Notärzte schmeißen im Alb-Donau-Kreis hin


Ulm (rd.de) – Ein Gutachten zur Situation des Rettungsdienstes im Alb-Donau-Kreis hat jetzt offenbar dazu geführt, dass ein Teil der Notärzte seinen Dienst quittieren wird.

Notarzt-Streit im Alb-Donau-Kreis.

Notarzt-Streit im Alb-Donau-Kreis. Symbolfoto: Markus Brändli

Der Bereichsausschuss hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, und das kommt laut „Göppinger Kreisnachrichten“ zu dem Schluss, dass der Notarztdienst neu geregelt werden sollte. Bisher holt das NEF des Arbeiter-Samariter-Bundes den diensthabenden Notarzt entweder an dessen Praxis oder zu Hause ab. Zu diesem Zweck wird das Notarzt-Fahrzeug – je nach Aufenthaltsort des Notarztes – entweder in Laichingen oder Merklingen stationiert. Weil laut Gutachten von Laichingen aus aber mehr Menschen innerhalb von zehn Minuten (Hilfsfrist) zu erreichen sind, soll das NEF künftig fix an der dortigen Wache stehen.

Die Folge: Notärzte, die bisher vom Standort Merklingen aus abgeholt wurden, müssten sich künftig an einer noch zu bauenden Unterkunft in Laichingen aufhalten. Für die betroffenen Notfallmediziner offenbar nicht akzeptabel, weshalb sie ihre Verträge mit den Krankenkassen nach Informationen der „Göppinger Kreisnachrichten“ zum 31. Dezember 2015 gekündigt haben sollen. Der Alb-Donau-Kreis sieht jetzt die künftige Notarztversorgung in seiner Region gefährdet.

Den Beitrag der „Göppinger Kreisnachrichten“ lesen Sie hier.

(14.09.2015; Symbolfoto: Markus Brändli)

5 Responses to “Notärzte schmeißen im Alb-Donau-Kreis hin”

  1. Maik on September 14th, 2015 20:36

    dann fangt den NA-Mangel doch durch Paramedics oder schweizer diplomierte Rettungssanitäter ab 😉

  2. Andreas Mihm on September 17th, 2015 10:02

    @Maik: das kann einen Mangel maximal mildern, ist aber alles andere als zielführend. Die Herrschaften (nicht (!) die Notärzte) vom ASB und dem Bezirksausschuss müssen lernen, wie man mit Menschen umgeht. Die Situation dort passiert genau dann, wenn “Politiker”, die keine Ahnung von der Materie haben, Gutachten in Auftrag geben, die sich theoretisch mit praktischen Fragestellungen befassen und dann zu rechnerischen Ergebnissen kommen. So funktioniert das aber leider nicht, dafür gibt’s im Bereich Notarztversorgung in Deutschland x Beispiele.

  3. Andreas Mihm on September 17th, 2015 10:28

    Nachtrag: die Zielerreichung lag im vergangenen Jahr im Alb-Donau Kreis für das erste Rettungsmittel bei 96,2 %, für den Notarzt bei 94,4 %… allein da stellt sich die Frage (da die gesetzlichen Vorgaben erreicht wurden), warum so ein Gutachten überhaupt in Auftrag gegeben wurde…
    Mir drängt sich der Verdacht auf, dass es – wie leider fast überall – um betriebswirtschaftliche Fragestellungen und nicht um Menschen ging.

  4. Uwe Storch on September 17th, 2015 11:18

    Hallo,
    diese Abholerei ist gerade im dortigen Bereich gang und gäbe. Bis vor wenigen Jahren musste der RTW-Fahrer seinen RA zuhause abholen. Zeitverlust min. 2 Minuten. Zwar nur, wenn der damalige ASB-Chef Dienst hatte, aber eben doch recht oft. Und einige Jahre zuvor kam die komplette Besatzung von zuhause, wie die FFW. Unter dem Schutzschild der Ehrenamtlichkeit wurde viel geduldet.
    Nun haben wir aber 2015 und ein großer Teil der Teams rettet nicht mehr ehrenamtlich. Ich unterstelle, dass auch die Notärzte für ihren Dienst entlohnt werden. Somit ist die Situation doch recht klar: der Arbeitgeber / Auftraggeber bezahlt und bestimmt, wo sich die Teams aufzuhalten haben.
    Landrettung hin oder her, auch dort sollten langsam mal Strukturen geschaffen werden, deren Ziel die zeitgerechte Versorgung der Patienten ist und nicht die Bequemlichkeit der Notärzte.

  5. Achim on September 18th, 2015 16:44

    @Uwe Storch

    Volle Zustimmung!

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