Übung macht den Meister


So, und schon wieder ist ein Monat unserer Ausbildung vorbei. Wir sind nun mittlerweile schon acht Monate in der Ausbildung. So krass einfach, wie schnell die Zeit vergeht.

Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch absolvieren beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichten sie auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als angehende Notfallsanitäter.

Naja also, wie ihr ja wisst, sind wir/waren wir momentan in der Schule. Die erste Woche hat Basti ja schon dargestellt.

In diesem Schulblock sezierten wir Schweineaugen. War schon ziemlich cool. Vor allem, wenn man die Linse heraus bekommen hatte und diese dann als Lupe verwendete, in dem man sie auf eine beschriftete Unterlage legte.

Außerdem machten wir unseren BOS-Funkkurs und dürfen nun offiziell funken.

In diesem Schulblock wurde sehr viel Wert auf Praxis gelegt. Wir hatten jeden Montag eine ,,Übung macht den Meister“-Einheit, wo wir verschiedenste Fallbeispiele durchspielten – natürlich auch wieder ein paar auf Englisch ;-).

Da in unserem Job unsere Gesundheit auch sehr wichtig ist, hatten wir einen kompletten Tag Sport. Hier wurden wir auf unsere Kraft und Ausdauer geprüft. Wir konnten danach zirka zwei Tage nur mit Muskelkater von den Stühlen aufstehen. So viel dazu 😀

Außerdem hatten wir einen Tag ,,Gesunde Ernährung“. Hier lernten wir erst die grundlegende Theorie mit zum Beispiel: Was ist der Grundumsatz? Was steckt in unserem Essen? Was benötigen wir im Rettungsdienst, damit wir uns gesund fühlen?

Mittags gingen wir dann einkaufen und kochten gemeinsam unsere Mahlzeiten. Vorgabe war: es muss gesund sein, gut aufwärmbar sein und relativ schnell gehen. Was dabei raus kam, könnt ihr auf dem Bild sehen.

Neben der physischen Gesundheit ist natürlich auch die psychische sehr wichtig. Wir redeten mit unserem PSNV-Team über den Tod (PSNV = Psychosoziale Notfallversorgung). Zwei Tage lang pure Stille in der Klasse. Wir erzählten uns unsere Erfahrungen, wie wir damit klar kommen und wer uns dabei geholfen hat.

Zusätzlich machten wir noch das Salute-Programm, welches zur Stärkung der Psychohygiene dient. Hier wurde einem erst Mal so richtig bewusst, wie viel Dinge man sonst nicht beachtet oder einem gar nicht so klar sind. Zum Beispiel, wie viele Menschen man in seinem realen sozialen Netzwerk um sich hat. Man hat da so eine schöne innere Wärme aufsteigen gespürt. Man bekam das Bewusstsein dafür, dass man so viele Menschen um sich hat, die einem wichtig sind und die super viel für einen tun, das nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Des Weiteren nahmen wir noch das Thema: ,,Der geriatrische Patient“ durch. Hierzu hatten wir einen Tag Theorie, also welche Erkrankungen gehäuft im zunehmenden Alter auftreten, und am zweiten Tag hatten wir dann die Aufgabe, zwei Erkrankungen darzustellen und dies filmisch aufzunehmen und den Klassenkameraden vorzustellen. Hierzu könnt ihr euch auch den daraus entstandenen Film anschauen (siehe unten).

In diesem Block waren erstmals eigene Mitschüler als Dozenten für einen Workshop tätig. Zu diesen „Dozenten“ gehörte neben zwei anderen auch ich.

Wir führten den Workshop „Wissenschaftliches Arbeiten“ durch. Dieser ging einen ganzen Tag lang. Hier vermittelten wir unseren Klassenkameraden, wie man ein geeignetes Thema findet, welche Quellen brauchbar sind und welche man eher kritisch hinterfragen sollte. Außerdem stellten wir noch den formellen Aufbau solch einer Arbeit dar und übten mit ihnen exzerpieren und zitieren.

Dies alles diente als Vorbereitung für unsere erste wissenschaftliche Arbeit, welche wir in unserer Ausbildung schreiben werden.

Wir erarbeiteten uns die Inhalte in wochenlanger, teils auch nächtlicher Arbeit, da die 24 Stunden eines Tages leider manchmal nicht ausreichend waren. Während des ganzen Prozesses standen uns unsere zuständigen Dozenten für Fragen zur Verfügung. Es war eine Mega-Erfahrung und es hat super Spaß gemacht. Und die Klasse war auch begeistert. Also: alles richtig gemacht ;-).

Ansonsten wagten wir uns an den Schritt von BLS zu ALS und merkten, dass das zu zweit gar nicht so einfach ist. Aber wie hieß es doch gleich: Übung macht den Meister.

Also, dann euch Frohe Ostern und macht‘s gut.

Eure Steffi

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