Vulkanasche: Katz-und-Maus-Spiel mit NAW


Bad Kreuznach (DRK) – Einen Einsatz, den sie bestimmt so schnell nicht vergessen werden, erlebte eine NAW-Besatzung des DRK KV Bad Kreuznach.

Als die Besatzung am Freitagmorgen gegen 4:00 Uhr ihren Dienst antrat, rechnete sie bestimmt nicht damit, dass ihr Einsatz über 17 Stunden dauern würde und sie mehr als 1250 Kilometer zurückzulegen hätten.

Der DRK-Kreisverband Bad Kreuznach wurde durch die DRK Assistance beauftragt, einen Patienten vom Flughafen Frankfurt/Main nach Münster (Westfalen) in die dortige Uniklinik zu transportieren. Solche Einsatzaufträge erhält der DRK-Kreisverband öfter von der DRK Assistance, welche diese Art von Verlegungen als Dienstleister für Versicherungen organisiert. Auch Notärzte begleiten solche Transporte im Bedarfsfall.

Geplant war, dass eine dreiköpfige Besatzung den Patienten morgens um 7:45 Uhr am Frankfurter Flughafen übernimmt. Der Mann wurde mittels Flugzeug aus den USA nach Deutschland verlegt, um in seiner Heimat weiterbehandelt zu werden. Doch bereits auf der Fahrt nach Frankfurt wurden die Einsatzkräfte von der DRK-Assistance-Leitstelle in Düsseldorf benachrichtigt, dass das Flugzeug aufgrund der Vulkanaschewolke nicht in Frankfurt sondern in Stuttgart landen würde. Hier war noch eine sichere Landung möglich.

Entsprechend dieser neuen Information, steuerten die beiden Rettungsassistenten und die Notärztin den Flughafen Stuttgart an, wo sie gegen 8:45 Uhr eintrafen. Hier sollte die Maschine um 9:15 Uhr landen. Doch erneut meldete sich die Leitstelle aus Düsseldorf und teilte mit, dass das Flugzeug nun doch in Frankfurt/Main landen würde. Der Flughafen Frankfurt hatte offiziell bereits um 8:00 den Flugbetrieb eingestellt.

Kurzerhand dreht der Notarztwagen um und fuhr erneut den Flughafen Frankfurt an. Dort war die Maschine, trotz der Aschewolke, sicher gelandet und der Patient wurde bis zum Eintreffen des Notarztwagens in der Flughafenklinik versorgt. Um 11:15 trafen dann die Rettungsassistenten sowie die begleitende Ärztin in der Flughafenklinik ein und übernahmen den Patienten zum Transport nach Münster. In der dortigen Universitätsklinik trafen die Einsatzkräfte dann ohne weitere Zwischenfälle um 14:30 Uhr ein.

Nach einer kurzen Stärkung traten die Helfer dann ihre Heimreise an und kamen um 21:00 Uhr wieder in Bad Kreuznach an. Insgesamt legten Sie 1.200 km in 17 Stunden zurück. Geplant waren eigentlich nur 580 km und rund zehn Stunden.

One Response to “Vulkanasche: Katz-und-Maus-Spiel mit NAW”

  1. schwabenretter on April 21st, 2010 20:47

    Sieht so eine sinnvolle und wirtschaftliche Fahrzeug-Disposition der DRK Assistence aus? Wenn der Patient nicht vital bedroht ist (was er offensichtlich nicht war, wenn er in der Flughafenklinik zwischengelagert werden konnte), wäre es in dieser Ausnahmesituation sicher besser gewesen, man hätte mal vorab z.B. bei den Kreisverbänden rund um den Stuttgarter Flughafen gefragt, ob sie einen Transport von dort aus übernehmen könnten, wenn die Maschine tatsächlich dort landet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich da eine Möglichkeit gefunden hätte.
    Das wärer allemal wirtschaftlicher als dieses Hinterherfahren.
    Ob das DRK da auf seine Kosten gekommen ist?

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