120-Meter-Sturz am Teufelssattel


Solche Einsätze müssen selbst erfahrene Bergretter erst einmal verarbeiten. (Foto: BRK BGL)

Solche Einsätze müssen selbst erfahrene Bergretter erst einmal verarbeiten. (Foto: BRK BGL)

Schneizlreuth/Baumgarten (BRK/ml) – Eine 33-jährige Bergsteigerin aus Reit im Winkl ist am Mittwochnachmittag bei Arbeiten an einem Klettersteig am Teufelssattel im Lattengebirge tödlich abgestürzt.

Nach erster Einschätzung durch Notarzt und Rettungsassistenten des Roten Kreuzes dürfte die sportliche und bergerfahrene Verunglückte infolge des rund 120 Meter tiefen Sturzes sofort tot gewesen sein.

Gegen 14.40 Uhr ging bei der BRK-Rettungsleitstelle ein Notruf ein, dass auf Höhe des Kieswerkes am Saalachsee bei Bad Reichenhall eine Frau abgestürzt sei. Parallel zum Einsatzleiter der Bergwacht wurde sofort der Rettungsdienst des Roten Kreuzes mit Notarzt alarmiert; die Einsatzkräfte konnten nach rund zehn Minuten Aufstieg durch steiles Gelände aber nur noch den Tod der Frau feststellen. Neun Helfer der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing übernahmen die Bergung der Verunglückten, die aufgrund einer Seilbrücke oberhalb der Einsatzstelle rund 50 Meter mit der Gebirgstrage abtransportiert werden musste, bevor sie mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß 5“ per Winde aufgenommen und ins Tal geflogen werden konnte. Das Kriseninterventionsteam (KIT) der Bergwacht betreute die Zeugen des Unfalles vor Ort und begleitete die Polizei bei der Verständigung der Angehörigen.
Erste Feststellungen der Beamten ergaben, dass die Verunglückte zusammen mit mehreren Begleitern im Bereich von Baumgarten (Gemeindegebiet Schneizlreuth) Arbeiten an einem Klettersteig über einer Schlucht auf etwa 850 Metern Höhe durchgeführt hat. Offensichtlich in einem Moment der Unachtsamkeit rutschte sie ab und stürzte rund 120 Meter in die Tiefe.

Nach Angaben der Polizei konnte kein Fremdeinwirken festgestellt werden. Ein Bergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden führt derzeit die Untersuchungen zum tödlichen Absturz durch. Neun Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing waren rund dreieinhalb Stunden gefordert.

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