Zehn Stunden auf Rettung gewartet


Pizol (REGA) – Über zehn Stunden hatte in der Nacht zu Sonntag im Weisstannental (Schweiz) ein Alphirt, der in ein steiles Bachbett gestürzt war, ausgeharrt, bis er durch einen Kollegen gefunden wurde. Nach einer aufwändigen Rettungsaktion durch eine SAC-Rettungskolonne – mitten in der Nacht und bei strömendem Regen – wurde der 45-Jährige am Sonntagmorgen in ein Spital eingeliefert. Neben einer Unterkühlung hatte er sich einen Beckenbruch zugezogen.  
Bereits am Samstag um die Mittagszeit war der Alphirt im Gebiet der Alp Gafarra (1’700 M.ü.M.) im steilen, rutschigen Gelände ausgeglitten und mehrere Meter in ein Bachbett abgestürzt. Seine Verletzungen machten es ihm unmöglich, aus eigener Kraft wieder aufzusteigen.

Als der Verunfallte am Abend nicht in die Hütte zurückgekehrt war, machte sich sein Alpkollege auf die Suche nach ihm. Gegen 23 Uhr fand er den völlig durchnässten Verunfallten. Dieser hatte dank Lichtzeichen mit seiner Taschenlampe auf sich aufmerksam machen können.

Da bereits beim Eingang des Notrufes klar war, dass die Wetter- und Sichtverhältnisse einen Rettungsflug nicht zulassen würden, bot die Rega-Einsatzleitung die Rettungskolonne der Rettungsstation Pizol des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC) auf. Diese rückte mit zehn Mann aus.

Gegen zwei Uhr morgens erreichten sie den Unfallort. In einer aufwändigen Aktion wurde der verletzte Alphirt folglich in über zwei Stunden auf einer Gebirgstrage ins Tal gebracht. Dabei mussten mehrmals steile Wiesenborde und Felstreppen überwunden werden.

Während zwei Retter die mit einem Rad ausgerüstete Trage vorne führten, bremsten zwei weitere SAC-Helfer den Verletzten von hinten mit Seilen. An der nächsten Fahrstraße wurde der Patient einer Ambulanz übergeben und von dieser gegen fünf Uhr ins Spital eingeliefert.

Obwohl es während der ganzen Rettungsaktion geregnet hatte, versuchte während einer kurzen Aufhellung der Rega-Helikopter der Basis Untervaz die Unfallstelle zu erreichen. Wegen Sichtverhältnissen, die jedoch unter dem notwendigem Minimum lagen, musste die Besatzung den Flugeinsatz abbrechen.

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