Bundeskabinett billigt Feuerwehrführerschein


Berlin (pm) – Das Bundeskabinett hat heute den von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes gebilligt. Laut Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums wird mit der Gesetzesänderung den Landesregierungen die Ausstellung der Fahrberechtigungen übertragen. So sollen passgenaue Regelungen nach den jeweiligen regionalen Gegebenheiten getroffen werden können. „Jetzt ist der Weg frei für Erleichterungen beim Feuerwehrführerschein“, so Ramsauer. „Ich bin überzeugt, dass auch Brüssel uns keine Steine in den Weg legen wird.“

Hintergrund: Den Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdiensten und technischen Hilfsdiensten stehen immer weniger Fahrer für Einsatzfahrzeuge bis 4,75 Tonnen beziehungsweise 7,5 Tonnen zur Verfügung. Seit 1999 dürfen mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B (Pkw) nur noch Kraftfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3,5 Tonnen gefahren werden.

Tritt die Änderung des Straßenverkehrsgesetzes in Kraft, können betroffene Organisationen nicht nur eine interne Einweisung, sonder auch eine organisationsinterne Prüfung auf Einsatzfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 7,5 Tonnen durchführen. Laut Ramsauer ist dies ein einfaches und kostengünstiges Verfahren. „Ich gehe davon aus, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung spätestens im Frühjahr 2011 in Kraft treten kann“, so der Bundesverkehrsminister.

28 Responses to “Bundeskabinett billigt Feuerwehrführerschein”

  1. Carsten on Dezember 16th, 2010 09:46

    Kann nur hoffen das der „Feuerwehrführerschein“ bald durch ist, da sonst unser LKW und unser ATW bei nem Gesetzeskonform abgewickelten Einsatz in der Garage bleiben müßten. Haben für die jeweiligen Fahrzeuge nur jeweils eine Person mit gültigem Führerschein, welche auch beide auswärts arbeiten.

  2. Schdaeff on Dezember 17th, 2010 01:05

    Da kann man nur hoffen, dass die Damen und Herren in Brüssel vernünftiger sind als unsere Regierung und diesem Irrsinn einen Riegel vorschieben. Mit Mamas Polo zum Magazin und dann ohne fundierte Ausbildung nen LKW fahren. Und das ganze dann auch noch mit Sonderrechten. Das kann nur schief gehen. Mittlerweile wollen selbst hohe Vertreter der Hilfsorganisationen dieses Risiko nicht eingehen und sprechen sich dagegen aus. Und das ist gut so.
    Bei mir braucht sich jedenfalls niemand bewerben, der keinen Führerschein für unsere Fahrzeuge hat.

  3. charlie-zulu on Dezember 17th, 2010 11:04

    Ich befürchte hier ein ganz großes geschiebe von Fahrerlaubnissen, gerade weil ja anscheinend einige (dringend) benötigt werden.

    Interne Prüfungen? Kann nur funktionieren.

  4. Easy on Dezember 17th, 2010 12:16

    Ich kann nicht verstehen, wie sich die Aufgabenträger so einfach um die Ausbildungskosten für die Fahrer herumdrücken können und ein Großteil der ehrenamtlichen Helfer auch noch Beifall dazu klatscht!

    Wer sichere und zuverlässige Fahrer für Einsatzfahrzeuge haben will, der muß auch entsprechend investieren! Genau wie zB. ein Sani-Lehrgang, ist auch der Führerschein für größere Fahrzeuge eine ganz normale Zusatzausbildung, die ein Helfer machen sollte, um gut ausgebildet und best möglich vorbereitet als Einsatzfahrer anzutreten.
    Ehrenamtliche Helfer sind hier doch nicht unanfälliger für Unfälle als hauptamtliche Kräfte. Und bei denen ist eine entsprechende Fahrerlaubnis auch verpflichten bei der Fahrschule zu erlangen!

    In Interesse unserer eigenen Sicherheit sollten wir hier nicht Beifall klatschen und Jubeln, weil der ein oder andere bald „großes Blaulichtauto“ ohne Führerschein bewegen darf! Stattdessen sollten wir lieber unsere Aufgabenträger in die Pflicht nehmen und der Öffentlichkeit klar machen, dass sich hier um Kosten gedrückt wird, zu Lasten unserer Sicherheit!

  5. Chris on Dezember 17th, 2010 14:28

    Ist ja dann alles interne Sache wer einen Führerschein bekommt und wer nicht. Einige Organisationen und deren Gliederungen werden den Führerschein zulassen anderen ist die Gefahr zu groß.
    Im Endeffekt liegt es aber auch an der Führungskraft geeignete Kräfte für diesen Führerschein auszusuchen und nicht jeden „Depp“ den Lappen machen lassen. Natürlich wären dann auch regelmäßige Bewegungsfahrten mit den Führerscheininhabern und den LKWs nicht gänzlich verkehrt.

    Ich begrüße diesen Führerschein da dadurch unserem KTW-B mehr Fahrer, vorallem auch Fahrer mit Blaulichterfahrung, zur Verfügung stehen. Es besteht zwar im Moment auf dem Blatt kein Mangel an Fahrern, jedoch sieht es in der Arbeitszeit tagsüber doch mau aus.

    Ich selber bin von diesen leidigen 3,5t betroffen, jedoch halte ich und auch die OV Führung mich für fähig, dieses Auto mit dem neuen Führerschein dann zu fahren.

  6. locco on Dezember 17th, 2010 14:55

    Zur Erinnerung: vor knapp 10 Jahren konnte man den 3er Führerschein machen, mit diesem durfte man ohne Probleme 7,5 Tonnen Kfz bewegen.

    Aufgrund der tatsache, dass nicht jede Hio über die finanziellen Mittel verfügt um ausreichend ehrenamtlichen Helfern den C1 zu finanzieren, ist der FW-Führerschein eine gute Lösung.

