Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz


Bonn (BBK) – Erstmals in mehr als 50 Jahren Bevölkerungsschutz steht mit der Gefährdungsabschätzung des Bundes, ein methodisch einheitliches Kataster der Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland potenziell bedrohenden Gefahren zur Verfügung.

Ausgehend von der „Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“ (2002) fertigten die Bundesländer in den Jahren 2004/2005 nach einheitlicher Struktur eine Gefährdungsabschätzung aus Sicht der zuständigen Landesbehörde, die für den Katastrophenschutz verantwortlich zeichnet.
Dabei wurden sowohl technogene, anthropogene als auch Naturgefahren als auslösende Ereignisse für großflächige und/oder lang anhaltende bzw. schwierig zu bewältigende Schadenslagen berücksichtigt. Der Bund unterstützte die Arbeit der Länder durch fachliche Ergänzungen zu solchen Gefahren, die ohne zwingenden räumlichen Bezug auftreten können (z.B. Seuchen, Ausfall Kritischer Infrastruktur). Das BBK wertete die sechzehn Beiträge der Länder aus und erstellte, unter Nutzung zusätzlicher Erkenntnisse, die Gefährdungsabschätzung des Bundes aus Sicht des nicht-polizeilichen und nicht-militärischen Bevölkerungsschutzes (2005).

Die offene, vertrauensvolle Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rahmen der bundeseinheitlichen Gefährdungsabschätzung führte im September 2006 zu dem Entschluss, diese Arbeit kontinuierlich fortzusetzen. Daher wurde das BBK gebeten, eine Methode zu entwickeln, welche es ohne großen Mehraufwand ermöglicht, das von der Innenministerkonferenz 2002 vorgegebene Ziel der Durchführung von Risikoanalysen zu erreichen und dabei insbesondere die Faktoren Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß zu berücksichtigen.

Dem Wunsch der Länder entsprechend hat das BBK eine pragmatische und einfach umsetzbare Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt, die geeignet ist, auf allen Verwaltungsebenen jedwedes Risiko analysieren zu können. Die Methode wird in diesem Dokument vorgestellt und in Kürze als Druckversion erhältlich sein. Darüber hinaus erarbeitet das BBK zielgruppenspezifische Leitfäden zur Umsetzung der Methode. Ein erster Leitfaden liegt derzeit den Ländern zur Abstimmung vor.

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?