Ungewöhlicher Gasalarm


Gummersbach (rd.de) – Einen ungewöhnlichen Einsatz absolvierte die Feuerwehr in Gummersbach am vergangenen Wochenende. In der Folge mussten 11 Hausbewohner sowie Feuerwehrkräfte und Techniker des Energieversorgers vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden.

Schon am Samstagabend riefen Bewohner des Wohnhauses in Gummersbach die Feuerwehr. Sie stellten einen knoblauchartigen Gasgeruch im Haus fest. Die Feuerwehr führte Messungen durch, konnte aber keine erhöhte Gaskonzentration feststellen.

Am Sonntag erfolgten erneute Anrufe besorgter Hausbewohner. Die Feuerwehr rückte wieder an. Nun erfuhr man aber, dass ein Bewohner ein Schädlingsbekämpfungsmittel im Keller ausgebracht hatte. Das Mittel wird gegen Wühlmäuse im Garten eingesetzt. In der Verbindung mit Wasser entsteht ein Phosphor-Wasserstoffgemisch. Im Innenbereich darf es jedoch nicht eingesetzt werden. Offenbar ist das Schädlingsmittel feucht geworden und hat so die chemische Reaktion im Keller ausgelöst. In höherer Konzentration ist das entstehende Phosphor-Wasserstoffgemisch auch für Menschen gefährlich.

Alle 11 Hausbewohner, Feuerwehrleute und Techniker des Energieversorgers waren diesem Gasgemisch ausgesetzt. Eine Dekontaminationsstation wurde aufgebaut und alle Personen wurden dekontaminiert. Danach erfolgte die Verteilung der betroffenen Personen auf acht Krankenhäuser der Region. Sie werden dort für 48 Stunden stationär beobachtet.

Gestern haben Mitarbeiter des Ordnungs- und Gesundheitsamtes Untersuchungen am Haus aufgenommen, um festzustellen, ob das Haus weiter bewohnbar ist.

Insgesamt waren an dem Einsatz 120 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und ABC-Schutz beteiligt.

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