    So gut wie jede Hio verfügt über ausreichend Fahrzeuge um Fahrertrainings durchzuführen. Außerdem kann man Fahrsicherheitstrainings beim ADAC belegen, da lernt man an einem Tag eine ganze Menge über das Fahrverhalten eines Fahrzeugs.

    Ebenso könnte man ähnlich wie beim begleiteten Fahren ab 17 Jahren ein ähnliches Modell beim führen von Sonder-Kfz einführen.

  7. Easy on Dezember 18th, 2010 10:14

    Das überzeugt doch alles nicht. Die alte Lösung, der Fahrerlaubnis-Kl. 3 wurde abgeschafft, mit gutem Grund. Fahrzeuge mit zulässiger Gesamtmasse 7,49to sind ganz klar LKW-Fahrgestelle. Hier ist schon die Fahrphysik eine andere als bei PKW und Kleintransporter. Eine umfangreiche Ausbildung und Schulung des Fahrers ist da absolut notwendig!

    Und jetzt zu der Frage, wer bildet eigentlich aus?
    „Erfahrene“ Kollegen aus der eigenen HiOrg sollen es also sein. Wer gilt denn ab wann als erfahren genug, sich als Fahrlehrer zu betätigen? Die reguläre Ausbildung zum Fahrlehrer dauert min. 10 Monate (5 Monate Fahrlehrerfachschule,1 Monat Vorbereitungsseminar Fachkundeprüfung, 4 1/2 Monate an der Ausbildungsfahrschule). Und dann darf „nur“ PKW ausgebildet werden. Für die Fahrlerhererlaubnis LKW werden nochmal 2 Monate Ausbildung gefordert. Welcher der Kollegen kann diesen Ausbildungsumfang vorweisen?

    Natürlich empfiehlt es sich für JEDEN Fahrer ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Ein solches ersetzt aber keinesfalls eine fundierte Fahrschulausbildung, sondern setzt sie im Gegenteil sogar voraus. Solche Seminare sind Zusatzausbildungen zur Grundvoraussetzung „Führerschein“. Übrigens gilt auch hier, dass solche Seminare nur dann Sinn machen, wenn der Ausbilder entsprechend geschult ist. Welche HiOrg verfügt über das entsprechend ausgebildete Personal? (Von infrasturkturellen Voraussetzungen wie einem geeigneten und entsprechend ausgebauten und gesicherten Übungsplatz ganz zu schweigen)

    De rVorschlag mit dem Begleiteten-Fahren klinkt gut. Ist aber doch ein Zirkelschlussargument. Begleiten darf nur der, der selbst über die entsprechende Fahrerlaubnis verfügt. Warum soll ich den daneben setzen, wenn er selbst das Einsatzfahrzeug fahren kann?

    Die alte Führerscheinregelung wurde abgeschafft, um Sicherheit zu schaffen und von den Fahrern ein Mindestmaß an Ausbildung einzufordern, bevor LKW und Kleintransporter im Straßenverkehr bewegt werden. Diese neue Regelung ausgerechnet dort aufzuweichen, wo ein bis zu 7fach erhöhtes Unfallrisiko bei der Fahrt (vgl. entspr. Studien) besteht, macht einfach keinen Sinn. Unsere Einsatzfahrer brauchen zusätzliche, umfangreichere Schulungen und Seminare um bestens auf die Einsatzfahrt vorbereitet zu sein und nicht ein Weniger an Ausbildung!

  8. gerry80 on Dezember 18th, 2010 12:14

    Liebe Kollegen,

    lassen wir doch mal die Kirche im Dorf,
    ob man nun mit einem Führschein bis 3,5t oder bis 7,5t (bzw „Sonderführerschein 4,25t) ein Fahrzeug mit Sonderrechten führt, macht erstmal gar keinen Unterschied !
    Die Erfahrung (abgeleistete Kilometer) auf solchen Fahrzeugen und die Persönlichkeit des Fahrers macht es aus, ebenso wie man darauf vorbereitet worden ist.

    Ob HiOrgs oder Feuerwehren, alle hätten genug Geld um Ihre Einsatzkräfte die erforderlichen Ausbildungen machen zu lassen die man heutzutage braucht.
    Denn alle wussten lange genug, das es auf Sie zukommen wird.
    DER WILLE fehlt, und das ist für mich auch nachvollziehbar, denn wer kennt den Spruch der Kollegen nicht? ;
    Früher gings doch auch ohne 😉

    Ich persönlich bin sogar für eine Verschärfung der Regeln, in Richtung eines Fahrsicherheitstrainings für Einsatzkräfte mit jährlicher Wiederholung für ALLE ohne Ausnahme zur Erlaubnis des führens eines Einsatzfahrzeugs.

    Gruß Gerry

  9. Guy on Dezember 18th, 2010 12:50

    Also das man EHRENAMTLICHEN Kräften die Möglichkeit gibt Fahrzeuge >3,5t zu fahren finde ich erstmal nicht weiter schlimm.
    Nur weil so ein KTW-B meinetwegen eine zulässige Gesamtmasse von 4,25t hat ist es vom Fahrverhalten identisch mit dem Sprinter/Crafter etc. der eine Zulassung für <3,5t hat.

    Den Führerschein jetzt auszubauen auf 7,5t finde ich aber nicht nur falsch sondern auch gefährlich.
    Natürlich kommen jetzt wieder die Argumente wie "vor 15 Jahren durfte ich auch mit Klasse 3 bis 7,5t (und teilweise darüber) fahren". Ja, vor 15 Jahren ging das. Heute aber nicht mehr. Und das mit Recht.
    Ein 7,5t schweres Einsatzfahrzeug hat ein völlig anderes Fahrverhalten als ein Pkw oder ein leichtes Nutzfahrzeug mit 4,25t.

