Umfrage über Neurologie/Psychiatrie im Rettungsdienst


Hamburg (INV) – Themen aus dem Fachgebiet Neurologie und Psychiatrie werden im Rettungsdienst
eher „stiefmütterlich“ behandelt. Deshalb untersucht das Institut für Nervenärztliche Versorgungsforschung (INV) die entsprechende Versorgung im Rettungsdienst und hofft, durch auf Basis der Ergebnisse positive Impulse setzen zu können.


Gemeinsam mit der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf, der Universitätsklinik Mainz, der Fontheim’schen Klinik in Liebenburg und den Regiokliniken in Pinneberg hat das INV eine Forschungsaktivität zur Bearbeitung von

 
– Schlaganfallversorgung im Rettungsdienst und
– Kriseninterventionsleistungen im Rettungsdienst

 
aufgestellt. Dazu werden Führungskräfte im Rettungsdienst, also ÄLRD und die Leiter der Rettungsdienste / Katastrophenschutz in den Kreisen und Städten, gezielt befragt. Es werden aber auch Angaben und Aussagen von Rettern benötigt, die die alltägliche Arbeit machen und die sich mit den Problemen und Aufgaben tagtäglich konfrontiert sehen. Speziell für diese ist eine eigene Seite im Internet eingerichtet worden, auf der ein Fragebogen veröffentlicht ist.

Die psychische Belastung ist bei Mitarbeitern im Rettungsdienst und Betroffenen von persönlichen Schicksalsschlägen schnell sehr hoch – und eine Chronifizierung kann über lange Sicht zu Behandlungsbedarf und letztlich vielfältigen gesundheitlichen Folgen führen.

Krisenintervention ist eine mögliche Maßnahme zur Entlastung und Verbesserung der psychischen Belastung. Daher sind nicht erst im Katastrophenfall, sondern bereits im rettungsdienstlichen Alltag Mechanismen zur psychosozialen Versorgung von Mitarbeitern und Betroffenen zu etablieren und (aus fachlicher Sicht) regelmäßig einzusetzen.

 
Mittels eines umfangreichen Erhebungsbogens sollen grundlegende Parameter zur Versorgung von Rettungsdienstmitarbeitern, Patienten und Angehörigen oder Zeugen durch Kriseninterventionsangebote erhoben werden. Hierzu werden alle Rettungsdienstleiter in Deutschland und die Ärztlichen Leiter
Rettungsdienst angeschrieben und um ihre Mitarbeit gebeten.

 
Um auch eine Rückmeldung der Rettungsdienstmitarbeiter „von der Basis“ zu erhalten, wurde im Internet zusätzlich eine Seite eingerichtet, auf der alle im Rettungsdienst Aktiven sich zum entsprechenden Thema beteiligen können. Informationen zur Studie und zum Studiendesign wie die entsprechenden Fragebögen
zur Bearbeitung sind im Internet unter www.notfallstudie.de zu finden.

 
Neben der Untersuchung zur psychosozialen Versorgung in Deutschland wird in Kürze eine entsprechende Studie zur Versorgung von Patienten mit der Diagnose „Schlaganfall“ aufgelegt werden. Auch hier ist das INV für rege Mitarbeit und jede Form der Unterstützung dankbar.

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