116 117 ist kein Ersatz für die 112


Frankfurt a. M.(pm) – Angesichts der Einführung einer bundesweit einheitlichen neuen Rufnummer 116 117 („Notdienstnummer“) für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst warnt die Deutsche Herzstiftung vor einer Verwechslung mit der Notrufnummer 112.

„Die 112 ist die einzige Notrufnummer. Sie ist besonders für Infarktpatienten und Menschen in anderen schweren Notsituationen wie Unfällen überlebenswichtig und darf keinesfalls mit der neuen sechsstelligen Rufnummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst verwechselt werden“, betont Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Direktor der Klinik für Kardiologie/Konservative Intensivmedizin am Vivantes-Klinikum Am Urban in Berlin und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. „Allein der Begriff ,Notdienst‘ für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst ist irreführend.“

Die Anwahl der 116 117 beim Herzinfarkt könnte zu weiterer Zeitverzögerung führen. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall ist sofort der Rettungsdienst unter der 112 zu rufen.

13 Responses to “116 117 ist kein Ersatz für die 112”

  1. Thomas Ko via Facebook on April 26th, 2012 08:47

    Naja, die Tagesschau hat’s da mit ihrer Glorreichen Überschrift „116 117 – die neue Nummer für de Notfall“ Geschafft absolute Verwirrung zu stiften … Interessieren tut es keinen bei dem Laden, wenn man sie anschreibt.

  2. Hanseretter on April 26th, 2012 08:59

    Solange der „Laie“ einen Rettungswagen als „Unfallwagen“ tituliert oder alle Fahrzeuge aus dieser Kategorie als Krankenwagen, das ganze Personal mal als Notärzte, mal als Sanitäter, solange sogar 110 und 112 verwechselt werden, solange ist die Diskussion müßig, ob die neue Nr. eine wirkliche Errungenschaft ist!
    Für den „Laien“ wäre eine einzige Nr. für medizinische und feuerwehrtechnische Fälle genau das Richtige! Und mir sind die Problematiken durchaus bewusst! Osterfeueranfragen und -anmeldungen über die 112 u. ä. Aber für den „Laien“ wäre eine einzige Nr. für alles genau das Richtige!

  3. Stefan Farischon via Facebook on April 26th, 2012 09:17

    Die checken des doch selber nicht! Die 112 ist die Nummer für den richtigen Notfall, wovon du ausgehen musst wenn in den nächsten Minuten nichts passiert ist Schicht im Schacht. Die 116 117 „Ich hab starke Zahnschmerzen“ was soll ich tun?

  4. Thomas Richter via Facebook on April 26th, 2012 09:49

    Genau! Der zahnärztliche Bereitschaftsdienst fehlt in der Diskussion noch…

  5. Stefan Uh via Facebook on April 26th, 2012 12:57

    Angesichts der Tatsache, dass noch nicht mal jeder den Notruf 112 kennt mache ich mir da weniger Sorgen. Eine 116117 kann man sich sicherlich nicht besser merken und wer dort dann eben einen akuten Notfall melden hat a) Pech weil doof und wird b) weitergeleitet. Langfristig sollte das die Leitstellen entlasten.

  6. Kranker Pfleger on April 26th, 2012 14:47

    @ Hanseretter

    Warum sollen Laien sich mit unterschiedlichen Begriffen für Krankenkraftwagen gleich welcher Art sowie mit der Qualifikation des Personals auskennen?

    Es erwartet doch wohl auch niemand daß der Laie die Unterschiede bei Feuerwehrfahrzeugen und Fw-Persinal oder bei der Polizei kennt?

    Solange es in D Krankenkraftwagen gibt, die mit einer anderen Nummer wie der 112, gleich zu welchem Zweck, beklebt sind kann man doch nicht erwarten, daß der Laie im Dschungel der Rufnummern den Überblick behält.

    Dem Grunde nach ist es doch gar nicht so verkehrt die Rufnummern für ärztl. Notdienst und den klassischen Notruf zu trennen, denn was nutzt eine einheitliche Rufnummer 112 wenn in Notfällen ggf. mit minutenlangen Warteschleifen zu rechnen ist weil Anrufe wg. Husten und Heißerkeit den Notruf für den Patienten mit Herzinfarkt verzögern, weil in der Leitstelle lediglich zwei Disponenten sitzen?

    Die Einführung von europaweit einheitlichen Rufnummern für bestimmte Situationen ist doch eine große Errungenschaft. Ob die Wahl der Nummernsystematik gelungen ist darf jedoch bezweifelt werden. 116116 für den Sperr-Notruf von Bankkarten, 116117 für den ärztl. Notdienst, 116118 dann für ..? Wer soll da bitteschön noch durchblicken?

    Meines Erachtens ist es jedoch ein Fehler die Annahme von Anrufen des ärztl. Notdienstes von der (Rettungs-)Leitstelle zu trennen. Für beide Anrufe sind doch die selben Fachkenntnisse erforderlich, um ggf. fehlgeleiteten Anrufern dennoch ohne Verzögerung zu helfen. Laufen die verschiedenen Rufnummern in der selben Leitselle auf, so kann, nach entsprechender Personalaufsockung, die für den Patienten bestmöglichste Lösung erreicht werden, nämlich die schnelle Hilfe im (lebensbedrohlichen) Notfall und zwar unabhängig davon ob der Anrufer die „richtige“ Rufnummer wählt oder die Dringlichkeit richtig einschätzt.