    Und das auf jeden Fall schon mal überhaupt nicht funktionieren kann ist die Umschreibung nach x Jahren in einen -auch privat nutzbaren- regulären Führerschein.

    By the way, auch bei uns wird niemand eingestellt werden der über keine "vernünftig" erworbene Fahrerlaubnis für unsere Fahrzeuge verfügt.
    Ganz sicher nicht und das ist auch gut so.

  10. charlie-zulu on Dezember 18th, 2010 13:23

    Früher (TM) war alles besser, ja.. :rolleyes:

    Wer nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt kann den Job halt nicht erledigen. Solange aber das System ständig an die angepasst wird, die am wenigsten Geld haben, wird sich auch nichts ändern.
    Erst den Job machen wollen und später über fehlendes Geld jammern. Jo.

    Würden massenhaft die Organisationen sagen: „Geht nicht, kein Personal, keine Ausbildung, etc etc“ wird irgend jemand schon reagieren. Der Job MUSS ja schließlich gemacht werden.

    Sich aber die billig-Führerscheine zu erfreuen ist nicht der richtige Weg.

  11. locco on Dezember 20th, 2010 13:23

    Man sollte in diesem Fall etwas zwischen Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen Rettern differenzieren. Der Hauptberufler wird dafür bezahlt im Rettungswagen zu sitzen, also kann er auch dafür sorgen und bezahlen, den C1 zu machen.

    Von einem Ehrenamtler kann nicht erwartet werden, dass er nur für das Hobby einen C1 für über 1000 € macht und das auch noch aus eigener Tasche zahlt. Und es gibt durch aus Hios, die es sich nicht leisten können allen notwendigen Helfern den C1 zu finanzieren.

  12. Chris on Dezember 20th, 2010 13:35

    Zur der Sache mit dem Fahrverhalten:
    Die Fahrer mit dem neuen Führerschein müssten dann halt, meiner Meinung nach, XX Stunden Fahrpraxis pro Jahr auf dem schweren Fahrzeug nachweisen. Somit wird der Umgang mit diesem Fahrzeug gelernt und wenn das Fahrzeug in einem Einsatz mit 5kmh weniger zur Einsatzstelle gefahren wird ist es halt so.
    Außerdem glaube ich, dass auch viele Kräfte mit dem alten 7,5t Führerschein keine Ahnung haben wie sich ein 7,49t schweres Fahrzeug verhält, weil sie es einfach auch noch nie gefahren sind.

  13. charlie-zulu on Dezember 20th, 2010 16:09

    „Von einem Ehrenamtler kann nicht erwartet werden, dass er nur für das Hobby einen C1 für über 1000 € macht und das auch noch aus eigener Tasche zahlt.“

    Wo kommen wir denn da auch hin wenn man für sein „Hobby“ Geld ausgeben müsste. Als ob es nicht schon genug wäre einen vollwertigen Arbeitsplatz zu vernichten.

  14. Easy on Dezember 20th, 2010 20:11

    @locco: Wo liegt denn bitte beim Fahren des Einsatzfahrzeuges der Unterschied zwischen Hauptamt und Ehrenamt?
    Ich glaube, da gibt es keinen!?
    Man kann in den Bereichen, über die wir hier reden, nicht zwischen Haupt- und Ehrenamt diffenrenzieren. Oder können wir im RD etwa sagen: „Tut mir leid, ich kann das EKG nicht auslesen, weil ich Ehrenamtler bin!“? Nein, können wir nicht. Und auch die Freiwilligen bei der Feuerwehr können im brenenden Haus nicht sagen:“Ey Feuer, brenn mal weniger, ich bin ja kein Berufsfeuerwehrmann!“.

    Es gibt auch beim Fahren vom Einsatzfahrzeug keinen Unterschied in der Anforderung, zwischen Haupt- und Ehrenamt. Vorteil Hauptamt: mehr Kilometer im Jahr!

    Im Übrigen hat ja auch niemand gesagt,dass der Ehrenamtle rden Führerschein selbst zahlen soll! Das sind Kosten, die, wie auch solche für Bekleidung, FME usw, vom Aufgabenträger/HiORG zu tragen sind. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man da klar sagt: nein, wir wollen gut und bestmöglich ausgebildete Ehrenamtler und keine 0815-Lösungen, nur damit Geld gespart wird.

    Das Problem war vorhersehbar, man hätte frühzeitig Engpässen vorbeugen können. Stattdessen wird jetzt, auf unserem und dem Rücken der Hilfebedürftigen, zulasten der Sicherheit gespart!

    Ich finde das schade. Aber wie immer, die Führung kann sich drauf verlassen, dass genug Leute im eigenen Laden heiß darauf sind, die Aktion mit zu tragen. Weil Blaulichtfahren ja so toll ist…

  15. Status3 on Dezember 20th, 2010 22:18

    @charlie-zulu: Bitte, wenn das Ehrenamt nicht erwünscht ist macht man den Kat-Schutz eben dicht. Scheitn so so viele arbeitswillige Hauptamtliche zu geben, die ihn ausfüllen könnten. Unglaublich deine Aussage! Der Kat-Schutz ist wohl kaum eine Konkurrenz für den Regelrettungsdienst und von einem Ehrenamtlichen eine Aufwendung von 1000€ zu verlangen ist völlig daneben. Ich kann locco in diesem Falle nur zustimmen: Jemandem, der damit etwas verdienen möchte, kann auch eine gewisse Investition zugemutet werden. Ob man das sollte ist eine andere Frage.

  16. locco on Dezember 21st, 2010 00:42

    @charlie-zulu

    Von der „neuen“ Regelung sind doch nicht nur KTW und RTW betroffen. Sondern auch alle anderen Kfz, wie Lkw für Material, Löschfahrzeuge der FF, KatS-Lkw etc. Es gibt durchaus Bereiche im Ehrenamt, bei denen keine Arbeitsplätze vernichtet werden! Also was für ein Blödsinn….

