Digitalradio stört Polizei- und Einsatzstellenfunk


Bonn (rd.de) – Seit Anfang August sind in weiten Teilen Deutschlands neue Radiosender in Betrieb gegangen, die Radioprogramme digital verbreiten. Die hierfür von der Bundesnetzagentur zugewiesene Sendefrequenz liegt offenbar zu nahe an den Kanälen des 2-Meter BOS-Funks. Nach Dortmund könnte in dem Digitalradio in Bonn eine Abschaltung drohen.

In der Bundesstadt wird vom 1. bis zum 3. Oktober 2011 der NRW-Tag und der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin und zahlreiche Ministerpräsidenten werden nach Bonn reisen, um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Nach Angaben des Presseamtes erwartet die Stadt weit über 300.000 Besucher.

Sicherheit hat Vorrang

Hofgartenweise, Adenauerallee, Rheinufer: Die ganze Stadt wird zur Feiermeile. Dabei hat das Thema Sicherheit auf dem 3,5 Kilometer langen Veranstaltungsgebiet oberste Priorität. Die Stadt arbeitet hierbei mit der Staatskanzlei NRW, der Bundespolizei, der Polizei NRW, dem Feuerwehr- und Rettungsdienst der Stadt, der Deutschen Bahn AG sowie dem Stadtordnungsdienst zusammen.

Natürlich sind die Einsatzkräfte auf eine reibungslose Kommunikation angewiesen. Seit dem 1. August 2011 stellt sich den Einsatzkräften unter Umständen ein neues Problem. Das Digitalradio DAB sendet auf benachbarten Frequenzen. In Dortmund kam es zu Störungen des 2-Meter Polizeifunks. Wegen einer Großdemonstration verfügte die Bundesnetzagentur kurzfristig die Abschaltung des DAB-Senders in Dortmund. Auch für den Tag der Deutschen Einheit wird offensichtlich eine solche Abschaltung für die Dauer der Veranstaltung erwogen.

Noch sind nicht viele Radiohörer von der Abschaltung betroffen. Das System DAB+ ist noch neu, die Anzahl der Digitalradioempfänger ist überschaubar, aber ein Dauerzustand kann das nicht werden.

Störungen nicht vorhersehbar

In Bonn sendet DAB+ vom Venusberg aus mit einer hoher Sendeleistung von 10.000 Watt. Die verwendete Frequenz beträgt 174,928 MHz. Der höchste verwendete 2-Meter-Kanal der Bonner Polizei liegt bei 173,580 MHz, die Feuerwehr funkt auf 173,140 MHz. Daraus ergibt sich für Bonn ein Mindestabstand vom 1,348 MHz zum Radiosender. Störungen sind bei einem solchen Abstand kaum zu erwarten. Die 2-Meter-Kanäle weisen untereinander nur einen Abstand von 0,02 MHz auf. Ein billiges Transistorradio aus dem Baumarkt trennt starke Radiosender auf UKW in einem Abstand von 0,2 MHz ordentlich voneinander. Sollten die zum Teil altersschwachen BOS-Handfunkgeräte hier deutlich schlechter abschneiden?

Kommt es tatsächlich zu Beeinträchtigungen des BOS-Funkverkehrs, sind dauerhafte Lösungen dringend gefragt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst können nicht einfach auf den Tetra-Digitalfunk warten, die Radiomacher können nicht bei jeder Großveranstaltung ihren Sendebetrieb einstellen.

2 Responses to “Digitalradio stört Polizei- und Einsatzstellenfunk”

  1. Stefan on September 15th, 2011 18:03

    Wieos verbreitet ihr Fehlinformationen?

    >Sicherheit hat Vorrang

    Hofgartenweise, Adenauerallee, Rheinufer: Die ganze Stadt wird zur Feiermeile. Dabei hat das Thema Sicherheit auf dem 3,5 Kilometer langen Veranstaltungsgebiet oberste Priorität
    ———————–

    Hätte das Thema sicherheit vorrang,würden die Einsatzkräfte ordentliche Kommunikationsgeräte benutzen.

    Die abschaltung resultiert gerade aus dem Fakt,das die sicherheit eben keine Priorität hat.
    Der selbe fall wie beid er VDS.

    Weil die Verantwortlichen massiv an sinnvollen maßnahmen sparen,wird der Bürger überall gegängelt.

    Wenn Polizei und co. endlcih auf Digitaltechnik umstellen würden,würde das massiv geld sparen,und die sicherheit erhöhen.

    Die abschaltung von dab+ ist nur eine nebelkerze,die man aber regelmässig zünden kann,was natürlich für Krimminelle verantwortunsträger besser für Wahlkämpfe und co. ist.

  2. Jens on Oktober 2nd, 2011 09:47

    Fast wie früher in der DDR, kein weiterer kommentar nötig oder.?

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