Risiko E-Fahrrad


Bonn/Goslar (DVR) – Pedelecs, von einem Elektromotor unterstützte Fahrräder, liegen voll im Trend und erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Rund 600.000 Pedelecs werden in diesem Jahr auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Unfallforscher und Verkehrssicherheitsexperten warnen vor den Gefahren.

Pedelecs weisen andere technische und fahrdynamische Eigenschaften auf als ein herkömmliches Fahrrad. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) regt deshalb an, die Forschungen auf dem Gebiet der elektrisch motorisierten Fahrräder sowie die Aufklärungsarbeit für alle Verkehrsteilnehmer zu intensivieren. Auch eine getrennte Erfassung in der Unfallstatistik erscheint dringend erforderlich.

Bisher wird in Pedelecs 25 und in leistungsstärkere Räder vom Typ Pedelec 45 (auch S-Pedelec genannt) unterschieden. Pedelecs 25 mit einer Motorleistung von maximal 250 Watt unterstützen den Fahrer während des Tretens bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Die schnelleren Pedelecs 45 weisen eine Motorleistung von maximal 500 Watt auf und haben eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von unter 20 km/h, die mit Tretunterstützung natürlich gesteigert werden kann. Erst bei 45 km/h schaltet sich der Motor ab. Für sie gilt eine Versicherungskennzeichenpflicht, allerdings bislang keine Helmpflicht.

Mit Blick auf die Pedelecs 45 waren sich die Experten in Goslar einig, diese so zu klassifizieren, dass künftig eine Helmpflicht eingeführt wird. Diese Empfehlung unterstützt der DVR ausdrücklich. Weiterentwickelt werden sollten daher die Richtlinien für Helme, die auch bei höheren Geschwindigkeiten der Pedelecs 45 wirksam vor Kopfverletzungen schützen können.

Pedelecs 25 sollen nach dem Votum der Experten in Goslar als Fahrrad klassifiziert bleiben. „Aufgrund der besonderen Technik und des anderen Fahrverhaltens der Pedelecs 25 im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad appellieren wir dringend an die Nutzer, einen geeigneten Helm zu tragen und eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen“, erläutert DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. „Wir sind sehr froh, dass der Verkehrsgerichtstag deutlich festgestellt hat, dass Pedelecs für die Benutzung durch Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren nicht geeignet sind“, ergänzt der DVR-Präsident.

Zudem sei eine Bewertung und Prüfung der Fahrzeuge sinnvoll, wie sie bereits bei Kraftfahrzeugen durch Euro NCAP erfolgt. Technische Manipulationen an den Fahrzeugen, etwa die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit, sollten durch Anpassung der Richtlinie 97/24/EG verhindert werden, die bisher nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gilt.

Im Hinblick auf eine sichere Verkehrsinfrastruktur empfiehlt der DVR den Ausbau von Radverkehrsanlagen nach dem Regelwerk ERA 2010. Höhere Fahrgeschwindigkeiten erfordern weitläufiger dimensionierte Verkehrswege, um Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere Fußgängern, zu vermeiden.

One Response to “Risiko E-Fahrrad”

  1. schorsch on Januar 31st, 2012 20:21

    Also ich empfehle nur mit Helm zu fahren , hat mir sehr geholfen !
    Bin im November 2011 von Kopfsteinpflaster auf Radweg gewechselt
    Abends im Dunkeln 19:30 Uhr , dabei die 2 cm Bordsteinkante übersehen .
    Das Pedelec ist über mich gefallen und ich bin mit dem Kopf / Brillenbereich
    auf die Straße aufgeschlagen . Das Visier vom Helm hat die Brille geschützt
    Helm hat den sehr starken Aufschlag auf den Kopf abgedämpft .
    4 Wochen Gehirnerschütterung , Halswirbel ausgerenkt , Überziehhose
    Jeans und Schuhe kaputt , Pedelec mit leichten Kratzern
    Mit elektromobilen Gruß
    der Schorsch

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