  17. Malta_IN on Dezember 21st, 2010 08:05

    charlie-zulu on Dezember 20th, 2010 16:09
    „… Wo kommen wir denn da auch hin wenn man für sein “Hobby” Geld ausgeben müsste. Als ob es nicht schon genug wäre einen vollwertigen Arbeitsplatz zu vernichten. “

    Nicht der Ehrenamtliche vernichtet Arbeitsplätze.

    Grundsätzlich sind bestimmte Dienste ohne Ehrenamtliche nicht leistbar, z.B. Sanitätsdienst. Vor allem der Katastrophenschutz und die rettungsdienstlichen Großschadensereignisse sind auf gut ausgebildete Ehrenamtliche angewiesen.

    Ehrenamtliche bringen sich mit ihrer wertvollen Zeit und Arbeitskraft ein, dass muss geschätzt und auch gewürdigt werden. Eine Art der Würdigung ist es, im die notwendigen Ausbildungen, Arbeitsmittel und Schutzkleidung die er für seinen Dienst benötigt an die Hand zu geben.

    Wir können die Chance „Feuerwehrführerschein“ nutzen und unsere Helfer gut in Theorie und Praxis mit Hilfe von Fahrmoderatoren und Fahrlehrern aus- und in den Folgejahren fortzubilden. Man kann aber auch die Chance unter dem Aspekt „ich spare mir Kosten FSK C1 x XY Helfer“ vertan.

    Wir selbst haben es in der Hand wie gut unsere Helfer aus- und fortgebildet sind. Und wenn wir die Meinung haben, dass wir Hilfe dabei benötigen, dann müssen wird uns hierbei professionelle Hilfe in Form eines Fahrlehrers holen.

  18. charlie-zulu on Dezember 21st, 2010 13:21

    „und von einem Ehrenamtlichen eine Aufwendung von 1000€ zu verlangen ist völlig daneben.“

    ..und warum genau?

    Bei einem Fußballverein wir einem die Vereinskleidung meist gestellt (bzw. Sponsor), wogegen man seine Schuhe mitbringen muss. Genauso wie bei jedem anderen Hobby muss man teilweise (viel) selbst investieren und bekommt nicht jeden Scheiß vor die Füße geworfen.

    Die meisten Jobs, bei denen man ein KFZ führen muss, verlangen bei Einstellung den Nachweis, dass man die benötige Fahrerlaubnis besitzt.
    Wieso sollte jetzt eine vernünftige staatliche Prüfung keine Voraussetzung mehr sein?

    …und dieses gejammere „Ja, dann macht den KatS halt dicht!“ spricht für sich, dass kann ich auch nicht mehr hören!
    Dicht machen ist gar keine Option, auch wenn das hinschmeißen hier scheinbar die einzige Lösung für einige ist, sobald man nicht den Schnuller gereicht bekommt.

    Wenn Fahrer gebraucht werden muss das so auch gefordert werden: Finanziert Führerscheine! Ansonsten ist der Job nicht ausführbar.
    Dann aber NICHT fordern: „Lasst uns doch interne Prüfungen machen, dass wird voll toll“, sondern direkt sagen: „Komplette Führerscheine finanzieren lieber Staat, sonst könnt ihr den KatS selbst machen!“

    Ne, da wird lieber geklatscht und gejubelt, wie geil es doch ist, irgendwelche Typen nun mit internen Prüfungen zu einer Fahrerlaubnis zu verhelfen. Geil-0-mat.

    „Jemandem, der damit etwas verdienen möchte, kann auch eine gewisse Investition zugemutet werden. Ob man das sollte ist eine andere Frage.“

    .. noch mehr Sparpotential. Dann lasst uns doch alle den RD & Feuerwehr komplett ehrenamtlich machen. Wofür brauchen wir dann überhaupt noch Hauptamtliche. Dann muss auch keiner mehr seinen Führerschein bezahlen, höchstens noch die Ausbildung, aber das kriegen wir auch noch hin, dass dies irgendwie möglichst kostenfrei von statten geht.

    Zack ist die Welt wieder super und jeder kann drauf los retten.

    „Nicht der Ehrenamtliche vernichtet Arbeitsplätze.“
    Nein, Schwarzarbeiter auch nicht.

    „Wir selbst haben es in der Hand wie gut unsere Helfer aus- und fortgebildet sind. Und wenn wir die Meinung haben, dass wir Hilfe dabei benötigen, dann müssen wird uns hierbei professionelle Hilfe in Form eines Fahrlehrers holen.“

    Ob sich da auch ehrenamtliche Fahrlehrer finden? Wie das wohl die hauptamtlichen Fahrlehrer und Fahrschulen finden, wenn plötzlich irgendwelche Typen ihren Job weg nehmen und da kostenlos Unterricht machen und bestenfalls noch Prüfungen abnehmen?!

    Dann noch schnell ein paar ehrenamtliche Fahrsicherheitslehrer, die dem ADAC&Co. auch noch ihre kostenpflichtigen Fortbildungen klauen,.. herrlich, man kann soviel erreichen, wenn man hauptamtlichen ihren Job weg nimmt.

  19. locco on Dezember 21st, 2010 15:30

    @charlie-zulu

    Deiner Argumentation kann ich nicht mehr folgen.

    Ein Hobby ist ein Hobby. Wenn ich das aufüben möchte, muss ich es auch finanzieren. Aber in dem Moment, indem man etwas für andere tut, kann man nicht erwarten, das derjenige unmengen an Geld investiert. Fussballschuhe mit einem C1-Führerschein zu vergleichen passt absolut nicht.

