Nobelpreis für Medizin 2008


Prof. Harald zur Hausen, Foto: DKFZ

Prof. Harald zur Hausen, Foto: DKFZ

Stockholm (rd.de) – Mit Harald zur Hausen, Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier erhalten dieses Jahr drei Wissenschaftler den Nobelpreis für Medizin.

Der deutsche Professor Harald zur Hausen befasst sich mit Virusinfektionen und ihren Zusammenhang zur Entstehung verschiedener Krebsarten. Er erkannte, dass Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Seine Forschung hat es ermöglicht, einen Impfstoff gegen die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen zu entwickeln. Zur Hausen vermutete bereits vor mehr als dreißig Jahren einen Zusammenhang zwischen Infektionen mit humanen Papilloma-Viren und Gebärmutterhalskrebs. Anfang der 1980er Jahre konnte er mit seiner Arbeitsgruppe erstmals die Virentypen HPV 16 und HPV 18 aus einer Gebärmutterhalskrebsprobe isolieren.

Der Impfstoff, der aus der Grundlagenforschung aus zur Hausens Labor hervorging, ist seit kurzem auch in Deutschland zugelassen und ein hervorragendes Beispiel für erfolgreichen Technologietransfer aus der Grundlagenforschung.

Professor zur Hausen teilt sich den diesjährigen Nobelpreis mit den französischen Wissenschaftlern Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier von Pariser Pasteur-Institut, die für die Entdeckung des HIV-Virus ausgezeichnet wurden. Sie entdeckten das Virus in Lymphozyten aus Lymphknoten und im Blut. Dabei ist das Enzym Reverse Transkriptase ein Zeichen für die Virusreplikation. Ihre Forschungen ermöglichten die Entwicklung von Virostatika, die heute als Standardbehandlung bei HIV-Infektionen eingesetzt werden.

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