G7-Gipfel: Herausforderung für die bayerischen Hilfsorganisationen


Elmau (rd.de) – Der bevorstehende G7-Gipfel in Elmau stellt die bayerischen Hilfsorganisationen vor enorme Herausforderungen. Mehrere 10.000 Globalisierungsgegner werden in Elmau und der Region erwartet. Wie vergangene Gipfel-Treffen gezeigt haben, verlaufen die Demonstrationen nicht immer friedlich. Insofern ist abzusehen, dass die bayerischen Hilfsorganisation mit einer Vielzahl an Einsätzen zu rechnen haben. Wie bereiten sich die Verantwortlichen auf den Großeinsatz vor?

Symbolbild G7-Gipfel. Fotos: Bundeswehr, Bundespolizei, CC G7

Symbolbild G7-Gipfel. Fotos: Bundeswehr, Bundespolizei, CC G7

Das Bayrische Rote Kreuz (BRK) übernimmt federführend die Koordination von rund 1.800 Helfern der verschiedenen Hilfsorganisationen. Darunter sind der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst. Alle sind gemeinsam für die medizinische Notfallversorgung während des G7-Gipfels verantwortlich. Zur Aufstockung sind Kräfte aus ganz Bayern zusammengezogen und speziell geschult worden. Die Kosten dafür betragen zirka 2,2 Millionen Euro. Dabei stellen die ehrenamtlichen Helfer mit 1.500 Kräften den Hauptteil. Weitere 300 Kräfte sind hauptamtlich im Rettungsdienst beschäftigt.

Auch 120 Sanitätssoldaten der 2. Kompanie vom 3. Sanitätsregiment aus Dornstadt in Mittenwald unterstützen das BRK. Sie bauen und betreiben eine der drei großen Rettungsstationen. Die eingesetzten Rettungsstationen können 72-Stunden autark arbeiten. Zu jeder Station gehören vier Fahrzeuge. Zusätzlich haben die Kräfte acht Zweitonner-Unimogs als Krankenwagen im Dienst. Ebenso wie die Helfer aus dem Rettungsdienst sind die Bundeswehr-Sanitäter speziell für den Einsatz beim G7-Gipfel geschult worden.

Die Integrierte Leitstelle Weilheim koordiniert die Rettungseinsätze während des G7-Gipfels. Deutlich mehr Mitarbeiter werden während der Gipfeltage beschäftigt sein. Darüber hinaus rüstete die Leistelle in den vergangen Wochen extra für den Gipfel ihre Technik auf. Neben der Installation neuer Software ist auch der Digitalfunk eingeführt worden.  Seit dem 9. Februar 2015 wird damit gearbeitet. Ein großer Vorteil des Digitalfunks ist auch, dass jedes Funkgerät über einen eingebauten Notruf verfügt. Sollten Einsatzkräfte während des G7-Gipfels attackiert werden, können sie schnell ihre Position mittels GPS übermitteln.

Insgesamt zeigt sich das BRK zuversichtlich und fühlt sich für den Großeinsatz gerüstet. Auch die Erfahrungen während des Hochwasser 2013 flossen in die Vorbereitung auf den Gipfel ein. Die Verantwortlichen der Hilfs- und Rettungsorganisation betonen ausdrücklich ihre Neutralität gegenüber den unterschiedlichen Gruppen und bitten darum, diese zu achten. Die zusätzlichen Kosten für das Personal sowie Sachkosten werden vom Land Bayern übernommen. Allerdings bestehe noch keine Einigkeit über die Refinanzierung von notwendigen Investitionen.

(05.06.2015)

One Response to “G7-Gipfel: Herausforderung für die bayerischen Hilfsorganisationen”

  1. Sani0815 on Juni 9th, 2015 18:29

    Es wäre schön gewesen, wenn ihr auch das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW) als beteiligte Hilfsorganisation genannt hättet.

    Das MHW ist eine Hilfsorganisation, die sich vor Allem aus privaten RD-Betreibern, Hubschrauberunternehmen usw. zusammensetzt, die – genauso wie eine „normale HiOrG“ – ehrenamtlich tätig ist.

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