Starkwind und Gewitterfronten über der Ostsee


Bremen (DGzRS) – In durchziehenden Starkwind- und Gewitterfronten mit zum Teil kräftigen Schauerböen sind die Seenotretter am vergangenen Wochenende (15./16.06.2013) in zahlreichen Revieren der Ostsee oft stundenlang im Einsatz gewesen.

Schnelle Hilfe brachten die Seenotretter der Station Damp vier schiffbrüchigen Katamaranseglern am Sonntagnachmittag (16.06.2013): In einer stürmischen Bö von acht Beaufort (rund 70 km/h) war ihr etwa zehn Meter langes Boot vor Damp gekentert. Die Crew einer in der Nähe fahrenden Segelyacht alarmierte die Seenotleitung Bremen.

Bereits etwa 20 Minuten später traf das in Damp stationierte Seenotrettungsboot „Karl van Well“ am Unglücksort ein. Die vier 30 bis 35 Jahre alten Segler hatten sich in gut zwei Meter hohen Wellen zunächst auf die beiden Rümpfe des großen Katamarans gerettet. Die Seenotretter nahmen sie an Bord und brachten sie sicher an Land. Im Stationsgebäude versorgten sie die Erschöpften mit trockener Kleidung, Essen und Getränken. Bis auf einen leichten Schock und Hautabschürfungen blieben die Segler unverletzt.

Ein Elternpaar mit zwei fünf und acht Jahre alten Kindern verdankt die Befreiung aus einer gefährlichen Lage der Besatzung des Seenotrettungsbootes „Werner Kuntze“ (Station Langballigau). Der Einsatz am Sonnabendnachmittag (15.06.2013) erforderte große Anstrengung der Seenotretter. Auf der Flensburger Förde bei Holnis hatte eine elf Meter lange Segelyacht Mastbruch erlitten. Das große Rigg hatte sich unter dem Schiff verfangen und am Grund verhakt. Gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Gewitterfront gelang es den Seenotrettern, mit einer Drahtseilschere das Rigg abzutrennen und damit größere Gefahr für die vierköpfige Crew zu verhindern. Die Yacht konnte aus eigener Kraft unter Motor Langballigau anlaufen.

Besonders viel Arbeit innerhalb weniger Stunden gab es ebenfalls am Samstag für die Travemünder Seenotretter: Gleich drei Mal war die Besatzung des Seenotrettungsbootes „Hans Ingwersen“ in der Lübecker Bucht unterwegs. Vor Niendorf hatte eine Frau das Abtreiben eines Schlauchboots mit ihrem volljährigen Sohn und zwei gleichaltrigen Freunden an Bord gemeldet. Kurz bevor eine durchziehende Gewitterfront das Schlauchboot traf, erreichte das Seenotrettungsboot die drei Männer. Die Seenotretter nahmen sie bei starken west-südwestlichen Winden an Bord und brachten sie nach Niendorf. Ein Schlauchboot der DLRG schleppte das Schlauchboot der drei Heranwachsenden zurück an die Küste. Kurz darauf war die Besatzung der HANS INGWERSEN für zwei gekenterte Katamarane vor Scharbeutz und Haffkrug im Einsatz.

Auf der Kieler Förde rettete das Seenotrettungsboot „Walter Rose“ (Station Schilksee) ebenfalls am Samstag zwei Segler. Deren Jolle war in der durchziehenden Gewitterfront gekentert. Die Seenotretter nahmen sie an Bord, richteten auch die Jolle wieder auf und brachten Boot sowie Crew sicher in den nächsten Hafen.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?