Burgenlandkreis: Rettungsdienst-Aufgaben sorgen für Unmut bei Feuerwehren


Segeberg_580Naumburg/Saale (rd_de) – Die freiwilligen Feuerwehren im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) sind 2016 häufig zu Einsätzen alarmiert worden, die eigentlich in den Zuständigkeitsbereich des Rettungsdienstes fallen. Diesen Umstand kritisieren die Wehren jetzt, wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ am Dienstag (24.01.2017) berichtete.

So habe der Rettungsdient die Feuerwehr Naumburg 2016 allein 24 Mal zu einer Tragehilfe angefordert, berichtete die Zeitung. Mindestens die Hälfte dieser Einsätze hält der Naumburger Wehrleiter Christian Schirner für unnötig, weil es sich um Patiententransporte gehandelt habe. „Wir helfen gern, aber das ist für mich kein Rettungseinsatz“, teilte er dem Blatt mit.

Hinzu kommt, dass die Einsatzkräfte keine Bezahlung für diese Aufgaben erhalten haben, weil sie einer freiwilligen und keiner hauptamtlichen Wehr angehören. „Nirgendwo werden mehr Ehrenamtliche als billige Hilfstruppen genutzt alsim Burgenlandkreis“, betonte der Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben. In anderen Landkreisen würden die Rettungsdienste laut Erben selber solche Aufgaben zu übernehmen.

Die Kreisverwaltung hingegen verweist laut „Mitteldeutscher Zeitung“ auf das Brandschutzgesetz und geht davon aus, dass Hilfeleistungspflicht der freiwilligen Feuerwehren alle Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für Personen, Tiere, Sachen und die Umwelt bei Unglücksfällen oder Notständen umfasst.

 (26.01.2017; Symbolfoto: M. Brändli)

3 Responses to “Burgenlandkreis: Rettungsdienst-Aufgaben sorgen für Unmut bei Feuerwehren”

  1. Uwe Storch on Januar 27th, 2017 10:48

    Oha ! Aus dem Bericht geht hervor, dass die FF Naumburg in 2016 24mal zur Tragehilfe alarmiert wurde. Was bedeutet, in einem Monat 2mal. Vermutlich hat es da noch nicht einmal immer dieselben FW-Leute „erwischt“….wo bitte ist denn da das Problem ????
    Klar, man könnte zumindest bei Krankentransporten versuchen, einen zweiten KTW oder RTW anstelle der FW dazu zu schicken. Was in einigen Bundesländern sogar mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann.
    Aber, vorausgesetzt, die Tragehilfe war berechtigt, wo ist das Problem ? Ein solcher Einsatz dauert für die FW in aller Regel maximal 30 Minuten incl. An- und Abfahrt, erspart aber dem Patienten einen risikoreicheren Transport zum RTW/KTW und den RD-Kollegen einen Bandscheibenvorfall.
    Und, wenn es denn gar so schlimm ist, den Rettern zu helfen so kann die Stadt bei Nicht-Notfalltransporten dem RD eine Gebührenrechnung stellen. Auch diese wird bei Notwendigkeit der Maßnahme von der Krankenkasse zu bezahlen sein.
    Stellt Euch doch nicht so an !

  2. tangotango on Januar 27th, 2017 12:39

    Das kommt mir auch sehr seltsam vor.. auch diese Aussage, dass die Feuerwehrleute ja nicht bezahlt werden würden, weil es sich ums Ehrenamt handelt.
    Aha? Interessante Erkenntnis. Zum löschen eines kleinen Mülleimers reicht es, aber einem Menschen direkt zu helfen, in dem man seine Kollegen vom Rettungsdienst unterstützt, ist dann schon zu viel des Guten, oder wie?

  3. Christian on Januar 29th, 2017 10:37

    Die Aussagen sind der Vorredner sind sehr einseitig. Grundsätzlich stellt sich die Frage bei geplanten Transporten ins Krankenhaus (keine Nortfalllage), ob hier der Einsartz einer Feuerwehr überhaupt geboten scheint. Allein zu mutmaßen, es würde bei durchschnittlich 2 Einsätzen im Monat immer andere FW-Leute „erwischen“ ist schon kaum aufrecht zu halten. Geplante Krankentransporte finden in der Regel tagsüber statt. Nahezu jede freiwillige Feuerwehr hat starke Probleme mit der Tagesverfügbarkeit der aktiven Mitglieder. Auch sind viele Arbeitgeber heutzutage durchaus kritischer bei der Hinterfragung der Einsätze, wo die Arbeitnehmer hineilen.
    Einfache Regel ist: Notfalleinsatz, schwieriger Transport des Patienten = Rettungsdienst + Feuerwehr.
    Geplanter Krankentransport ohne Notfall = Rettungsdienst. Im Zweifelsfall dann eben mit 2 Fahrzeugbesatzungen.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?