Leere Kassen: Fusionswelle im Rettungsdienst?


Bonn (rd.de) – Die Städte- und Gemeinden plagen Finanzsorgen. Angesichts leerer Kassen schreckt die Kommunalpolitik nicht mehr davor zurück, auch beim Rettungsdienst den Rotstift anzusetzen.

Das Ruhrgebiet feiert sich als Kulturmetropole Europas. Viele Stadtkämmerer sind hingegen so gar nicht in Feierlaune. Etliche Städte des Ruhrgebiets stehen praktisch kurz vor der Pleite. So könnte der Vorschlag der Grünen in Holzwickede durchaus Beachtung finden: Dort diskutiert man die Idee, die Rettungswache aufzugeben und sich vom Rettungsdienst der Stadt Unna mitversorgen zu lassen, berichtet das Zeitungsportal „Der Westen“.

Ein Plan, der im dichtbesiedelten Ruhrgebiet unter Umständen sogar praktikabel sein könnte. Hier liegen die Ortsgrenzen so eng zusammen, dass nicht jeder Ort seine eigene Rettungswache betreiben muss. Andererseits wird die Stadt Unna diese zusätzliche Leistung für Holzwickende nicht zum Nulltarif zur Verfügung stellen können. Was bleibt, ist ein Rechenexempel.

Die prekäre Finanzlage der deutschen Gemeinden ist bekannt. Sparen will man aber auch in der als besonders wohlhabend geltenden Schweiz. Im Kanton Bern will man die Rettungsdienste zu Fusionen bewegen, letztlich mit den Ziel, Geld einzusparen, schreibt die Zeitung „Der Bund“.

In der Folge soll der Rettungsdienst vom Spital Aarberg an die Sanitätspolizei Bern übertragen werden. Hausarztverbände prostestieren frühzeitig gegen solche Pläne, weil mit der Verlegung der Rettungswache vom Spital weg, auch die stetige Verfügbarkeit von Notärzten zur Transportbegleitung verloren ginge. Die Hausärzte müssten so öfter Notfalltransporte begleiten. Ein Qualitätsverlust für die Patienten, bilanzieren die Hausärzte, denn diplomiertes Anästhesiepersonal gäbe es eben nur auf den Rettungswagen, die am Krankenhaus stationiert sind.

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