Produkt: Rettungs-Magazin 3/2019
Rettungs-Magazin 3/2019
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Rettungsdienst Schweiz: Was Job-Sucher wissen müssen

Bremen (rd_de) – Wer im Internet nach „Rettungsdienst Schweiz“ sucht, um herauszufinden, wie das dortige System strukturiert ist, dürfte frustriert aufgeben. Schon bei flüchtiger Betrachtung wird schnell deutlich, dass die Organisation des Rettungswesens in der Alpen-Republik heterogen, unübersichtlich und für Außenstehende vermutlich chaotisch anmutet. Wie soll sich da ein Rettungsdienst-Mitarbeiter aus Deutschland, der in der Schweiz einen Job sucht, zurechtfinden?

Die Strukturen, Kompetenzen und Vorgehensweisen unterscheiden sich nicht nur zwischen den einzelnen Kantonen, sondern von Rettungsdienst zu Rettungsdienst. Oftmals wird behauptet, die einzige Gemeinsamkeit sei die Notrufnummer 144.

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Die Durchführung des Rettungsdienstes in der Schweiz obliegt den Gemeinden oder Kantonen. Jedoch besitzen lediglich 75 Prozent der Kantone überhaupt ein gesetzliches Grundgerüst für den Rettungsdienst. Diese sind – im Vergleich zu Deutschland – nur sehr kurz gefasst. Durch Gemeinden, Bezirke oder Kantone wird der Rettungsdienst direkt durchgeführt oder ein Vertragspartner beauftragt. In vielen Fällen handelt es sich hierbei um Regional- oder Kantonsspitäler.

„Rettungsdienst Schweiz“ für Job-Sucher

Wie in Deutschland beginnt alles mit der Stellensuche. Vakante Posten werden auf den Internetseiten der rund 100 Rettungsdienste (2001 waren es noch rund 150) sowie in Stellenbörsen und Fachzeitschriften veröffentlicht. Der allgemeine Personalmangel im Gesundheitswesen hat einzelne Rettungsdienste in der Schweiz bereits zum Einsatz von Headhuntern gezwungen.

Auf die üblichen Formulierungen in Annoncen ist zu achten: Wird ein „dipl. Rettungssanitäter HF“ gesucht, spricht nichts dagegen, sich als Rettungsassistent/Notfallsanitäter zu bewerben. Deutsche Rettungssanitäter haben hingegen keine Aussichten auf Erfolg. Der Hinweis, dass bei einem ausländischen Berufsabschluss die schweizerische Anerkennung „zwingend“ verlangt wird, sollte beachtet werden. Initiativbewerbungen sind grundsätzlich möglich.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Besonderheiten, die ein deutscher Rettungsdienst-Mitarbeiter kennen muss, sollte er sich auf das Abenteuer „Rettungsdienst Schweiz“ einlassen wollen. Alles Wichtige über:

•    Stellensuche
•    Bewerbung
•    Vorstellungsgespräch
•    Sitten und Gepflogenheiten
•    Arbeitsgenehmigung
•    Probezeit und
•    Anerkennung von deutschen/internationalen Diplomen

erfahren Sie in unserem eDossier „Rettungsdienst Schweiz: Was Job-Sucher wissen müssen“. Gleich hier herunterladen!

(Text und Foto: Stefan Friedberg, dipl. Rettungssanitäter HF und Dozent im Rettungsdienst. Er arbeitet vorwiegend für den Kanton Freiburg und ist ebenfalls für verschiedene medizinische Leistungserbringer in der Stadt Bern tätig; zuletzt aktualisiert: 30.04.2018)

eDossier „Rettungsdienst Schweiz: Was Job-Sucher wissen müssen“
• Umfang: 14 Seiten
• Dateigröße: ca. 2,9 MB/PDF-Format
• Beiträge aus Rettungs-Magazin 2/2015 und 5/2015

Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Die Schweiz ist alles andere als das gelobte Rettungsdienstland. Viele träumen von hohen Löhnen, tiefen Steuern und weitreichenden Rettungsdienstkompetenzen. Dabei wird gerne vergessen, dass die Schweizer einen ganz anderen kulturellen Hintergrund haben als die Deutschen. Nur weil sie eine ähnliche Sprache sprechen, heisst das noch lange nicht, dass man es einfach hat als Ausländer.
    Fremdenhass tut weh, wenn dein Auto mit deutscher Nummer zerbeult und zerkratzt wird. Hinter deinem Rücken ständig schlecht über dich geredet wird und dir im Tram hinter vorgehaltener Hand “Huere Dütsche” nachgerufen wird. Als es so weit ging, dass ich beim Public Viewing im Deutschlandtrikot von den Anwesenden mit Hitlergruß verhöhnt wurde, war mir klar dass die Schweiz verlassen muss. In Deutschland ist seit der Notfallsanitätergesetz Goldgräberstimmung. Lasst uns den Rettungsdienst hier verändern, es gibt noch so viel zu tun.

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  2. Jetzt arbeite ich mehr als 25 Jahre im Gesundheitswesen zusammen mit Kollegen / Kolleginnen aus dem Ausland. Und ja, der kulturelle Hintergrund ist sicher unterschiedlich, aber vermutlich kleiner als zwischen Nord- und Süd- Deutschland. In all den Jahren habe ich nie das Gefühl gehabt, dass meine «ausländischen» Kollegen anderst behandelt werden. Bei Einsätzen, bei Fussballspielen oder ähnlichem, ist es leider so, dass immer mehr übergriffe auf die Blaulichtorganisationsmitarbeiter stattfinden.
    Das jemand mit dem «falschen» Vereinstrikot angepöbelt wird ist leider inzwischen auch normal. Dazu brauche es aber kein Deutschlandtrikot, da reicht ein Basler Trikot in Zürich.
    Ich empfehle allen die Lust dazu haben, es in der Schweiz zu versuchen. Neben den finanziellen Vorteilen, finde ich vor allem die grösseren Rettungsdienstkompetenzen toll. Ich glaube es ist eine gute Erfahrung, und sei es auch nur für ein paar Jahre. Meine Schwiegermutter ist übrigens eine Hamburgerin, die auch nur ein paar Jahre als Krankenschwester (so hat es früher geheissen) in der Schweiz arbeiten wollte. Sie lebt immer noch glücklich in der Schweiz und ist im Dorf super integriert und von allen geschätzt, obwohl auch nach 50 Jahren es mit dem Schweizerdeutsch nicht klappt

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