Hilfe für Betroffene des Unglücks der Costa Concordia


Bonn (BBK) – Die Koordinierungsstelle Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH) des BBK bietet seit dem 14. Januar Betroffenen des Kreuzfahrtschiffsunglücks in Italien und ihren Angehörigen psychosoziale Unterstützung an.

Diese Hilfe erfolgt in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt (AA), der Identifizierungskommission (IDKO) des BKA, den Innenministerien der Bundesländer, aus denen die Betroffenen stammen sowie der Notfallseelsorge und weiteren psychosozialen Dienste, darunter auch die von Flughäfen und Fluggesellschaften.

Am Abend des 13. Januar 2012 lief das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ vor der toskanischen Küste auf felsigen Grund und schlug Leck. Aufgrund des eindringenden Wassers neigte sich das Schiff auf die Seite. An Bord befanden sich insgesamt rund 4.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Ein Großteil der Reisenden konnte von dem Havaristen gerettet werden. Von den unter den Passagieren befindlichen 560 Bundesbürgern wurden ca. zehn verletzt und zunächst in Krankenhäusern in Rom behandelt. Bisher wurden 12 Personen tot geborgen, ca. 20 Personen, davon 12 Deutsche, gelten weiterhin als vermisst. Die noch andauernden Rettung- und Bergungsarbeiten auf dem Schiff gestalten sich aufgrund der Schieflage des Schiffes als äußerst schwierig.

Seelsorgervermittlung und Beratung

Die Hilfe, die die Koordinierungsstelle NOAH den Betroffenen seit gut einer Woche anbietet, ist vielfältig. So unterstützte NOAH unmittelbar nach dem Unglück rückreisende Urlauber mit der Koordination von psychosozialer Betreuung an den Zielflughäfen durch lokale Kriseninterventionsteams und Notfallseelsorger sowie Care-Teams der Fluggesellschaften und Flughäfen.

Des Weiteren steht die Koordinierungsstelle Betroffenen, besorgten Angehörige und Vermissenden mit Informationen und Rat bei verschiedenen administrativen Fragestellungen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Ebenso werden Betroffene, Angehörige und Vermissende mit der Vermittlung von wohnortnahen psychosozialen Angeboten unterstützt. Aber auch die Reederei Costa hat bei NOAH angefragt. Sie wird von der Koordinierungsstelle zum Umgang mit den Betroffenen beraten.

Die Koordinierungsstelle NOAH wurde 2002 in Zusammenhang mit den Anti-Terrormaßnahmen der Bundesregierung geschaffen. Sie ist zentrale Ansprechstelle für Bundesbürger, die im Ausland durch Terroranschläge, schwere Unglücksfälle, Katastrophen oder Entführungen betroffen sind. NOAH setzt die durch das Auswärtige Amt im Ausland eingeleitete Betreuungsmaßnahmen nahtlos fort, indem es die Betroffenen in das inländische Versorgungssystem integriert. Gleichzeitig steht NOAH den Angehörigen der Betroffenen im Inland zur Verfügung. Über ihre 24-Stunden-Hotline unterstützt die Koordinierungsstelle die Menschen durch Informationen über wohnortnahe psychosoziale Hilfsangebote und Kontaktvermittlung oder durch Traumaberatung und Vermittlung regionaler Psychotherapeuten. Sie hilft ebenso bei administrativen Fragen und Problemen oder organisiert Betroffenen- und Angehörigentreffen oder Gedenkveranstaltungen.

Die Koordinierungsstelle NOAH ist rund um die Uhr unter der Rufnummer 0800-1888 433 erreichbar.

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