DAV: Bergunfälle in 2021 um ein Viertel gesunken

(Bild: Wolfgang Ehn/DAV)München (DAV) – Die Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins (DAV) führt für das Jahr 2021 einen erfreulichen Trend fort: Die Un- und Notfälle unter den DAV-Mitgliedern sind im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesunken und haben damit erneut einen Tiefstand erreicht. Zu den häufigsten Unfallursachen zählten Stürze beim Wandern.

Erneut gibt es bei den Unfallzahlen der DAV-Mitglieder 2021 relativ zu den Mitgliederzahlen einen Tiefstand: Mit insgesamt 669 sinkt die Zahl der Un- und Notfälle im Vergleich zum Vorjahr mit 935 um 26 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Zahl der tödlich verunglückten Mitglieder etwa auf dem Stand des letzten Jahres, mit dem niedrigsten Niveau, das jemals ermittelt wurde: 32 Personen kamen im Berichtszeitraum beim Bergsport ums Leben. „Obwohl immer mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind und die absoluten Unfallzahlen langfristig zunehmen, nimmt die Anzahl der Toten nicht zu“, so Julia Janotte von der DAV-Sicherheitsforschung.

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Damit setzt sich der langanhaltende Trend einer sinkenden Unfallwahrscheinlichkeit für DAV-Mitglieder fort, auch wenn die absolute Zahl der Verunfallten spätestens seit 1970 stetig steigt: Während zu Beginn der 1970er-Jahre noch weniger als 250 Personen betroffen waren, sind in den letzten zehn Jahren jährlich weit über 1.000 Meldungen eingegangen. In derselben Zeit stieg allerdings auch die Mitgliederzahl des DAV von 240.000 auf aktuell über 1,4 Millionen an.

Die Quote der Unfälle bezogen auf den Mitgliederstand zeigt damit eine deutlich abnehmende Tendenz auf und erreicht 2021 einen absoluten Tiefstwert von 0,048 Prozent.

Ein Grund für das Rekordtief ist der starke Einbruch der Unfallzahlen im Winter 20/21. Insgesamt wurden nur 38 Notfälle vom Pisten-Skifahren und Freeriden gemeldet, was auf den langen Corona-Lockdown zurückzuführen ist. Auch beim Skitourengehen gab es einen Rückgang der Un- und Notfälle, vermutlich aufgrund von eingeschränkten Reisemöglichkeiten in Nachbarländer.

Wie in den Vorjahren zeigt sich auch in diesem Bergsportjahr, dass beim Wandern die meisten Unfälle passieren: Von insgesamt 669 gemeldeten Un- und Notfällen mit 32 Toten ereigneten sich hier 310 Vorfälle, 17 davon endeten tödlich. Damit handelt es sich bei knapp jeder zweiten Meldung um einen Wanderunfall. Das sei nicht verwunderlich, teilte der DAV mit. Schließlich sei das Wandern die am häufigsten ausgeübte Sportart, wie aus einer regelmäßigen Mitglieder-Befragung im DAV-Magazin „Panorama“ hervorgeht.

Die häufigste Unfallursache beim Wandern ist der Sturz: 2021 war dies bei 60 Prozent aller Unfallmeldungen und damit deutlich häufiger als in den Vorjahren der Fall. Gleichzeitig sank die Zahl der Blockierungen leicht.

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