14 Tote bei Brand in Caritas-Werkstatt – Hotline für Rettungskräfte eingerichtet


Titisee-Neustadt (rd.de/fw/pol) – Gegen 14.00 Uhr wurde die Feuerwehr Neustadt am Montagnachmittag durch die Brandmeldeanlage einer Caritas-Behindertenwerkstätte im Bildstöckle alarmiert.

Unmittelbar nach Alarmauslösung erreichten Notrufe aus der Nachbarschaft die integrierte Leitstelle in Freiburg. Worauf bereits drei Minuten nach erstem Alarm die Alarmstufe erhöht und Vollalarm für die Feuerwehr Titisee-Neustadt und die Führungsgruppe Hochschwarzwald alarmiert wurde.

Bereits auf der Anfahrt des ersten Löschfahrzeugs wurde eine starke Rauchentwicklung wahrgenommen. Es erfolgte die Nachalarmierung für die Feuerwehr Löffingen mit Drehleiter und Atemschutzgeräteträgern. Im weiteren Verlauf unterstützte die Feuerwehr Feldberg mit Pressluftatmer-Trägern und die Feuerwehr Ihringen mit dem Gerätewagen Atemschutz den Einsatz. Das THW war mit mehreren Fahrzeugen und Geräten zum Ausleuchten der Einsatzstelle für die Nacht angerückt.

Die Bilanz des Einsatzes: Neun Verletzte in Krankenhäusern, 14 Tote (13 Menschen mit geistiger Behinderung sowie eine Betreuerin der Einrichtung) und 60 zu betreuende Personen. Mehrere Personen wurden von der Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude gerettet. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich etwa 120 Menschen in dem Gebäude. Der Großteil konnte selbstständig aus den Werkstatträumen flüchten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann war mit Innenminister Reinhold Gall gekommen, um sich ein eigenes Bild an der Einsatzstelle zu verschaffen. Er zeigte sich zutiefst erschüttert über den Brand mit mehreren Toten in einer Behinderteneinrichtung der Caritas in Titisee-Neustadt.

Die Ermittlungen zur Brandursache gestalten sich aufgrund der enormen Schäden sehr schwierig. Ob tatsächlich eine Explosion oder Verpuffung das Unglück ausgelöst hat, ist noch unklar. Mehrere Zeugen wollen einen lauten Knall gehört haben.

Bei dem Großeinsatz waren 300 Feuerwehrleute, Katastrophenschützer, Rettungskräfte und Polizisten im Einsatz. 25 Seelsorgerteams wurden zum Unglücksort entsandt. Damit auch den Helfern geholfen werden kann, hat das Netzwerk PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) eine kostenlose Hotline geschaltet, die Betroffenen, Angehörigen und belasteten Einsatzkräften gleichermaßen zur Verfügung steht und mit Fachpersonal aus der Krisenintervention und Einsatzkräftenachsorge besetzt ist. Diese Hotline ist zu erreichen unter 0800 / 58 92 27 2.

Haupt- oder ehrenamtliche Einsatzkräfte, die Informationsbedarf zu möglichen Belastungsfolgen nach einem schweren Einsatz haben und sich unverbindlich und vertraulich beraten lassen möchten, erreichen die Fachkräfte von Netzwerk PSNV unter der E-Mail-Adresse einsatzkraft@netzwerk-psnv.de.

2 Responses to “14 Tote bei Brand in Caritas-Werkstatt – Hotline für Rettungskräfte eingerichtet”

  1. thomas behrendt on November 27th, 2012 15:07

    ich bin erschüttert gewesen wo ich diese nachricht gehört habe
    ich selber in berlin arbeite ich auch in einer werkstatt für behinderte wir haben heut eine schweigeminute eingerichtet für die hinterbliebenden die nicht gerettet wurden sind

    wir als werkstatt mitte ( mosaik werkstätten ) übersenden wir einen tiefsterschütternde nachricht die wir bekamen
    EIN HERZLICHEN BEILEID FÜR DIE DIE GESATORBEN SIND

  2. Jürgen Käther via Facebook on November 27th, 2012 15:28

    Mein Beileid an alle Betroffenen. Hoffentlich werden alle Beteiligten es gut verkraften können.

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