Verfahren wegen Medikamentengabe


Mayen (DBRD) – Vor dem Arbeitsgericht Mayen fand kürzlich ein Gütetermin bezüglich der Kündigung eines Rettungsassistenten statt. Trotz bereits ausgesprochener Abmahnung hatte der Kollege wiederholt bei Notfällen Patienten Medikamente intravenös appliziert. Jetzt droht dem Familienvater die Kündigung.Der Mitarbeiter des Rettungsdienstes hatte nach Angaben des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD) der Kündigung über seinen Anwalt eine Kündigungsschutzklage eingereicht. Eine gütliche
Einigung wurde trotz eindringlicher Empfehlungen des Arbeitsrichters, insbesondere an die Beklagtenseite, abgelehnt.

Für den 7. November 08 ist vor dem Arbeitsgericht Mayen die Verhandlung angesetzt worden. Der Kollege ist 42 Jahre alt und hat drei Kinder. Jetzt müsse er um seine Arbeitsstelle fürchten, so der DBRD, obwohl er dem Patienten adäquate Hilfe hätte zuteil werden lassen.

Die Thematik ist nach Ansicht des DBRD von großer öffentlicher Bedeutung, da täglich Rettungsassistenten Maßnahmen ergreifen müssen, um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ihrer Patienten abzuwenden. Viele Notfallpatienten erhalten wie im oben geschilderten Fall trotz fehlender rechtlicher Absicherung jeden Tag adäquate Hilfe durch entsprechend fortgebildete und qualifizierte
Rettungsassistenten. Dass sie trotz korrekter Durchführung dafür vom Arbeitgeber noch abgestraft werden, ist aus Sicht des DBRD sehr besorgniserregend.

Laut des Berufsverbandes hätten Rettungsassistenten aufgrund ihrer Garantenpflicht gegenüber dem Patienten all die Maßnahmen zu ergreifen, die sie erlernt hätten und beherrschen würden. „Tun sie dies nicht, machen sie sich eventuell sogar wegen einer Unterlassung strafbar“, so der Verband.

Der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst e.V. macht seit seiner Gründung auf das Problem aufmerksam, dass klare gesetzliche Regelungen bezüglich der Kompetenzen bis heute fehlen. Trotz langer Diskussionen hätte der Gesetzgeber bisher nicht reagiert. Der DBRD fordert daher eine Reform der Ausbildung und der Rechtsstellung des Rettungsfachpersonals sowie eine jährliche Pflichtfortbildung.

Rettungsassistenten müssen laut DBRD so aus- und fortgebildet werden, dass sie auch in Abwesenheit eines Arztes alle notwendigen Maßnahmen durchführen können und dürfen, die erforderlich sind, um schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden und Schmerzen zu lindern. Ein Ärztlicher Leiter Rettungsdienst sei von der zuständigen Behörde zu bestellen, um die Qualität der Arbeit der
Rettungsassistenten fortlaufend zu überwachen.

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