Spatenstich für Rettungswache Erfweiler-Ehlingen


Saarbrücken (pm) – Bei bestem Wetter fand gestern der offizielle Spatenstich für den Neubau einer Rettungswache im Mandelbachtaler Ortsteil Erfweiler-Ehlingen statt. Die neue Wache stärkt die rettungsdienstliche Versorgung in Teilen von Mandelbachtal und Blieskastel.

Wie in einem unabhängigen Gutachten aus dem Jahr 2009 bestätigt wurde, besteht für einige Ortsteile der Gemeinde Mandelbachtal und Blieskastel ein Risiko, dass die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist von 12 Minuten für den Rettungsdienst nicht immer im erforderlichen Maß eingehalten werden kann. Bei einem medizinischen Notfall in dieser Region werden bis dato die Fahrzeuge von den Rettungswachen in Gersheim, Blieskastel und Brebach alarmiert, was aufgrund der geographischen Lage eine nicht unerhebliche Anfahrtszeit bedeutet. Deshalb wird nun der Vorschlag des Gutachters umgesetzt, die vorhandenen Fahrzeuge besser in der Fläche zu verteilen und durch einen zusätzlichen Rettungswachenstandort die Versorgung des Gebietes zu optimieren.

Schon nach kurzer Suche wurde dank der Unterstützung der Gemeinde Mandelbachtal ein geeignetes Grundstück im neuen Gewerbegebiet “Große Heide” gefunden, dass durch seine hervorragende Anbindung an die Durchgangsstraße L107 optimale Voraussetzungen bietet.

Der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Clemens Lindemann zeigte sich anlässlich des Spatenstiches dementsprechend zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die Rettungswache ihren Betrieb aufnehmen kann und die in diesem Gebiet zu erwartenden 700 Notfalleinsätze im Jahr bedient. Staatsekretär Jungmann betonte in seinem Grußwort die hervorragende Leistungsfähigkeit des saarländischen Rettungsdienstes und hob die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Rettungsdienstes hervor.

Auch der scheidende Bürgermeister von Mandelbachtal Herbert Kessler und sein Amtsnachfolger Gerd Tussing griffen beim symbolischen ersten Spatenstich gerne mit an, bedeutet diese Rettungswache doch eine erhebliche Verbesserung für die Bürger.

An der zukünftigen Rettungswache, die das Deutschen Roten Kreuz Kreisverband St. Ingbert betreibt, steht nach Abschluss der Baumaßnahme ein Rettungswagen rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft. Die notwendigen Investitionen von rund 320.000 Euro teilen sich das Land, die Krankenkassen und der ZRF Saar.

Eine Besonderheit 140 qm großen Rettungswache ist die für Zweckbauten ungewöhnlich nachhaltige Bauweise. Durch Kombination von effektiver Isolierung des Bauwerks und modernster Energietechnik werden niedrige Energiekosten das Budget belasten.

(Foto: ZRF-Saar LH)

5 Responses to “Spatenstich für Rettungswache Erfweiler-Ehlingen”

  1. Hagen on Juni 28th, 2012 16:42

    (1) Hat das DRK ING eine Ausschreibung des ZRF Saar gewonnen – oder gab es etwa eine freihändige Vergabe? falls ja, wie steht es im Saarland mit dem Vergaberecht? Oder gilt das nicht, weil die neue Rettungswache gar keine ist, sondern formaljuristisch einfach nur als Außenwache einer bestehenden Rettungswache (hier: des DRK ING) geführt wird?
    (2) Wie viele Rettungsfahrzeuge werden denn dort stehen? Das geht aus dem Bericht nicht hervor. 1 RTW? 1 RTW und 1 NEF? 1 RTW und 1 KTW? 1 RTW und 2 KTW? 1 RTW, 1 NEF und 1 RTW? 1 RTW, 1 NEF und 2 KTW?

  2. Sharden on Juni 29th, 2012 15:58

    zu (2):

    “An der zukünftigen Rettungswache, die das Deutschen Roten Kreuz Kreisverband St. Ingbert betreibt, steht nach Abschluss der Baumaßnahme ein Rettungswagen rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft.”

