Nächtliche Rettungsaktion im Lattengebirge


Nachflugtauglicher Polizeihubschrauber "Edelweiß 5" im Einsatz (Foto: BRK)Bischofswiesen/Hallthurm (BRK/ml)- Bergwacht und Polizeihubschrauber-Besatzung brachten gestern einen Vater mit zwei unterkühlten Kindern bei Dunkelheit sicher ins Tal.

Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing und die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 5“ haben am Sonntagabend im Bereich der Steinernen Agnes im Lattengebirge einen 49-jährigen Mann, seine zehnjährige Tochter und seinen 14-jährigen Sohn unterkühlt aber unverletzt aus Bergnot gerettet. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hätten die nur leicht bekleideten Kinder die Nacht am Berg möglicherweise nicht überlebt.

Der 49-jährige Mann aus Dorfen war gegen Mittag mit seinen beiden Kindern per Zug nach Bad Reichenhall gekommen und mit der Seilbahn auf den Predigtstuhl gefahren. Gegen 16 Uhr entschieden sich die drei noch spontan zu Fuß abzusteigen, obwohl sie den Weg überhaupt nicht kannten. Sie hatten sich lediglich an einem Wegweiser mit der Zeitangabe „drei Stunden“ orientiert. Bei einsetzender Dunkelheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt war dann das zehnjährige Mädchen im Abstieg so erschöpft, dass der Vater gegen 19 Uhr über Handy einen Notruf absetzte.

Die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin den Einsatzleiter der Reichenhaller Bergwacht, der insgesamt fünf Bergretter losschickte, die zunächst von Hallthurm aus per Geländewagen über die Forststraße anfuhren und dann weiter zu Fuß aufstiegen, um nach der Familie zu suchen. Da für die bereits unterkühlten Kinder am Berg akute Lebensgefahr bestand, forderte der Einsatzleiter zusätzlich einen nachtflugtauglichen Polizeihubschrauber an. Gegen 21.10 Uhr wurden die in Not Geratenen dann von der Suchmannschaft auf dem Weg zwischen der Steinernen Agnes und dem Rotofensattel entdeckt, wobei sich die Retter sofort um den Wärmeerhalt kümmerten.

Die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 5“ nahm kurz nach 22 Uhr neben der B20 am Eisenrichterberg einen Bergwacht-Luftretter auf und flog zweimal in Richtung der Einsatzstelle, wo Vater, Sohn und Tochter per Rettungswinde aufgenommen und ins Tal geflogen wurden. Nach medizinischer Untersuchung durch den Bergwacht-Notarzt mussten sie von einer Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert werden. Die am Berg verbliebenen Bergwachtleute stiegen zu Fuß wieder ab.

Neben einem Bergführer der Polizeiinspektion Bad Reichenhall und der Hubschrauberbesatzung waren zehn Männer der Bergwacht über fünf Stunden lang gefordert.

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