BRK: Terroristische Anschläge erfordern neue Einsatztaktik


München (rd.de) – Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) will sich mit einer neuen Einsatztaktik und verbesserter medizinischer Ausrüstung besser auf terroristische Anschläge einstellen. Dazu hat das BRK eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die mit Fachvertretern verschiedener Organisationen einen Forderungskatalog erarbeitet und neue Konzepte vorlegen soll.

Übung Weilheim bei Fa. Fischer, angenommene Lage: Massenkarambolage auf A8

Erfordert die Terrorgefahr ein neues Einsatzkonzept zur taktischen Verwundetenversorgung? Symbolfoto: M. Brändli

An oberster Stelle stehe dabei die Erhöhung der Transportkapazitäten für verletzte Patienten und eine erweiterte taktische Ausbildung für die Mitarbeiter im Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Darüber hinaus solle die Kommunikation mit der Polizei optimiert werden.

Der Präsident des BRK, Theo Zellner, gab an, dass es im Hinblick auf Terroranschläge auch zu einem Paradigmenwechsel in der Abwicklung von Großschadensereignissen kommen könne. In Frage steht, ob das bisherige Konzept, bei dem eine große Zahl an Patienten an Behandlungsplätzen versorgt wird, noch zeitgemäß ist.

Beispielsweise könne sich das Prinzip „load and go“, bei dem Patienten schnellstmöglich in umliegende Krankenhäuser transportiert werden, als praktikabler herausstellen. Immerhin würde dieses Prinzip schon seit Jahren zum Beispiel in Israel erfolgreich angewendet. Allerdings müssten dann die Transportkapazitäten im Katastrophenschutz weiter ausgebaut werden. Eine Forderung des BRK ist deswegen auch die Anschaffung neuer Krankentransportfahrzeuge, die zeitgleich mehrere Patienten transportieren können.

Ähnliche Artikel zum Thema:

Die Arbeitsgruppe wolle auch auf die Erfahrungen der Bundeswehr zurückgreifen und die zivil-militärische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz weiter ausbauen. Vor allem die taktische Rettung von Patienten unter erschwerten Bedingungen müsse den Mitarbeitern im Rettungsdienst vermittelt werden. Dies spiele in der bisherigen Ausbildung der Rettungsfachkräfte kaum eine Rolle. Bei der Bundeswehr hingegen gäbe es bereits die hierzu nötigen Kompetenzen.

Ausdrücklich weisen die Beteiligten darauf hin, dass es nicht darum gehe, Ängste zu schüren und Panikmache zu betreiben. Als Hilfsorganisation stehe man jedoch in der Verantwortung, auf alle möglichen Schadensfälle angemessen vorbereitet zu sein.

(04.05.2016)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?