Einsatz von FSJlern umsatzsteuerpflichtig


München (BRK) – Ein 2008 verabschiedetes Gesetz sieht vor, dass der Einsatz von FSJlern umsatzsteuerpflichtig wird. Ab September bekommen die Träger des Frewilligen Sozialen Jahrs dies zu spüren.

Jugendliche, die sich im Freiwilligen Sozialen Jahr in sozialen Einrichtungen engagieren, werden mit Leiharbeitern gleichgesetzt. Folge: Ihr Einsatz wird umsatzsteuerpflichtig. Das entsprechende Gesetz ist bereits seit 2008 in Kraft, entfaltet aber aufgrund einer Übergangslösung erst im September 2009 seine volle Wirkung. Mit der Konsequenz, dass die Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres für jede FSJ-Stelle voll umsatzsteuerpflichtig werden. BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk: „Das bedeutet 19 Prozent Mehrwertsteuer jeden Monat pro FSJStelle und das womöglich auch noch rückwirkend für die letzten fünf Jahre“.

Für das Bayerische Rote Kreuz bedeutet dies möglicherweise Steuernachzahlungen in sechsstelliger Höhe. „Das ist unglaublich. Da werden scheinbar alle Möglichkeiten ausgelotet, um sogar noch Geld für die Sozialarbeit mit jungen Menschen, die sich noch in der Berufswahl befinden, zu bekommen, um die Steuerlöcher aus Banksanierungen und Konjunkturpaketen zu stopfen“, entrüstete sich Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Präsidentin des BRK und erklärte, dass dies sogar bedeuten könnte, dass sich das BRK aus der Trägerschaft des Freiwilligen Sozialen Jahres zurückziehen müsste.

Das BRK vermittelt Jahr für Jahr rund 450 junge Menschen über das Freiwillige Soziale Jahr in Kindergärten, Seniorenheime, Behindertenwerkstätten und Krankenhäuser. BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk: „Die Jugendlichen werden in ihren Einsatzstellen dringend gebraucht, denn sie können oftmals das geben, was aufgrund des enormen Zeitdrucks der Mitarbeiter zu kurz kommt: Zeit“.

2 Responses to “Einsatz von FSJlern umsatzsteuerpflichtig”

  1. rettungsdienst on August 20th, 2009 08:20

    Kann es sein, dass man in Bayern etwas verschlafen hat. Bei uns in Hessen hat man die Kosten für FSJ getrennt in Verwaltungspauschale, Bildungspauschale und Auslagenersatz. Jetzt ist nur noch die Verwaltungskostenpauschale steuerpflichtig. Das macht bei uns pro FSJ und Monat noch keine drei Euro aus. also aus meiner Sicht ertragbar und wird auch schon seit Anfang des jahres gezahlt.

    Anders sieht es bei FSJ anstelle Zivildienst aus, hier ist der komplette Betrag steuerpflichtig, somit ca. 135.- Euro je FSJ/Monat.

    Aber wenn man unterm Strich die Kosten rechnet kommt immer noch ein Vorteil heraus. Die meisten der FSJ im Rettungsdienst stehen uns noch über mehrere Jahre als Aushilfe zu erheblich günstigeren Konditionen zur Verfügung wie eine hauptamtliche Kraft. Kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, kein Urlaub, Beschäftigung nur dann wenn Urlaubswunsch, Krank oder Lehrgang für hauptamtliches Personal anfällt.

    Und auch die Betriebszufriedenheit der hauptamtlichen Kräfte kann auf diesem Weg gesteigert werden, da wir so viel flexiebler auf die Urlaubswünsche eingehen können.

    Also alles zusammen betrachtet ist FSJ zumindestens im Rettungsdienst eine Alternative zum aus finaziellen Gründen nicht mehr anwendbarem Zivildienst.

  2. firetobi on August 20th, 2009 17:26

    Bei uns werden mittlerweile wieder Zivildienstleistende anstelle von FSJ’lern eingestellt. Nachdem sie ihre 9 Monate abgeleistet haben, machen sie noch ein 3 monatiges „Praktikum“ an der Wache.
    Dadurch ´kommen wir viel günstiger weg, als wenn wir FSJ’ler einstellen würden.

    Die meisten unserer FSJ’ler/Zivi’s bleiben uns ebenfalls als Aushilfen zur Verfügung stehen.

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