Stroke Units setzten SRAclinic ein


Pirmasens (openPR) – Ein neues Screeningverfahren macht aus der Vermutung paroxymales Vorhofflimmern eine Gewissheit. Wichtige Diagnose für die Sekundärprävention.

Viele Patienten erleiden nach ihrem ersten Schlaganfall auch einen Zweiten – oft innerhalb des ersten Jahres und größtenteils mit noch schlimmeren Konsequenzen. Daher spielt die Sekundärprävention und damit verbunden die Ermittlung der Ursache eines Hirninfarkts eine bedeutende Rolle.

Vor diesem Hintergrund haben sich jetzt mit dem SHG Klinikum Merzig und dem SRH Wald-Klinikum Gera die ersten beiden Kliniken mit Stroke Units (Schlaganfallstationen) für den Einsatz von SRAclinic von der apoplex medical technologies GmbH aus Pirmasens entschieden. Eine gut zweistellige Anzahl weiterer Einrichtungen dieser Art erprobt den Einsatz der seit Anfang 2008 verfügbaren telemedizinischen Lösung

Bei einer Vielzahl von Schlaganfällen kann deren Ursache trotz intensiver Diagnostik nicht geklärt werden. Unerkanntes paroxysmales Vorhofflimmern wird in vielen Fällen vermutet. Mit dem auf EKG-Daten aufsetzenden SRAclinic lassen sich Patienten mit erhöhtem Risiko auf diese Herzrhythmusstörung jedoch auch dann nachweisen, wenn es in der Stroke Unit während der vierundzwanzigstündigen Datenaufnahme zu keiner Flimmerepisode gekommen ist.

Seit Mai 2008 kommt SRAclinic sowohl in der Stroke Unit als auch auf der neurologischen Normalstation am SHG Klinikum Merzig zum Einsatz. Der dort verantwortliche Chefarzt der Neurologie, Prof. Dr. med. Matthias Strittmatter, der auch als Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe aktiv ist, zeigt sich von der Einfachheit des technischen und apparativen Ablaufs überzeugt. „Intermittierendes Vorhofflimmern hat leider die Eigenschaft, durchaus auch mal zwei oder drei Monate überhaupt nicht aufzutreten. Wenn also durch entsprechende Lokalisationsmuster, die beim Patienten festgestellt wurden, ein konkreter Verdacht auf einen kardioembolischen Infarkt vorliegt, hat das bislang bedeutet, dass wir etliche Langzeit-EKGs bis zu einem verlässlichen Nachweis durchführen mussten – mithilfe von SRAclinic hingegen genügt in aller Regel ein einziges 24-stündiges EKG.“

Es geht also nicht nur um die Frage, ob ein Vorhofflimmern als Indikator für einen drohenden Hirninfarkt feststellbar ist, sondern ob es bereits im Vorfeld des erfolgten Schlaganfalls stattgefunden hatte. Diese Erkenntnis hilft bei der Entscheidungsfindung zur weiteren Behandlung des Patienten und damit zur möglichen Vermeidung eines weiteren Hirninfarktes.

Poincaré-Plot: Gesunder Proband (links), Patient mit Risiko für Vorhofflimmern (rechts)

Dabei bedient sich SRAclinic der Mathematik. Bislang werden 24-Stunden-EKG zeitlich linear betrachtet. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen der letzten 10 Jahre haben gezeigt, dass in der Dynamik des Herzschlages, also die Dynamik der RR-Intervalle wesentlich mehrm Informationen über die Funktionalität und Zustandsbilder des Herzens verborgen sind, als nur die Herzrate. Allerdings haben die Arbeiten mit den Methoden der Herzratenvariabilität (HRV) nur begrenzten Erfolg gezeigt, wenn es um die Risikovorhersage ging.

Um ein EKG mit nicht linearen Verfahren bearbeiten zu können, muss es zunächst in eine Form gebracht werden, die einer mathematischen Beschreibung zugänglich ist. Eine von mehreren Möglichkeiten ist die aus der klassischen HRV bekannte Konstruktion eines so genannten Lorenzplots oder auch Poincaré Plot. Aus der Punktwolke lassen sich sehr schnell und sehr gezielt Ereignisse ablesen, die bei linearer Betrachtung verborgen geblieben wären.

Mehr Information:
www.apoplexmedical.com

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