  3. Mario on Mai 10th, 2013 01:19

    Wie es im Saarländischen Rettungsdienst und besonders beim DRK eben so ist…
    Ausschreibung? Fehlanzeige. Das ganze läuft formal als “Außenwache” der Rettungswache Blieskastel, betrieben durch den DRK-Kreisverband St. Ingbert.

    Da hat natürlich wieder die CDU-Politik in Gestalt des ehemaligen Bürgermeisters Kessler in Kooperation mit dem Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes St.Ingbert, Herrn Roland Engel (reeein zufällig enger Parteifreund und stellv. CDU-Ortsvorsteher von Aßweiler) die Fäden gezogen und sich den Standort unter den Nagel gerissen.

    Soviel zu Transparenz und europaweiter Ausschreibung des Rettungsdienstes.
    Korruption und Vetternwirtschaft, nichts weiter passiert hier.

    Besonders das DRK St. Ingbert führt diese “schwarze Liste” an, ich erinnere hier an die “Dienstwagenaffäre” im Jahre 2006, Hauptverantwortlicher damals: Geschäftsführer Roland Engel!

    Was ist passiert? NICHTS: Rückendeckung durch CDU-Politik und DRK-interne Verschleierungstaktik. Und der Mann ist immer noch im Amt.
    Jede Führungsperson mit einem Hauch von Rückgrat wäre nach solch einer Aktion zurückgetreten.

    Und auf diese Weise wird das immer weiter laufen, solange Politik-Funktionäre gleichzeitig Führungspositionen bei Hilfs- und Rettungsdienstorganisationen bekleiden.
    Der Leidtragende ist zum einen der Bürger, der nicht die qualitativ beste Versorgung erhält, sondern durch politische Vetternwirtschaft den ohnehin personell und materiell völlig überforderten DRK-Kreisverband St.Ingbert als Leistungsträger vorgesetzt bekommt und zum anderen die Mitarbeiter dieses Kreisverbandes, die schon längst oberhalb ihrer Belastungsgrenze aufgrund von Zusatzdiensten und Personalmangel arbeiten und nun noch einen zusätzlichen Standort ohne zusätzliches Personal stemmen müssen.

    Dies wird dann händeringend “ausgeglichen” durch FSJler und “BUFDis”. Junge Menschen, die die Zeit nutzen wollen, um sich beruflich zu orientieren, aber stattdessen als billige Vollzeit-Arbeitskräfte missbraucht und “verheizt” werden.

    Möge sich jeder sein eigenes Urteil dazu bilden…

  4. Achim on Mai 10th, 2013 16:17

    @ Mario
    Hoch lebe das Konzessionsmodell im Rettungsdienst. Oder anders ausgedrückt: der lange Arm der HiOrgs reicht bis nach Brüssel! ( Das hatten wir doch schon mal ?)
    Ich hoffe das es zumindest außerhalb von Deutschland Politiker gibt die hier die Schrauben doch nochmals mehr Richtung Wettbewerb im gegenwärtigen Trilogverfahren auf EU Ebene stellen. Unsere eigenen können nur die Nase über die skandalösen Verhältnisse in anderen Mitgliedsstaaten rümpfen, sind aber selber keinen Deut besser. Wo bleibt denn hier mal die FDP als Wächter des Liberalismuses? Fehlanzeige!

  5. Thomas on Mai 14th, 2013 13:13

    Möchte euch beiden in vielen Punkten Recht geben,
    ja, nicht nur im Kreisverband Sankt Ingbert,
    es gibt auch andere Kreisverbände wo es nicht nach Plan läuft…
    im Grund genommen ist in jedem KV etwas faul,
    aber wie heißt es so schön: Leichen im Keller verbinden.

