Aufwendige Seenotrettung im Wattenmeer


Harrislee (ots) – Ein Notruf mit ungeahnten Folgen erreichte am Donnerstagnachmittag um 16:32 Uhr die Rettungsleitstelle Nord in Harrislee (Schleswig-Holstein). 

Eine Frau schilderte in ihrem Notruf, dass sich ihr Mann in einem Ruderboot vor Norderoog im Wattenmeer befände. Aufgrund der Schilderungen muss vermutet werden, dass der Mann gesundheitliche Probleme hatte. Die Leitstelle alarmierte deshalb den in Rendsburg stationierten Rettungshubschrauber „Christoph 42“ der DRF Luftrettung, da sich der in Niebüll stationierte Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5“ noch in einem Einsatz befand. Zusätzlich wurde der Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ von der Insel Amrum und ein SAR-Hubschrauber der Bundesmarine alarmiert.

Die Anruferin konnte keine genauen Angaben zum Einsatzort machen. Die durch die Leitstelle eingeleitete Handyortung ließ eine Stelle zwischen Amrum und Norderoog vermuten. Der Niebüller Rettungshubschrauber meldete sich zwischenzeitlich wieder einsatzbereit und konnte zusätzlich zur Suche der männlichen Person eingesetzt werden.

Der Einsatzsachbearbeiter der Leitstelle Nord versuchte die Ehefrau nochmals über ihr Handy zu erreichen, um weitere Informationen zur Position des Bootes herauszufinden. Dabei wurde bekannt, dass sich die Ehefrau offenbar selbst auf den Weg gemacht hatte und sich zu Fuß durch das Wasser auf dem Weg zu einer Vorgelschutzwarte befand. Ihr sei sehr kalt, sie friere stark, teilte sie dem Disponenten mit.

Dieser dirigierte daraufhin den Rettungshubschrauber „Christoph 42“ zur Position der Ehefrau, um sie aufzunehmen und sich um sie zu kümmern. Der Niebüller Rettungshubschrauber unterstütze währenddessen die „Vormann Leiss“ der DGzRS weiter bei der Suche.

Gegen 17:30 Uhr  wurde das Boot des gesuchten Ehemannes dann gesichtet. Er befand sich im Boot, war aber bewusstlos. Eine Rettung von Wasser aus konnte aufgrund des niedrigen Wasserstandes in dem Bereich nicht durchgeführt werden.

Der SAR-Hubschrauber nahm deshalb Notarzt und Luftrettungsassistenten von „Christoph Europa 5“ auf und begab sich über das Ruderboot, um den Ehemann mit der Winde zu retten. Schlussendlich konnten beide Personen – Ehefrau und Ehemann – gerettet und mit Unterkühlungen ins Krankenhaus nach Niebüll gebracht werden.

Dieser Einsatz beweise erneut die Notwendigkeit einer Seilwinde in der Seenotrettung für die Nordsee, kommentierte die Leitstelle Nord in einer Pressemitteilung. Die Rettungshubschrauber der zivilen Luftrettung in Schleswig-Holstein würden allerdings hierüber nicht verfügen. Aus diesem Grund stünde den Leitstellen ein SAR-Hubschrauber der Bundesmarine in Kiel bzw. auf Helgoland zur Verfügung.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?