ZNS-Stiftung: Rettungsdienst zu langsam


Bonn/Landsberg (openPR) – Experten schlagen besonders für den Süden Deutschlands Alarm. Die Nichteinhaltung der 15-Minuten-Hilfsfrist kostet Heilungschancen.

Nach Experten der von der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung initiierten Sicherheitskonferenz „Strategien für Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen“ sind die Vorgaben binnen 15 Minuten am Unfallort zu sein und für den Transport in die Klinik nicht länger als 30 Minuten zu benötigen in weniger dicht besiedelten ländlichen Gebieten Deutschlands kaum mehr einzuhalten.

Auf Initiative der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung diskutierten am 11. und 12. September 2008 ausgewiesene Experten der Medizin, Unfallforschung, Kommunikation und Automobilindustrie im ADAC Technik Zentrum Landsberg über Maßnahmen für die Prävention und Versorgung von Schädelhirnverletzungen. „Bei Schädel-Hirn-Trauma-Patienten haben wir lediglich eine Stunde Zeit bis mithilfe der Computer-Tomographie die Schwere der Verletzung festgestellt und die Operation begonnen werden muss. Bei der aktuellen Situation der deutschen Notfallversorgung ist es kaum zu gewährleisten, dass der Patient in dieser kurzen Zeit aufgenommen und zum Zielkrankenhaus gebracht wird“, mahnt Professor Dr. Eckhard Rickels.

Zudem werden vor allem technische Entwicklungen noch nicht ausreichend genutzt. So ist es den europäischen Mitgliedsstaaten beispielsweise noch nicht gelungen, den automatischen Unfallnotruf eCall europa-weit zu etablieren. Bis zur Absetzung eines Notrufes mit exakter Positionsangabe vergeht so für den Patienten wertvolle Zeit. EU-Studien kommen zu dem Ergebnis, dass mit dem eCall mindestens 2.500 Menschen vor tödlichen Verletzungen bewahrt werden könnten. Doch erst im Jahr 2015 kann mit einer Einführung des eCall gerechnet werden.

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