50 Jahre Sprechfunk im Rettungsdienst Karlsruhe


Profi-Sprechfunkgerät von Motorola, Baujahr 1951

Profi-Sprechfunkgerät von Motorola, Baujahr 1951

Karlsruhe (DRK) – Am 29. Januar 1959 begann beim DRK-Kreisverband Karlsruhe e. V. ein neues Zeitalter – genau 50 Jahre liegt nun die Einführung des Sprechfunks im Rettungsdienst zurück.

„Der DRK-Kreisverband Karlsruhe war damals der erste Kreisverband in Baden-Württemberg – und wahrscheinlich auch im damaligen Bundesgebiet der BRD – der den BOS-Funk einführte. Bis dahin hatte eine Mitarbeiterin per Telefon Kontakt zu den Rettungskräften, die eigens für den Rettungsdienst bereitgestellte Telefone in den Krankenhäusern nutzen konnten, wenn sie einen Einsatz beendet hatten. Somit war die Einführung des Funks eine erhebliche Erleichterung in der Erreichbarkeit der Einsatzkräfte, konnte man doch dadurch wertvolle Zeit gewinnen und die Koordination verbessern.“ so Oskar Schneider aus Weingarten, der damals Rettungswachenleiter beim DRK Kreisverband Karlsruhe war.

Heute wird der BOS-Funk von allen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben verwendet. Dazu zählen u. a. Bundespolizei, Polizeien der Länder, Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Bundeszollverwaltung, kommunale Feuerwehren und Werkfeuerwehren, Katastrophenschutzbehörden sowie Katastrophenschutzorganisationen nach jeweiligem Landesrecht, Träger und Leistungserbringer des Rettungsdienstes, weitere durch BMI und BMF mit Sicherheits- und Vollzugsaufgaben beauftragte Behörden und Dienststellen.

Die Besonderheit des BOS-Funks besteht darin, dass diese Frequenzzuweisungen jeweils die Genehmigung enthalten, neben den zugewiesenen Frequenzen zum Zwecke der Zusammenarbeit mit anderen BOS auch deren Frequenzen zu nutzen.

Bis Ende der 80er Jahre wurden weltweit analoge Funknetze mit Wellenlängen im 2-m- und 4-m-Bereich (BOS-Funk) betrieben. Aufgrund fehlender oder schwacher Verschlüsselungsmöglichkeiten im Analogfunk wurden digitale Systeme entwickelt. Im digitalen Funk haben sich seit Mitte der 90er Jahre die zwei Standards Tetrapol und Tetra entwickelt.

Durch den Einsatz der Funktechnik ist es den Hilfsorganisationen wie etwa den Rettungsfahrzeugen möglich, zeitnah und mit allen verfügbaren Informationen ihre Einsatzorte zu erreichen.
Die Rettungsleitstelle Karlsruhe mit Sitz in Bruchsal alarmiert seit zwei Jahren ihre Einsatzkräfte zusätzlich per Handy-Kurzmitteilung (SMS). Auf lange Sicht soll die SMS den lange genutzten „Piepser“ (Funkmeldeempfänger) ablösen. Der wichtigste Vorteil der SMS-Alarmierung ist die Übertragung von wichtigen Daten, wie Einsatzort und Art und Schwere der Verletzungen.

Wir sparen uns Umwege und Irrwege und die Leitstelle wird nicht unnötig belastet, weil akustische Übermittlungsfehler somit ausgeschlossen werden, so Jörg Biermann, DRK Kreisgeschäftsführer.

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