    Muss euch aber in nem Punkt widersprechen.
    Die meisten “hauptamtlichen” Mitarbeiter machen trotz der Umstände
    einen guten, manchmal sogar einen exzellenten Job.
    Man beachte die LRAs der Wache, welche zahlreiche Fortbildungen
    besuchen, top ausbilden und nicht nur eine vernünftige
    und gute Vesorgung anstreben, sondern nach Abwägung die beste Versorgung, auch im Nachhinein, bieten können.
    Dies ist nur dann möglich, wenn man noch mit voller Begeisterung an den Job geht. Ich denke, dass eine Privatisierung diesen Ehrgeiz nehmen würde.

    Ich weiß sehr wohl, dass das DRK im Saarland grundsätzlich – trotz allen Leitlinien und den ganzen Mist, der öffentlich und auf den Webseiten propagiert wird,…”eine freiwillige und uneigennützige Hilfe ohne jedes Gewinnstreben verkörpert” – irgendwie doch den maximal möglichen Gewinn anstrebt, natürlich nach Kostendeckung. Wenn man dann sieht, welche Fahrzeuge teilweise die hochgelobten Kreisgeschäftsführer fahren, diese noch als Privatfahrzeug nutzen, kann man dem eigentlich nur zustimmen. Resultiert auch daraus, wie Fachkräfte heute bezahlt werden. Und natürlich der Umstand, dass es FSJler und BuFdis gibt. Und es werden Gelder, die zur Verfügung stehen, oft nicht der Rettungswache zur verfügung gestellt.
    Natürlich ist auch ausbildungsmäßig bei einigen Mitarbeitern noch Potenzial drin.

    Aber ich denke auch, dass wenn man eine Privatisierung zulässt,
    diese zur zeit qualitativ hochwertige Maßstäbe in der präklinischen Versorgung nicht mehr ganz halten wird. Es wird definitiv Sachen geben, die besser laufen, u.a. auch die Bezahlung, keine Frage.
    Ich spreche nicht vom Kreisverband Sankt Ingbert, da ich nicht weiß wie es dort genau läuft.

    Was den Personalmangel betrifft, dieser wird – wenn es so weitergeht wie aktuell – noch stärken werden.
    Mögliches Potenzial an Mitarbeitern im FSJ bzw. nach dem FSJ, dass dem DRK in irgendeiner Form treu bleiben will, zeigt man, wie es auf der Rettungswache so läuft und viele entscheiden sich einfach dagegen, ehrenamtlich oder gar hauptamtlich “dabei” zu bleiben.
    Ich denke, dass es nicht nur an der Führung liegt, sondern auch an den Mitarbeitern selbst. Aber die meisten denken erst gar nicht drüber nach sondern schieben einfach die Schuld der KReisgeschäftsführung zu. Dieser Umstand könnte auch beim “Privaten” eintreten, dass man einfach mit dem Chef “nicht kann”.
    Außerdem gibt es schon heute viele offene Stellen im Rettungsdienst, man beachte die Stellenanzeigen (nicht nur des DRKs, oder sonstige HiOrgs, sondern auch Private, die teilweise auch im RD miteingebunden sind).

    Es wird in Zukunft aber immer weniger Leute geben, die gern aus dem Schlaf gerissen werden wollen, weil sich irgendjemand gekloppt hat oder weil man tagelang Beschwerden hat, und nachts nicht mehr “kann”. Das ist knallharte Realität, und diese muss man auch einfach hinnehmen. Dass man ein Arbeitsfeld durchaus attraktiver gestalten kann, um evtl. mehr “Fach-”Kräfte zu finden, ist vielen nicht bewusst oder ignorieren es einfach aus Kostengründen.

    Hat jetzt nicht soo viel mit den öfftl. Ausschreibungen und dem Vergaberecht zu tun, würde mir aber wünschen, dass sich da jemand findet, der juristisch vorgehen könnte. Denn nicht nur die Rettungswache Erfweiler-Ehlingen ist davon betroffen, im Prinzip alle “Erweiterungen”.
    Nur Nonnweiler/Otzenhausen ist mir im Gedächtnis geblieben, da hat natürlich das große Roe Kreuz gewonnen. Wie da ausgewählt wird, würde mich mal interessieren.

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