Fahrgast von anfahrendem ICE überrollt


Passau (pol) – Eine Zigarettenpause wurde gestern Abend einem 52-jährigen ICE-Fahrgast zum Verhängnis. Der Mann geriet zwischen Bahnsteig und Zug.

Planmäßig machte der Intercity Express Nr. 29 auf der Fahrstrecke von Frankfurt am Main nach Wien auf dem Gleis 5 am Hauptbahnhof in Passau einen Zwischenstopp. Ein 52jähriger Fahrgast aus Bielefeld nutzte diesen Aufenthalt für eine Zigarettenpause.

Der Zugführer setzte um 18.35 Uhr die Fahrt fort. Da die Türen des Zuges bereits verschlossen waren, rannte der 52-jährige neben dem Zug her und versuchte den Druckknopf einer Türe zu erreichen. Nach einem Lauf von etwa zehn Metern geriet der Mann zwischen Bahnsteig und Zug und wurde von diesem überrollt. Der hinzugerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Der Zugführer bemerkte den Vorfall nicht und fuhr Richtung Wien weiter. Der Zug selbst konnte erst am Hauptbahnhof in Linz begutachtet werden.

3 Responses to “Fahrgast von anfahrendem ICE überrollt”

  1. Frank on Mai 5th, 2011 11:11

    Rauchen schadet der Gesundheit 🙂

  2. Jörn on Mai 5th, 2011 12:40

    ZITAT: „Der Zugführer bemerkte den Vorfall nicht und fuhr Richtung Wien weiter. Der Zug selbst konnte erst am Hauptbahnhof in Linz begutachtet werden.“

    Kleiner eisenbahnspezifischer Tipp: Der Zugführer ist der für den Zug Verantwortliche, also derjenige, den man gemeinhin als „Oberschaffner“ bezeichnet und der im Zug nach dem Rechten schaut, der Triebfahrzeugführer ist derjenige,den man gemeinhin als Lokführer bezeichnet und vorne auf dem Führerstand der Lokomotive, des Triebzuges oder des Triebwagens sitzt. 🙂

    Also von daher ist zwar der oben zitierte Satz nicht falsch, denn theoretisch kann auch der Zugführer gemeint sein, der den Vorfall nicht bemerkt hat – falls doch, hätte dieser ja mit Sicherheit die Notbremse gezogen! Der Zugführer fuhr selbstverständlich auch weiter in Richtung Wien – und zwar im Zug! Deshalb war es in diesem Fall der Triebfahrzeugführer und nicht der Zugführer…

    So, das musste als Eisenbahnfreund („Schotterküsser“) mal gesagt werden! 🙂 Schließlich wollen wir Rettungsfachkräfte ja auch nicht permanent als Ersthelfer oder Sanitäter bezeichnet werden… 😉

  3. locco on Mai 6th, 2011 14:00

    Schön doof! Als wenn man die Tür während der Fahrt öffnen könnte. Vor allem bei einem Zug der mehr als 200 km/h auf dem Tacho hat.

    Wie hätte der Lokführer oder Schaffner das merken sollen? Die Dinger sind schließlich auch Schallgedämmt.

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