Deutschland übergibt Tsunami-Warnsystem


Berlin/Jakarta (BMBF/DRK)- Die Menschen in Indonesien können künftig besser vor Naturkatastrophen geschützt werden: Das maßgeblich von deutschen Wissenschaftlern entwickelte Tsunami-Frühwarnsystem nimmt heute seinen Betrieb auf.

Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono hat gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel (MdB), die Frühwarnzentrale in Jakarta eingeweiht.

Das so genannte Decision Support System (DSS), das von Deutschland bereitgestellt wurde, ist das Herzstück der neuen Warnzentrale. Es unterstützt weitgehend automatisiert die Entscheidungsfindung, ob – und wenn ja wo – Alarm ausgelöst werden muss. Im DSS laufen alle verfügbaren Informationen zusammen. Danach erfolgt der Abgleich der Daten mit bereits berechneten möglichen Tsunami-Simulationen an den Küsten Indonesiens. Alle Komponenten des Frühwarnsystems in Indonesien sind betriebsbereit, auch wenn das Sensornetzwerk noch weiter verdichtet werden muss.

Der weitere Ausbau erfolgt in enger Kooperation mit indonesischen Stellen sowie mit der UNESCO und deren zwischenstaatlicher ozeanographischer Kommission, die die Koordination für ein übergreifendes Frühwarnsystem für den Indischen Ozean übernommen hat. Für die Systemoptimierung und den Aufwand für den Know-how-Transfer für den Betrieb stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2010 weitere 6 Millionen Euro bereit.

Unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, vertreten durch das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) arbeiten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen in enger Kooperation: das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Stiftung Alfred-Wegener-Institut (Stiftung AWI), das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), das Forschungszentrum Geesthacht (GKSS), das Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU).

Bei der eigentlichen Bevölkerungswarnung ist unter anderem das DRK aktiv. Das Rote Kreuz hat die Entwicklung des Systems aktiv unterstützt. Über 2.000 indonesische Rotkreuzhelfer haben in den letzten Jahren trainiert, um Warnungen an die Bevölkerung weiterzugeben.

„Die letzten Meter sind die wichtigsten. Sie sind aber zugleich das schwächste Glied in der Warnkette. Ein Netzwerk von gut geschulten, freiwilligen Helfern ist unerlässlich, damit die Warnungen schnell bei allen Küstenbewohnern ankommen“, sagt Christoph Müller, DRK-Delegationsleiter in Indonesien.

Zum Teil werden Trommeln oder andere einfache Mittel benutzt, um die Menschen zu alarmieren. Auch die lokalen Minarette können vom Roten Kreuz genutzt werden, um vor einem Tsunami zu warnen. Die Trainings wurden auf den Inseln Bali, Java und im Norden und im Westen Sumatras in der Region Aceh durchgeführt.

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