Erste Auswertung der Katastrophenschutzübung SOGRO MANV 250


Frankfurt (DRK) – „Es dauerte nur 38 Minuten bis der erste Patient auf dem Weg ins Krankenhaus war – das ist beeindruckend schnell“, berichtete Prof. Dr. Leo Latasch vom DRK Frankfurt, Projektkoordinator SOGRO, im Anschluss an die Katastrophenschutzübung.

Am Samstag den 25.Februar 2012 wurde in der Fraport-Arena eine MANV 250-Übung durchgeführt. Das Szenario: Während einer Sportveranstaltung wurde im Publikum ein Bengalisches Feuer gezündet, es kam zur Explosion und ein Teil der Tribüne stürzte ein. Massenpanik kam auf und rund 300 Verletzte mussten von den Rettungsdiensten und der Feuerwehr versorgt und gerettet werden.

1.000 Einsatzkräfte aus 16 Landkreisen, erstmals auch aus Bayern und Rheinland – Pfalz, mit 250 Fahrzeugen kamen zum Einsatz. „Die Übung SOGRO MANV 250 hat einmal mehr bestätigt, dass der hessische Rettungsdienst mit seinen Ressourcen für einen Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten hervorragend aufgestellt ist“, schlussfolgerte Staatsminister Stefan Grüttner. „Alle schwerverletzten Patienten waren nach guten anderthalb Stunden auf dem Transport bzw. schon in einer für die Behandlung qualifizierten Klinik eingetroffen“, ergänzte der Hessische Sozialminister.

Ein wichtiger Grund für diese schnelle und qualifizierte Zuweisung der Patienten lag in der Weiterentwicklung der eingesetzten PDAs (Taschencomputer und Armbänder mit integrierten Funk-Etiketten in den Farben rot, gelb, grün). Schon bei der ersten Massenanfall Übung, MANV 500, auf der Landebahn des Flughafen Frankfurts im Oktober 2010 wurden die Geräte erprobt.Damals lag der Fokus in der Transportlogistik. Bei dieser Großübung stand die Kommunikationsmöglichkeit mit den Krankenhäusern im Vordergrund. Diese wurden erstmals in die Lage versetzt, zeitnah nach Ankunft der Patienten den Triagestatus zu bestätigen oder zu verändern. Das ermöglichte den Transportkoordinatoren an der Unfallstelle unverzüglich auf die tatsächlich zur Verfügung stehenden Betten zurückzugreifen. „Das Feedback der Krankenhäuser war durchgehend positiv, die Nutzung der PDAs vereinfacht und beschleunigt viele Prozesse – da wo es auf jede Minute ankommt“, sagte Prof. Dr. Dr. René Gottschalk, Leiter Amt für Gesundheit Frankfurt am Main.

Ermöglicht wurde die SOGRO MANV 250, die „Sofortrettung bei Großschadenslagen mit einem Massenanfall von 250 Verletzten“, dank der Finanzierung des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Sie ist Bestandteil des SOGRO Forschungsprojektes im Rahmen der zivilen Sicherheitsforschung. Für den Zeitraum von vier Jahren unterstützt das BMBF das Projekt mit einer Summe in Höhe von 4,2 Mio. Euro. SOGRO MANV 250 ist die zweite Übung innerhalb des Projektes. Die Vorbereitung der Übung dauerte fünf Monate und kostete das Bundesministerium 250.000 Euro.

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