Malteser-Präsident im Erdbebengebiet


Poggio Roio (Malteser) - Gestern (4.8.09) besuchts Johannes Freiherr Heereman, Geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfdienstes, die Einsatzkräfte der deutschen Malteser im Erdbebengebiet der Abruzzen. "Nachbeben versetzen die Campbewohner immer wieder in Angst," so Heereman, der die vorangegangene Nacht selbst im Camp verbrachte und bei der Reparatur von Sonnenzelten gegen die Hitze von über 40 Grad hilft. Beeindruckt zeigte sich Heereman von der großen Motivation der italienischen und internationalen Malteser. Seit Ende Juni waren insgesamt 42 deutsche Malteser aus München, Passau, Bamberg, Köln, Augsburg, Speyer, Münster, Essen und Erfurt im Camp Poggio Roio für die Erdbebenopfer im Einsatz. Die Malteser unterstützen die italienischen Malteser bei der Lagerorganisation und Logistik. Dazu gehören Reparaturen an der Infrastruktur (Elektro/Wasser/Sanitär/Küche), Betrieb und Erweiterung der Küche sowie der Bau von rollstuhlgerechten Zugängen und von Zeltbeschattungen. Auch in der medizinischen Betreuung sind die Malteser aktiv. Die italienischen Malteser (CISOM, Corpo Italiano di Soccorso dell'Ordine di Malta) betreuen seit dem Erdbeben zwei Camps und sind noch bis Ende September von den nationalen Behörden mit der Versorgung beauftragt. Im Rahmen der Kooperation der nationalen Hilfsdienste des Malteserordens haben die italienischen Malteser den deutschen Malteser Hilfsdienst gemeinsam mit dem Malteser Hospitaldienst Austria und Schweizer Maltesern um Unterstützung bei der Betreuung dieser Camps bis Ende August gebeten. Die Einsatzkräfte sind jeweils zehn Tage für den laufenden Betrieb verantwortlich, weitere Einsätze sind geplant für 14 Helfer aus den Diözesen Osnabrück, Bamberg und Erfurt. Die italienische Regierung hat mit der Errichtung von Holzbungalows für die Obdachlosen außerhalb der Stadt begonnen. Die Zeltstädte sollen dann schrittweise abgebaut werden.

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