Saisonbilanz: Mehr Motorradunfälle


Stuttgart (pm) – Die Bilanz der vergangenen Motorradsaison lässt keinen Zweifel aufkommen: „Auf den Straßen wird leider immer mehr gerast“, beklagt Reinhold Gall, Innenminister des Landes Baden-Württemberg bei der Vorstellung der Motorradunfallstatistik. Die Zahl der Motorradunfälle und der Verletzten stieg gegenüber dem Vorjahr um fast 20 Prozent. Erfreulich sei allenfalls, dass die Zahl der Todesopfer in diesem Jahr von 103 auf 96 schrumpfte.

Die Polizei hat auf diese besorgniserregende Tendenz reagiert und auf den von Motorradfahrern beliebten und unfallträchtigen Strecken mehr kontrolliert. Dabei sei fast jeder sechste von 14.000 erfassten Motorradfahrern wegen zu hoher Geschwindigkeit aufgefallen – ein Plus von fast einem Viertel. „486 von ihnen sind sogar mehr als 40 Stundenkilometer zu schnell gefahren. Dabei bringen sie sich selbst und andere in Gefahr und alle anderen Motorradfahrer in Verruf“, kritisierte der Innenminister. Die Folge: Ein hartes Fahrverbot.

Auch im kommenden Jahr werde die Polizei die Geschwindigkeit konsequent überwachen. „Wir müssen den Motorradfahrern unmissverständlich klar machen, dass die Straße keine Rennstrecke ist“, betonte Gall. Nach wie vor sei fast jeder vierte Verkehrstote in Baden-Württemberg ein Motorradfahrer. Trotz geringerer Fahrleistung sei das Unfallrisiko deutlich höher als im Pkw. Die Schuld dürfe im Übrigen nicht einfach auf andere Verkehrsteilnehmer abgewälzt werden. Denn fast zwei Drittel aller tödlich verletzten Motorradfahrer hätten den Unfall selbst verursacht.

Aber nicht nur durch konsequente Verkehrsüberwachung, sondern auch durch eine entsprechende Gestaltung des Verkehrsraums könne die Sicherheit der Motorradfahrer erhöht werden. „Ich werde mich deshalb beispielsweise für mehr Leitplanken mit Unterfahrschutz in gefährlichen Kurven einsetzen“, sagte der Innenminister.

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