Mit dem Rettungsdienst-Taxi ging’s zur Feier


Obernburg (pol) – Dreister geht es kaum noch: Ein 45-Jähriger ließ sich am Samstag (28.10.2017) vom Rettungsdienst rund 60 Kilometer in eine Frankfurter Fachklinik fahren. In der Klinik hielt sich der Mann aber nicht lange auf. Stattdessen ging es in die Innenstadt zum Feiern. Eine eigenwillige Erfahrung machte auch die Polizei in Hösbach, wo ein 55-Jähriger mit selbstgebasteltem Blaulicht auf der Autobahn raste.

Laut Polizei setzte ein 45-Jähriger am Samstagabend aus Obernburg (Landkreis Miltenberg) einen Notruf ab. Dem Disponenten teilte er mit, er hätte Beschwerden, die in einer Frankfurter Fachklinik behandelt werden müssten. Die Leitstelle alarmierte daraufhin den Rettungsdienst, der den Mann tatsächlich rund 60 Kilometer in die gewünschte Klinik fuhr. Dort angekommen, begab sich der 45-Jährige in die Innenstadt, wo er nach Angaben der Polizei das Nachtleben genoss.

Gegen 6:00 Uhr bestieg er dann ein Taxi, gabelte unterwegs noch eine alkoholisierte Frau auf und wies den Fahrer an, sie nach Babenhausen zu fahren. Kurz vor dem Ziel erklärte der 45-Jährige dem Taxifahrer, dass er kein Geld bei sich hätte. Der Fahrer solle ihn direkt zur Polizeiinspektion nach Obernburg bringen. Dort angelangt, erstattete der Fahrer Anzeige.

Die Beamten entließen den Obernburger nach erfolgter Sachbearbeitung nach Hause. Seine Begleiterin musste mit rund 3 Promille ausgenüchtert werden. Bei ihr fanden die Polizeibeamten zudem Heroin.

Ebenfalls im Frankfurter Umland war am Sonntag (29.10.2017) ein 55-Jähriger mit einem selbstgebastelten Blaulicht auf dem Fahrzeugdach unterwegs. Er war mehreren Verkehrsteilnehmern auf der A3 bei Hösbach aufgefallen, die daraufhin die Polizei anriefen. Als Beamten der Autobahnpolizei den Mann anhalten konnten, sagte dieser aus „das Bedürfnis einer Blaulichtfahrt etwa einmal im Monat zu haben“. Die Polizei stellte die Blaulichtausrüstung sowie zwei mitgeführte Teleskopschlagstöcke und ein Pfefferspray sicher. Auf den Mann kommt nun ein Strafverfahren zu.

(01.11.2017; Symbolfoto: Christian Müller/fotolia.de)

Immer dabei: Mit unserem AboPlus können Sie das Rettungs-Magazin klassisch als Heft und jederzeit als digitales ePaper zum Beispiel auf einem Tablet lesen.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?