Amok-Androhung führt zu Großeinsatz


Straubing (pol) – Zehn Jahre nach dem Erfurter Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium ging gestern um kurz vor 07.00 Uhr die Notrufmeldung über eine Amok-Drohung an der Jakob-Sandtner-Realschule in Straubing ein.

An zwei Türen der Schule war jeweils ein Zettel mit der Überschrift „Amoklauf“ und darunter folgenden diversen Drohungen angebracht. Der genaue Wortlaut dieser gleichlautenden Zettel wird von der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht.

Unverzüglich nach Mitteilung wurde ein Großaufgebot an Einsatzkräften zur Schule beordert. Über 50 Einsatzkräfte der Polizei, etwa zwei Dutzend Kräfte des Rettungsdienstes, sowie Seelsorger und Psychologen waren an der Schule im Einsatz. Die Eingänge des Gebäudes wurden rasch mit den zuerst am Einsatzort eintreffenden Beamten besetzt. Außerdem wurde eine Absperrung um die Schule errichtet.

650 Schüler durchsucht

Im weiteren Verlauf wurden etwa 650 Schüler, die sich mit der jeweiligen Lehrkraft in insgesamt 26 Klassenzimmern befanden, durchsucht. Auch die von den Schülern mitgeführten Gegenstände wurden überprüft. Anschließend wurde das restliche Schulgebäude abgesucht. Auch Diensthunde der Polizei waren im Einsatz.

Es wurden keinerlei verdächtige Gegenstände aufgefunden. Relativ schnell konnte durch diesen massiven Polizeieinsatz eine konkrete Gefährdung von Personen ausgeschlossen werden.

Etwa zwei Dutzend Lehrkräfte waren an diesem Vormittag in der Schule. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen gegen 09.45 Uhr wurde seitens der Schule Zug um Zug der „normale“ Schulbetrieb wieder hergestellt. Diverse polizeitaktische Maßnahmen blieben dennoch aufrecht erhalten.

Wer der Verfasser dieser Zettel ist, wird Inhalt der weiteren Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Regensburg und Kripo Straubing sein.

One Response to “Amok-Androhung führt zu Großeinsatz”

  1. Heinz Kraft on April 29th, 2012 23:32

    Nach der Beschreibung dürfte der Einsatz zufriedenstellend abgelaufen sein., DIe Polizei und Schulleitung haben eine Gefahrenprognose erstellt und die entsprechenden Maßnahmen getroffen.

    Gut finde ich, dass auch das Betreuungskonzept praktiziert wurde, d. h. dass auch Notfallseelsorger und Psychologen in den Einsatz einbezogen wurden. Es hat sich inzwischen gezeigt, dass auch Amokalarme, die sich im Verlaufe des Einsatzes als Fehlalarme erweisen, wie „reale“ Amoklagen erlebt werden. Traumatisierungen bis hin zu posttraumatischen Belastungsreaktionen können ausgelöst werden. Frühe „Erste Hilfe für die Seele“, also psychische erste Hilfe, kann die Entwicklung einer traumatischen Belastungsreaktion verhindern oder zumindest mildern.

    Heinz Kraft, Ennepetal
    Villigster Gewaltdeeskalationstrainer

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