  7. Michael Schramm via Facebook on April 26th, 2012 15:20

    Solch ein UNSINN. Man sollte die Nummer einfach abschalten. So sind noch mehr Irrtümer vermeidbar. Wir leben leider nicht in den USA, wo der Notruf generell Polizei und Rettungsdienst unter der Nummer 911 erreichbar ist. Aber, dem zum Trotz, das ich mir hier einige böse Meinungen einfange, aber in der DDR gab es eben unter der 115 die SMH, Republikweit. Ich begreif solche Initiativen immer nicht. Nur weil sich da wer mit Profilieren will.

  8. Stefan Uh via Facebook on April 26th, 2012 15:36

    @Michael: Wovon sprichst du denn? Welche Nummer willst du abschalten und mit welchem Sinn? Eine einheitliche Nummer für den ÄND ist durchaus begrüßenswert, weil sie die Leitstellen entlasten wird.

  9. Hanseretter on April 26th, 2012 15:44

    In einer Weise ist die 116 117 ja ein Vorteil! Die Nummern des ärztlichen Bereitschftsdienstes werden zusammen gelegt und ich muss nicht mehr für alle Gebiete, in denen ich arbeite oder wohne, z. Zt. 5, unterschiedliche Nummern haben.

    Aber für den medizinischen Laien (und nicht nur für den, wie ich erschreckender Weise weiss!), sollte es nur eine Nr. geben! Auch keine 115! Meine eigenen Verwandten bekommen das durcheinander im Notfall und ich bin über 20 Jahre aufklärerisch tätig! 110, 112, 19222, 116 117, alle Privaten, die Amtsleitungen von P, F, HiOrg, und, und, und….. Und der ADAC, der hat schließlich gelbe Hubschrauber!
    Nein, nein, nein! Eine dreistellige Nummer für alles!
    Ich würde es mir anders wünschen, aber es wäre die pragmatischste Lösung für den Bürger!

  10. Hanseretter on April 30th, 2012 08:35

    Zu Kranker Pfleger

    Laien sollen sich mit sowas alles gar nicht auskennen und das wollen sie auch gar nicht. Die Pressedarstellung tut dann noch genug für das Verwirrspiel.

    Genau das will ich ja zum Ausdruck bringen!

  11. Jörn on Juni 1st, 2012 10:06

    Das immer wieder – auch von mir – kritisierte Saarland hat jüngst und für viele überraschend in Sachen „116 117“ einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan: Am 1. Juli startet das meines Erachtens auch für andere Bundesländer Weg weisende Projekt „Annahme der 116 117-Telefonanrufe durch die (Rettungs-)Leitstelle“ – wenn auch vorerst nur im Landkreis Merzig-Wadern. Mit der Inbetriebnahme der neuen Integrierten Leitstelle des Saarlandes – damit wird noch in diesem Jahr, spätestens jedoch Mitte 2013 gerechnet – wird neben dem EURO-NOTRUF 112 auch die ebenfalls kostenfreie Servicenummer 116 117 saarlandweit auf die ILS geschaltet werden. Die Vertreterversammlung der dortigen Kassenärztlichen Vereinigung beschloss, hierüber mit dem ZRF Saar eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen. Noch im Februar hatte das gleiche Gremium die Einführung der 116 117 aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt.

    Vgl. http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/814446/hausarzt-notarzt-leitstelle-entscheidet.html vom 30.05.2012

    Regnerische Grüße aus dem Südwesten, wo wir leider noch nicht so weit sind (vgl. mein Posting vom 30. Mai 2012, 17:55 zur News „116 117 – Neue Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst“)

  12. Jörn on Juni 2nd, 2012 17:09

    Probleme bei der Einführung der Servicenummer 116 117 für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst – Im Zweifelsfalle lieber die 112 wählen!

    In Einzelfällen scheinen sich die Befürchtungen nicht nur der Deutschen Herzstiftung zu bestätigen, dass die Anwahl der 116 117 zu nicht unerheblichen zeitlichen Verzögerungen führt. In Nordrhein-Westfalen, wo die Anrufe nicht in (Integrierten) Rettungsleitstellen, sondern in Callcentern der dortigen Kassenärztlichen Vereinigungen auflaufen, hat sich kürzlich ein tragischer Fall ereignet, der zum Tod des Betroffenen führte, wie RTL berichtet:

    http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/bereitschaftsdienst-aerzte-im-notfall-nicht-erreichbar-22d1f-51ca-11-1143010.html vom 02.06.2012

    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen in den einzelnen Bundesländern sollten diese Fälle sehr ernst nehmen und ggf. Konsequenzen ziehen. Eine Konsequenz wäre, dort, wo es noch nicht oder nicht mehr (z. B. Bayern) zu einer engen Verzahnung zwischen ÄBD und ILS/RLS gekommen ist, mit den jeweils regional zuständigen Leitstellen für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst in Verhandlungen über eine Übernahme der Annahme dieser medizinischen Hilferufe durch das Leitstellenpersonal zu treten.

    Sonnige Grüße aus dem Südwesten

  13. Jörn on Juni 13th, 2012 16:16

    Kein Anschluss unter 116 117? Dann doch lieber direkt 110 bzw. 112 wählen!?

    Die neue Rufnummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst bzw. die stundenweise Nichterreichbarkeit löst erneut Ärger aus. Diesmal im Südosten der Republik: Denn auch im Freistaat Bayern, wo die Kassenärztliche Vereinigung seit einigen Jahren drei eigene Call-Center unterhält, wird das „Nummernchaos“ beklagt:

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Das-Nummerchaos-110-112-116-117-oder-was-;art1172,119000 vom 13.06.2012

    Hier sind meines Erachtens alle Beteiligten gefordert, zeitnah eine zufrieden stellende Lösung zu finden.

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