    Die Fahrschulen werden auch weiter ihr Geld verdienen. Es geht schließlich nicht darum, jeden Helfer einer Hio mit einem allgemein gültigen C1 kostenlos auszustatten, sondern darum geeignete Personen die auch Charakterlich dafür geeignet sind alle möglichen Fahrzeuge zu bewegen, nicht nur einen KTW/RTW.

    Beiberufstätigen Helfern sollte man schon erwarten können, dass diese den C1 in einer Fahrschule machen.

    Mal ganz abgesehen davon, dass selbst eine interne ausbildung nicht kostenlos für die Helfer ist. Diese investieren trotzallem Freizeit und Engagement
    welches oft über das Maß hinaus geht, was ein Fußballtrainer investiert. Um mal bei den Fussbalschuhen wieder anzuschließen.

    Den Vergleich zwischen Schwarzarbeit und Ehrenamt stinkt gewaltigt. Da muss jemand schon ganz schön frustiert sein, um so zu argumentieren.

  20. locco on Dezember 21st, 2010 15:50

    @Easy:

    Ich denke da gibt es einen Gewaltigen Unterschied, was die finanzielle Grundlage betrifft.

    Erstens sind bei weitem nicht alle Hios in der Lage die Kosten für die Ausbildung bei einer Fahrschule zu übernehmen.

    Zweitens ist es gelegentlich so, dass die Hio von dem Helfer erwartet einen C1 mitzubringen, was nicht sein darf.

    Mal ein Bsp. zum Führen von Rettungsbooten:

    Bei der DLRG Berlin ist es notwendig 15 Std. Fahrpraxis vorzuweisen bevor man sich zum BoFü beim LV anmeldet. Dazu kommen mehrere Stunden an Ausbildungsfahrten dazu. Der Standart ist im Vergleich zu dem amtlichen BoFü ist also um einiges höher..

    In sachen Lkw-Schulung kann das auch funktionieren. Wobei hier die Grundlage schon eine ganz andere ist. Man kann hierbei festlegen wie lange die Person zur internen Schulung bereits einen FS B besitzen muss. Beispielsweise Mindestalter 25 Jahre, mind. 3 Jahre Führerscheinbesitz, keine Punkte in Flensburg, keine Vorstrafen etc.
    Damit steht fest, dass der Anwärter einiges an Voraussetzungen mitbringen muss um überhaupt an der internen Ausbildung teilzunehmen.

    Ich gebe easy natürlich recht, dass der Ausbildungsstandart der Gleiche sein muss.

    Wobei ich auch sagen muss, dass mir der eine oder andere ehrenamtliche RettAss der mir im Laufe der Zeit begegnet ist, auch nicht besonders professionell erschien.

  21. charlie-zulu on Dezember 21st, 2010 19:25

    „@charlie-zulu
    Deiner Argumentation kann ich nicht mehr folgen.

    Ein Hobby ist ein Hobby. Wenn ich das aufüben möchte, muss ich es auch finanzieren. Aber in dem Moment, indem man etwas für andere tut, kann man nicht erwarten, das derjenige unmengen an Geld investiert. Fussballschuhe mit einem C1-Führerschein zu vergleichen passt absolut nicht.“

    Warum kann ich plötzlich nicht mehr erwarten, dass man in sein Hobby investiert?! Nur weil es um ein Hobby geht, bei dem man anderen hilft? Wenn ich, um beim Fußball zu bleiben, nun aus absoluter Nächstenliebe gerne anderen Fußball beibringen möchte, kriege ich jetzt auch einen Trainerschein (inkl aller nötigen Führungszeugnisse und ärztl. Atteste) vom Staat bezahlt oder bleibe ich darauf sitzen?!

    Nur weil man anderen hilft ist das kein Freifahrtsschein (ha..ha.. wie passend), um alles mögliche hinterher geschmissen zu kriegen oder um staatliche Prüfungen und Ausbildungen zu umgehen. Ist einem das zu teuer kann man sich genauso gut ein anderes Hobby suchen.

    „Die Fahrschulen werden auch weiter ihr Geld verdienen. Es geht schließlich nicht darum, jeden Helfer einer Hio mit einem allgemein gültigen C1 kostenlos auszustatten, sondern darum geeignete Personen die auch Charakterlich dafür geeignet sind alle möglichen Fahrzeuge zu bewegen, nicht nur einen KTW/RTW.
    Beiberufstätigen Helfern sollte man schon erwarten können, dass diese den C1 in einer Fahrschule machen.“

    Warum? Einerseits wird oben gesagt, dass es keinen Unterschied macht ob ehrenamtlich oder hauptberuflich. Beide fahren die gleichen Fahrzeuge, nur dass die hauptamtlichen Helfer mehr Kilometer reißen.
    Anders herum reicht dann doch auch der Billigschein für hauptamtliche Kräfte. Der Chef bestimmt mit der Einstellung automatisch wer charakterlich geeignet ist.

    Oder sollte das einzige „Argument“ wirklich sein: Wer damit Geld verdienen will (muss) soll gefälligst selbst zahlen. Das kann man ja dann erwarten. (Obwohl er damit anderen hilft).

    Überhaupt, wofür brauchen dann Berufskraftfahrer noch „offizielle“ Scheine und teure Ausbildungen? Dann kann der Chef auch dort entscheiden, wem er seine wertvolle Fracht anvertraut und einstellt. Jeder bekommt betriebsintern von erfahrenen Kraftfahrern ne schnelle Einweisung und „Prüfung“ verpasst.

    „Mal ganz abgesehen davon, dass selbst eine interne ausbildung nicht kostenlos für die Helfer ist. Diese investieren trotzallem Freizeit und Engagement
    welches oft über das Maß hinaus geht, was ein Fußballtrainer investiert. Um mal bei den Fussbalschuhen wieder anzuschließen.“

    Das suchen die sich doch selbst aus. Wem das zuviel ist, der möge sich ein weniger zeitintensives Hobby zulegen, z.B. Fußballtrainer.

