Hubschrauber als Primärrettungsmittel


Köln (idw) – Das Forschungsprojekt PrimAIR untersucht Potenziale der Luftrettung zur Sicherstellung der rettungsdienstlichen Versorgung in in dünn besiedelten und strukturschwachen Gebieten.

Aufgrund des demographischen und strukturellen Wandels und dem damit einhergehenden weiteren Besiedlungsrückgang wird eine angemessene und gleichzeitig ökonomische me­dizi­nische Versorgung der Bevölkerung gering besiedelter ländlicher Gebiete immer schwieriger. Bislang werden Rettungshubschrauber in Deutschland grundsätzlich ergänzend zum bodengebun­denen Rettungsdienst genutzt, um schnell einen Notarzt zur Einsatzstelle heranzuführen und Notfallpatienten schnell zu transportieren. Lösungsansätze für die primäre Luftrettung in flächengroßen, dünn besiedelten und schwach strukturierten Gebieten werden in dem Forschungsprojekt PrimAIR entwickelt.

Als neuer Ansatz hierzu soll untersucht werden, ob eine luftgestützte Primärrettung auch als Alternative zum bodengebundenen Rettungsdienst implementiert werden kann. Luftrettungsmittel könnten dann größere Gebiete abdecken und Patienten vom Notfallort auf direktem Weg in die für sie geeigneten Kliniken transportieren. Die Potenziale, Grenzen und Anforderungen an solch ein luftgestütztes Primärrettungssystem werden in dem Forschungsprojekt PrimAIR erforscht.

Die Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes sollen dazu beitragen, die rettungsdienstliche Ver­sor­gung in einem an den notfallmedizinischen Erfordernissen orientierten Zeitrahmen weiter­hin zu gewährleisten und gleichzeitig die Effektivität und Effizienz zu optimieren. Zum ersten Kickoff-Treffen des Forschungsprojektes PrimAIR hat sich das interdisziplinäre Forschungs­konsortium bestehend aus Wissenschaftlern, Praktikern und Endanwendern vom 4. bis 5. Juli in der Fachhochschule Köln getroffen. Das Konsortium setzt sich zusammen aus dem Antwort-Ing Ingenieurbüro, dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infra­struk­tursysteme (IVI), dem Institut für Notfallmedizin der Asklepios-Gruppe (IfN), dem Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) am Klinikum der Universität München und dem Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fachhochschule Köln (IRG). Begleitet wird das Projekt von der ADAC Luftrettung, der AOK Nordost, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bundespolizei-Fliegergruppe, der DRF Luftrettung und dem Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern.

Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

(Foto: Costa Belibasakis/FH Köln)

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