Smartphone-App soll bei Vergiftungen helfen


Neue App des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Vergiftungen. Screenshot: rettungsdienst.de/Malte DegenerBremen (rd.de) – Eine neue Anwendung für Smartphones hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entwickelt und am Donnerstag (22.08.2013) vorgestellt. Sie soll als Leitfaden für Erste Hilfe und zur Prävention von Vergiftunsunfällen bei Kindern dienen.

Die App basiert auf einer Broschüre des BfR. Alphabetisch sortiert finden Eltern darin Informationen zu zahlreichen Vergiftungen – von Eisenhut bis Zahnpasta, von Alkohol bis Industriereiniger. Auch nach bestimmten Kategorien wie Pflanzen oder Medikamente können Nutzer die Informationen sortieren.

Zu jedem Stoff können die passenden Erste-Hilfe-Maßnahmen angezeigt werden. So gibt die App zu Benzin folgende Handlungsempfehlung aus:

1. Kein Erbrechen auslösen.
2. Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben.
3. Betroffene Haut mit Wasser/Seife abwaschen.
4. Hustendes Kind aufrecht halten und Notruf 112 tätigen.

Zusätzlich weist die App darauf hin, ob ein Besuch bei einem Kinderarzt, einer Kinderklinik oder das Absetzen eines Notrufs notwendig ist. Betroffene können auch direkt aus der App eine Giftnotrufzentrale wählen. Zum einen kann man direkt mit einer bestimmten Zentrale verbunden werden. Zum anderen ist eine Ortung via GPS – theoretisch – möglich, wodurch die App Hilfesuchende automatisch mit der nächsten Zentrale verbindet. Im Test auf Android funktionierte die Ortung jedoch nicht.

Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ) steht der Anwendung neutral gegenüber. Anwender „dürfen natürlich direkt bei der Giftnotrufzentrale anrufen, wenn sie ihr Smartphone schon in der Hand haben“, sagt Dr. Herbert Desel vom GIZ Nord in Göttingen. Es sei aber wichtig, dass sich Menschen im Vorfeld mit dem Thema befassen – und auch die Nummer des GIZ im Telefon gespeichert haben.

Die Smartphone-App ist derzeit für Android und iOS erhältlich.

(Screenshot: rettungsdienst.de/Malte Degener)

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