    „Den Vergleich zwischen Schwarzarbeit und Ehrenamt stinkt gewaltigt. Da muss jemand schon ganz schön frustiert sein, um so zu argumentieren.“

    Einer der wenigen Unterschiede zwischen Ehrenamt und Schwarzarbeit ist, dass ersteres legal ist und die ehrenamtlichen nicht vor dem Zoll weglaufen müssen.

    Aber mal direkt, was genau „stinkt“ an diesem Vergleich?
    Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben, dass man sich ehrenamtliche mal in normalen Betrieben vorstellen sollte. Der Tischler, der neben seinen hauptamtlichen Kräften plötzlich son paar Hobbyschreiner einstellt für 10€ Spritgeld am Tag.
    Wie lange bleiben wohl die hauptamtlichen noch im Dienst, die 15€/Stunde bekommen? Was die wohl dazu sagen?!

  22. Easy on Dezember 21st, 2010 22:53

    @locco:

    Ich bin bei dir, wenn Du sagst, dass von den Ehrenamtlichen selbst nicht erwartet werden kann, dass diese rd. 1000€ für die Führerscheine bezahlen.

    Aber bei den Organisationen selbst, ist das ganz anders.
    Wer hier kein Geld hat, um das wichtigste gut seiner Hilfsorganisation, den Helfer selbst, auszubilden, der sollte über die Grdl. seiner Arbeit gründlich nachdenken.

    Die Unterschiede in der Ausbildung, die zwischen der ordentlichen Fahrschule und den „Einweisungen“ durch Kollegen aus dem Ehrenamt existieren werden, wird nun wirklich niemand bestreiten können. Das ist ja kein Angriff auf diejenigen, die sich hier als Ausbilder betätigen möchten. Ich gehe natürlich davon aus, dass diese ihr Bestes geben werden. Aber sie sind eben keine Fahrlehrer!

    Und der Standart wird hierbei (hier teile ich deinen Vergleich zur Bootsführerausbildung nicht) eindeutig nicht den der Fahrschule erreichen können, geschweige denn, diesen übertreffen. (Vgl. Ausführungen zur Fahrlehrerausbildung oben, die ein Ehrenamtler mit großer Sicherheit nicht mitbringen wird).

    Hier wird am falschen Ende gespart. Können die HiOrgs oder die Kommunen und Länder die Führerscheinausbildungen nicht bezahlen, dann sprechen wir von chronischer Unterfinanzierung! Dagegen muß dann was gemacht werden. Aber es ist sicher der falsche Weg, wenn wir uns immer auf kostengünstige, faule Kompromisse einlassen, die noch dazu nun wirklich unsere Sicherheit gefärden, nur um der Finanzknappheit ein Schnippchen zu schlagen.

    Wer keine Führerscheine bezahlt, hat im Zweifel keine Fahrer. Die Konsequenz sollten die Verantwortlichen schon aufgezeigt bekommen.

    Wer ein Fahrzeug bewegt, braucht einen gültigen Führerschein, den er nach einen entsprechenden Ausbildung, von einem zertifizierten Fahrlehrer, in einer zugelassenen Fahrschule erwerben kann.

    Anders geht es nicht! Jedenfalls aus meiner Sicht nicht, ohne gewaltie Abstriche in der Qualität unserer Arbeit und bei der Sicherheit unserer Helfer machen zu müssen!

  23. Status3 on Dezember 22nd, 2010 18:52

    @charlie-zulu: DU argumentierst ständig, dass man sich ja auch was anderes suchen könnte. Tut mir Leid, aber dein Fußball-Argument passt nach wie vor nicht. Hier geht es auch um Kat-Schutz. Und das ist eben keine Spaßveranstaltung wie ein Fußballverein, sondern die Absicherung der Bevölkerung, wenn mal wieder irgendwo etwas schiefläuft. Selbstverständlich sollte der Staat und das Land diese Ausgaben stemmen, keine Frage. Genau das passiert aber nicht und deswegen muss man sich etwas anderes überlegen (ach bis zu welchem Gewicht durfte man denn mit dem alten 3er-Führerschein nochmal fahren..?), wenn man weiterhin eine Kat-Schutz haben will.
    So, und damit sind wir an der Frage, welcher Ehrenamtliche bereit ist, ausschließlich für sein Hobby einen C-Führerschein zu machen. Ich kann dir ganz genau sagen, was die Konsequenz wäre: Bei einem SEG-Alarm rückt man in Zukunft mit PKW und Kleinbussen aus. Das Material kann man dann ja vielleicht von einem Hauptamtlichen bringen lassen….
    Natürlich muss man auch bereit sein für sein Hobby etwas zu investieren und das machen Ehrenamtliche eben auch. Wenn es aber a) um horrende Summen geht und b) etwas ist, das eigentlich der Staat oder das Land zahlen müsste kann ich Vorbehalte gut verstehen.
    Deine Wünsch-dir-was-Welt existiert leider nicht und so muss man sich einen Weg überlegen mit der tatsächlichen zurecht zu kommen. Und da ist der „Feuerwehrführerschein“, geeignetes Personal und vergleichbare Ausbildung vorausgesetzt, ein guter Weg.

  24. Easy on Dezember 23rd, 2010 10:22

    @Status3:

    Ich gebe auch dir recht. das Fußballargument passt nicht und die Dimensionen sind da doch stark verzogen. Ehrenamtliche sollten nicht für ihren Fürerschein bezahlen müssen.

