Terrorgefahr: Notfallversorgung benötigt Vorbereitung


TerrorismusBerlin (DGU) – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat angesichts einer erhöhten Terrorgefahr in Deutschland ihre Mitgliedskliniken aufgefordert, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Unter anderem empfiehlt die DGU Krankenhaus-Alarm- und Einsatzpläne zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren, Übungen für einen Massenanfall von Verletzten (MANV) durchzuführen und ausreichend OP-Material vorzuhalten.

„Die Unfallversorgung ist hierzulande auf Massenanfälle von Verletzten bei Pkw-Serienunfällen, Zug- oder Busunglücken sowie Massenpaniken gut vorbereitet. Leider zählen derzeit auch terroristische Anschläge zu den zu erwartenden Großschadensereignissen, sodass wir die Kliniken zu einer erhöhten Alarmbereitschaft aufgerufen haben“, sagt DGU-Generalsekretär Professor Reinhard Hoffmann.

Terrorismus: Kliniken in erhöhter Alarmbereitschaft

Die zunehmende Terrorgefahr in Deutschland stelle eine besondere Herausforderung für die Unfallchirurgie dar, da es sich sehr schnell um eine erhebliche Anzahl verletzter und schwerverletzter Patienten handeln könne. Dank der Initiative „TraumaNetzwerk DGU“ hätten Unfallchirurgen in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass sich die Versorgung von Schwerverletzten auch bei einem MANV deutlich verbessert habe. So verfüge Deutschland derzeit über ein Notfallnetz mit über 600 unfallchirurgischen Kliniken und Abteilungen, die sich in 51 zertifizierten regionalen Traumanetzwerken zusammenschlössen, informiert die DGU.

„Die Zusammenarbeit der Traumazentren in den regionalen Traumanetzwerken, eng abgestimmt mit den Rettungsdiensten, hat sich bereits in der Vergangenheit wiederholt bewährt. Insbesondere bei Massenunfällen auf Autobahnen und Großveranstaltungen sowie Bahnunglücken können viele Patienten schnell und effizient versorgt werden“, so Hoffmann, der als Ärztlicher Direktor an der BG Unfallklinik Frankfurt am Main tätig ist.

Im Fall eines MANV gebe es in einem Traumanetzwerk klar definierte Ablaufpläne. Dabei gälten so lange wie möglich die Qualitätsansprüche der individualmedizinischen Versorgung von Schwerverletzten. „Sind die lokalen Ressourcen überlastet, kann über die Struktur des Traumanetzwerks eine überregionale Versorgung in geordneten Bahnen angeboten werden“, sagt Hoffmann. Zudem habe die DGU in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Deutschland ein nationales Krankenhausregister ausgearbeitet. Zukünftig gebe es damit eine bundesweite Übersicht über die Versorgungskapazitäten für Traumapatienten.

Darüber hinaus verfüge jede Klinik über den gesetzlich vorgeschriebenen Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplan. Darin ist die Betriebsumstellung vom Regelbetrieb auf einen „Notfallbetrieb“ beschrieben. Er umfasst Lage- und Ablaufpläne, Wege der Mitarbeiteralarmierung sowie ein situationsangepasstes Ressourcenmanagement.

„Gerade in Zeiten erhöhter Terrorgefahr ist eine gute Vorbereitung der Kliniken notwendig. ‚Vorbereitet sein!‘ ist einer unserer Schlüsselsätze. Dazu gehört, dass der Katastrophenplan einer Klinik aktuell gehalten und in regelmäßigen Abständen praktisch erprobt wird“, so Hoffmann.

(Symbolfoto: Niko Endres/Fotolia; 28.12.2015)

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