Zwei Kreise, eine Einsatzübung


Gießen (pr/Lkr) – Eine gemeinsame Fortbildung „Technische Einsatzleitung Rettungsdienst“ absolvierten kürzlich Leitende Notärzte (LNA) und Organisatorische Leiter (OLRD) der Rettungsdienste der beiden benachbarten Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf in der Herrenwald-Kaserne in Stadtallendorf.

Die Teilnehmer der Fortbildung aus Gießen, Prof. Dr. Jörg Mühling, Dr. Detlev Rupp, Dr. Valesco Mann, Dr. Holger Uhlich (alle Universitätsklinikum Gießen), Frank Kessler (DRK), Martin Lempe (JUH), Michael Hartmann (DRK) und Thomas Rink (DRK), haben bei dieser vorgegebenen größeren Schadenslage die medizinische und organisatorische Arbeit des Rettungsdienstes koordinieren. Sie haben dabei den Betrieb eines Behandlungsplatzes für 25 Patienten, den Betrieb einer Triagestation vor einem Krankenhaus sowie die Arbeit in einer Technischen Einsatzleitung geübt.

Als Beobachter fungierten unter anderem die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst aus Kassel, Dr. Detlev Kann, sowie Dr. Wolfgang Lenz (Main-Kinzig-Kreis).

Der Erste Kreisbeigeordnete (EKB) Dirk Oßwald in Vertretung von Landrat Willi Marx, dem zuständigen Dezernent für den Rettungsdienst, zog ein positives Resümee: „Es war eine schwierige Übung angesetzt und wie ich gehört habe, können wir alle in weiten Teilen mit dem Ablauf sehr zufrieden sein. Insgesamt hat diese gut siebenstündige Übung gezeigt, dass wir auch bei großen Schadensfällen mit vielen Verletzten in der Lage sind, schnell und zielgerichtet zu helfen und Gefahren zu bekämpfen.“

„Bereits zum zweiten Mal haben die beiden benachbarten Landkreise erfolgreich eine solche Fortbildung organisiert“, stellte Marburgs Landrat Robert Fischbach fest. „Es ist wichtig, dass die, die im Ernstfall Verantwortung tragen und wichtige Entscheidungen treffen, regelmäßig trainieren. So kann unter kontrollierten Bedingungen und ohne Risiko Verbesserungspotenzial erkannt werden“, erläuterte Fischbach weiter.

Organisiert wurde die Fortbildungsveranstaltung in diesem Jahr vom Fachbereich Gefahrenabwehr des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst 37 des Landkreises Gießen. Unterstützt wurden die Organisatoren von Oberstabsarzt Dr. Sebastian Schiel und dem Sanitätszentrum der Bundeswehr in der Stadtallendorfer Herrenwald-Kaserne.

In drei Ausbildungsstationen trainierten die Fortbildungsteilnehmer Handlungsabläufe bei größeren Schadensfällen. Beim Betrieb eines Behandlungsplatzes für 25 Patienten, der bei größeren Unfällen mit einer Vielzahl von Verletzten in der Nähe der Unfallstelle aufgebaut wird, mussten die Teilnehmer die Behandlungs- und Transportprioritäten festlegen. Diese so genannte Triage wurde dann nochmals in Verbindung mit einem Krankenhaus geprobt.

Dabei hilft ein System verschiedenfarbiger Karten, die den Opfern in einer so genannten „Verletzten-Anhänge-Karte “ umgehängt werden. Rot bekommen die Schwerstverletzten, Gelb diejenigen mit mittelschweren Verletzungen wie Knochenbrüchen. Grüne Karten signalisieren, dass das Opfer leichtverletzt oder unverletzt ist.

Bei der dritten Ausbildungsstation wurde schließlich die Arbeit in einer Technischen Einsatzleitung geübt. Hier laufen alle Fäden zusammen, werden Entscheidungen vorbereitet und für den Einsatzleiter Daten, Fakten und Informationen gesammelt.

Die Teilnehmer wurden bei den Übungen mit rund 60 (von der JUH in Linden sowie dem DRK-Kreisverband Gießen mit dem Rotkreuzbeauftragten Christian Betz an der Spitze), realistisch geschminkten Verletztendarstellern konfrontiert. Anhand der dargestellten Verletzungsmuster mussten die Notärzte die Dringlichkeit der Behandlung und des Transportes festlegen, während die Organisatorischen Leiter Transportmöglichkeiten und ausreichende Behandlungskapazität über die Zentrale Leitstelle in den verschiedenen, geeigneten Krankenhäusern organisieren mussten.

EKB Oßwald dankte besonders den mehr als 150 meist ehrenamtlichen Einsatzkräften und Verletztendarstellern von DRK, JUH, Maltesern, THW, Feuerwehr und Bundeswehr für „das Opfern der Freizeit an diesem sehr heißen Samstag zum Allgemeinwohl“ und den Leitenden Notärzten und Organisatorischen Leitern „die sich über ihre berufliche Tätigkeit hinaus engagieren und ihre besondere Qualifikation ehrenamtlich zur Verfügung stellen“, aber auch den Verantwortlichen der Kreisverwaltungen in Marburg mit Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und Fachdienstleiter Rettungsdienst Gerd Nienhaus, sowie aus der Kreisverwaltung Gießen Dr. Hans von Rechenberg (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst) Ulrich Monz (Fachbereichleiter „Sicherheit und Ordnung“) und Horst Jeckel („Fachdienst Rettungsdienst“), die die Veranstaltung hervorragend vorbereitet hatten.

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