    Du bist auch der Ansicht, dass der KatSchutz strukurell mit zu wenig Geld ausgestattet wird. Leider ziehst Du dann aber eine, aus meiner Sicht, nicht ganz konsequente Schlußfolgerung. Man muß sich eben nichts anderes überlegen. Man muß um Mittel kämpfen. Hier überlegt derjenige, der zu wenig Mittel bereitstellt, nämlich der Aufgabenträger, wie er sich um die Kosten drücken kann. Dabei kommt dann ein fauler Kompromiss, der sog. „Feuerwehrführerschein“ heraus.
    Die Analogie zum alten Kl. 3 Führerschein ist absolut falsch. Man hat erkannt, dass es nicht richtig sein kann, mit einem PKW-Führerschein auch ein LKW- oder gr. Transporter- Fahrgestell bewegen zu dürfen. Es fehlt eben die spezifische Ausbildung im Bezug auf Fahrverhalten, Fahrphysik und andere Besonderheiten. Durch die Neuregelung wurde dieser Fehler korrigiert.

    Jetzt will man aus Kostengründen die Rolle rückwärts schlagen. Das muß uns zu denken geben! Man spart bewußt an erhöhten Ausbildungsstandarts!

    Wir brauchen große Fahrgestelle. Je weniger Personal uns zur Verfügung steht, desto vielseitiger müßen die Fahrzeugkomponenten werden. Große Fahrgestelle bringen, mit verhältnismäßig wenig Personal, viel Material zur E-stelle. Das ist ein, seit Jahren einzughaltender Trend in der Beschaffung und Einsatzstrategie (Vgl. HLF-Entwicklung bei der Feuerwehr).
    Für diese Fahrzeuge brauchen wir auch die entsprechend qualifizierten Fahrer!
    Auch und gerade im Ehrenamt.

    Wenn aber Fahrzeuge für 6-stellige Summen beschafft werden können, darf es nicht an einem jährlichen, kl. 4-stelligen Haushaltsansatz für die stetige Ausbildung von Kraftfahrern hängen. Wer jährlich nur 2 Fahrer ausgebildet hat, seit die neue Regelung eingeführt wurde, der könnte mitlerweile 20 LKW-Fahrer im Personalpool haben.
    Da wurde geschlafen. Jetz zeichnet sich die Schieflage immer deutlicher ab. Statt aber richtig nach zu regeln, wird eine Sparlösung erzeugt. Die spart aber nicht nur am Geld (dagegen wäre nichts einzuwenden), sie spart auch an Qualifikation und Sicherheitsstandarts.

    Wir brauchen das Ehrenamt. Aber in Zeiten immer komplexerer Anforderungen und Aufgaben brauchen wir eben gerade das gut und sehr gut qualifizierte Ehrenamt!

    Zu deiner Schlußbemerkung: Wir haben sehr viel geeignetes Personal. Personal, das Ausbildungs- und Qualifizierungsbereit ist.
    Also sollte man diesem Personal nicht eine vergleichbare (aus oben bereits genannten Gründen eben nicht möglich) Ausbildung, sondern eben die Ausbildung zukommen lassen, die sich die Ehrenamtler auch verdient haben!

    Dafür müssen wir kämpfen und nicht für irgendwelche Notlösungen!
    Wir haben uns eine ordentliche Ausbildung verdient, weil wir auch ordentliche Arbeit leisten!

  25. charlie-zulu on Dezember 23rd, 2010 16:10

    „@charlie-zulu: DU argumentierst ständig, dass man sich ja auch was anderes suchen könnte.“

    Das ist richtig, wenn als Argument kommt, die Kosten seien für (Einzel/Privat)personen zu hoch. Da wir hier immer noch von einem Hobby sprechen, welches absolut freiwillig gemacht wird, finde ich es durchaus berechtigt zu sagen: Niemand wird dazu gewungen ein teures Hobby zu machen.
    Darüber hinaus ist selbst das aber sogar unerheblich, denn dieses Hobby kann gänzlich ohne Fahrerlaubnis gemacht werden. Letztendlich geht es hier doch nur um die „große Not“ der HiOrgs, dass Personen mit Fahrerlaubnissen fehlen.

    Hier hat Easy mit seinen Ausführungen dann vollkommen recht.

    „Tut mir Leid, aber dein Fußball-Argument passt nach wie vor nicht. Hier geht es auch um Kat-Schutz. Und das ist eben keine Spaßveranstaltung wie ein Fußballverein, sondern die Absicherung der Bevölkerung, wenn mal wieder irgendwo etwas schiefläuft.“

    Worum es im genaueren geht ist völlig unerheblich. Wir sprechen hier über ein Hobby. Etwas, was Personen in ihrer Freizeit und nebenberuflich machen. Den „Fußballtrainer“ kannste mit allen anderen Dingen ersetzen, die im Ehrenamt zu finden sind.
    Die Tour mit „aber-im-KatS-hilft-man-Menschen“-Nummer ist doch Faul. Andere Menschen außerhalb des KatS kriegen auch nicht unbedingt was geschenkt obwohl sie für andere Menschen da sein. Zum Teil täglich bzw. wesentlich öfters als irgendeine SEG.
    Andere kriegen nicht plötzlich ohne staatliche Ausbildung/Prüfung irgendwelche
    Befugnisse.

    Wieso hauptamtliches Personal (oder Fernfahrer etc) da dann doch plötzlich anders behandelt werden soll (die hingegen können ja selbst zahlen!), nur weil sie damit Geld verdienen wollen, erscheint mir da nicht ganz sinnig. Auf den Teil meines Beitrages wurde ja auch nicht eingegangen.

    „Selbstverständlich sollte der Staat und das Land diese Ausgaben stemmen, keine Frage. Genau das passiert aber nicht und deswegen muss man sich etwas anderes überlegen“

    Nein, aber das hat Easy schon sehr gut ausgeführt. Von daher erspare ich mir auch ein Kommentar zu deinem letzten Absatz.

