacke hätten sich die radikalislamischen Taliban bekannt.

    Derlei Meldungen gibt es ja mitunter tagtäglich. Nur um zu verdeutlichen, worauf man sich so einlässt. Gar nicht so schlimm.. tztz.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: