Krankentransporte selbstständig abgearbeitet


Zurzeit befinden wir uns in unserem bisher längsten Wachenblock des ersten Ausbildungsjahres. Insgesamt dauert dieser Block 11 Wochen. Das Coole an so langen Wachenblöcken ist, dass man in den Einsatzalltag einfach noch viel besser reinschauen kann als bei Blöcken, die zum Bespiel nur vier Wochen andauern.

Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch absolvieren beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichten sie auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als angehende Notfallsanitäter.

Ich hatte in meinen 11 Wochen zum Beispiel super, super viele Krankentransporte und kaum Notfalleinsätze, was in meinen anderen Wachenblöcken bisher komplett anders herum war. Da bestand der Einsatzalltag hauptsächlich NUR aus Notfalleinsätzen.

Na ja, aber so konnte man auch die eigene Routine in den Ablauf der Krankentransporte bringen und sie dann auch selbstständig abarbeiten. Außerdem boten manche Krankentransporte die Möglichkeit, die Patienten mit einer sicheren Diagnose nochmals zu untersuchen, zum Beispiel durch Auskultieren beim Pneumothorax. Man hört ja immer in der Schule, dass das Atemgeräusch in so einem Fall einseitig abgeschwächt oder gar nicht vorhanden sei. Das dann aber praktisch mal richtig zu hören, war doch sehr spannend. Man kennt den theoretischen Hintergrund, aber ich zum Beispiel habe mir das niemals so deutlich vorgestellt. War einer meiner vielen „Aha“-Momente in diesem Block.

Wir hatten auch viel Zeit, die einzelnen Krankheiten zu besprechen, was auch sehr hilfreich war. Zum Beispiel beim NSTEMI: Was ist der Unterschied zum anderen STEMI? Woran erkenne ich den? Welches Enzym tritt in der BGA beim NSTEMI hervor? Und so weiter. War echt spannend.

Basti hatte wieder ein paar NEF-Dienste, hatte dann also – was Notfälle anging – etwas mehr gesehen als ich. Es war trotzdem sehr cool, weil man auch die Kolleginnen und Kollegen durch die Länge des Blockes besser kennenlernen, verschiedene Arbeitsweisen erkennen und dann auch praktisch anwenden konnte.

Was man in diesem Block auch deutlich gemerkt hatte, war, dass man durch die Länge des Blocks für die anderen Teammitglieder besser einschätzbar war, was die eigenen Fähigkeiten anging. Ich durfte vieles eigenständig machen, mir wurde viel mehr zugetraut, ohne dass mir andauernd jemand beim kleinsten Schritt über die Schulter geschaut hat. Das macht einen schon stolz.

Im Großen und Ganzen war‘s wieder super, auf der Wache gewesen zu sein. Ein paar Notfälle mehr wären zum Festigen der erlernten Skills ganz cool gewesen. Aber die haben wir dann auf der Wache geübt. Also alles bestens.

Wenn ihr Genaueres darüber wissen wollt, was Basti und ich so im letzten Monat erlebt haben, könnt ihr auch mal im NotSan-Tagebuch auf bzmh.de nachlesen.

Bis bald

Eure Steffi

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