    „(ach bis zu welchem Gewicht durfte man denn mit dem alten 3er-Führerschein nochmal fahren..?)“

    Wie sinnig ist es, veraltete und überholte Gesetze mit in die Argumentation zu bringen? Früher durfte man noch ganz andere Sachen. Das kann und darf heute aber keine Begründung dafür sein, diese Sachen heute immer noch zu machen.

    Überhaupt haben diejenigen, die heute so eine billig-Fahrerlaubnis bekommen können doch gar nichts, aber rein gar nichts mit den alten 3-er Scheinen am Hut. Viele jüngeren kennen den doch nicht mal mehr.

    Zum alten Schhein hat Easy ebenfalls schon was gesagt.

    „So, und damit sind wir an der Frage, welcher Ehrenamtliche bereit ist, ausschließlich für sein Hobby einen C-Führerschein zu machen. Ich kann dir ganz genau sagen, was die Konsequenz wäre: Bei einem SEG-Alarm rückt man in Zukunft mit PKW und Kleinbussen aus.“

    Wiseo sollte das so sein? Wenn, dann doch nur, weil die Hilfsorganisationen das so wollen und durchführen. Diese haben lediglich einen Auftrag, gewisse Dinge zu stellen. Wer dies Personal- oder Materialtechnisch nicht stemmen kann, ja.. der kann es nicht.

    Nichts desto Trotz MUSS der Staat aber diese Dienste leisten. Wie? Wahrscheinlich mit mehr Geld. Solange aber alle „Ja und Amen“ sagen, und „irgendwie geht das schon“,.. solange wird sich verdammt noch mal nichts ändern.

    Natürlich ist der Staat froh, wenn es so billig wie möglich geht. Noch froher ist er, wenn er für so eine Billiglösung auch noch Applaus bekommt.

    Da muss man mal Arsch in der Hose haben und sagen: NEIN! So geht das nicht weiter! Ihr wollt Bevölkerungsschutz? Könnt ihr haben,.. gebt uns vernünftige Führerscheine und Ausbildungen.

    Tut aber keiner. Es wird noch bejubelt und so getan, als gäbe es keine andere Lösung.

  26. N.B. on Februar 13th, 2011 22:06

    Also ich finde es trotzdem recht stumpf. Weil ich denke es nutzt nichts wenn man zwar die Fhzg fahren kann und auch darf aber kein Maschinist ist??? Ich meine es nutzt doch niemandem etwas wenn die Karre am Einsatzort steht aber man hat keinen Pumpen-Maschinisten der die Pumpe bedienen kann(also ich beziehe mich da auf die Standart-Erstausrücker der FW).
    Grüzzi N.

  27. Chris on Februar 14th, 2011 12:59

    Nun ja recht junge Maschinisten haben den Lehrgang aber keine Führerschein. Außerdem wird sich vielleicht am Einsatzort dann noch jemand finden der die Pumpe bedienen kann.

  28. Jochen Maaß on März 24th, 2011 17:47

    Das Unfallrisiko beim Fahren eines Einsatzfahrzeugs liegt unbestritten bis zu 17 Mal höher als beim Privatfahrzeug. Wie kann es also sein, dass jemand für den Miet-LKW beim Umzug einen C- oder C1-Führerschein benötigt, für Alarmfahrten mit fünf bis acht Mitfahrern am Rande der Fahrphysik aber eine interne Unterweisung ausreichen soll?
    Ganz im Gegenteil müssten Einsatzfahrer eher zusätzlich in der Durchführung von Einsatzfahrten geschult werden (www.feuerwehr-naefels.ch/ „Fahren mit Blaulicht“)
    und regelmäßig am Fahrsicherheitstraining mit Einsatzfahrzeug teilnehmen.
    Ein Pkw-Führerschein ist allein schon wegen des Berufs obligatorisch für fast jeden, aber natürlich muss kein Ehrenamtlicher den Lkw-Führerschein selbst zahlen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sind Pflichtaufgaben von Kommunen, Kreisen, Ländern und Bund. Die haben Ausbildung und Ausrüstung und damit auch die LKW-Führerscheine zu zahlen.
    Wenn einmal das LF oder ein RTW medienwirksam nicht ausrücken (weil wirklich ein Fahrer fehlt), kommt das Geld für die Führerscheine vermutlich „über Nacht“. Für das geordnete Ausrücken sind nämlich Bürgermeister und Landräte verantwortlich, und nicht die Einsatzkräfte selbst!
    U.U. können in einigen Bundesländern Gemeinderäte sogar privat haftbar gemacht werden, wenn sie trotz besseren Wissens kein Geld für Führerscheine bewilligen.
    Das Argument „die Leute nutzen den LKW-Führerschein doch nur für den Nebenjob“ zieht nicht mehr. Für gewerbliches Fahren muss man jetzt eine Ausbildung zum „EU-Kraftfahrer“ nachweisen oder als Berufskraftfahrer ausgebildet sein.
    Übrigens, bei öffentlichen Gebäuden müssen 10 Prozent der Bausumme für „Kunst im und am Gebäude“ ausgegeben werden. Das geht bei Feuerwehrfahrzeugen auch (es fehlt nur noch der Erlass). Mit dieser Geld und einem feuerwehreigenen Fahrschulfahrzeug (die Berufsfeuerwehren verwenden oft Wechsellader, die mit dem Fahrschullehrer am Steuer sogar unmittelbar zu Einsatzstellen fahren können) kann ein Fahrlehrer recht viele Fahrer ausbilden.
    „Brüssel“ hat die geforderte Ausnahme von Beginn an in der Führerschein-Richtlinie drin. Allerdings denken die bei „Katastrophenschutz“ eher daran, dass bei einer Situation wie jetzt in Japan die flächendeckende Hilfe nicht an einem Führerschein scheitern darf.

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