Tarifverhandlungen in Bayern stocken


München/Erlangen (BRK/ASB) – An einem Scheideweg sieht der „Arbeitgeberverband Rettungsdienst Bayern“ die im Herbst 2012 aufgenommenen Tarifverhandlungen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. ASB und BRK beklagen mangelnde Kompromissbereitschaft der Gewerkschaft. Jetzt wird ein Neuanfang angestrebt.

„Wir sehen es als unsere gemeinsame Aufgabe an, für alle Rettungsdienst-Mitarbeiter in Bayern ein gerechtes und einheitliches Lohnniveau sowie gute Arbeitsbedingungen zu schaffen“, werden Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), sowie Hans-Ulrich Pfaffmann, Landesvorsitzender des bayerischen Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Mittwoch (17.07.2013) zitiert.

Beide Hilfsorganisationen gründeten im Oktober 2012 den Arbeitgeberverband. Nach anfänglich konstruktiven Gesprächen hätte Verdi im weiteren Verlauf immer weniger Kompromiss- und Kooperationsbereitschaft erkennen lassen, heißt es in der Mitteilung. Nun strebe der Arbeitgeberverband einen gemeinsamen Neustart an. In einem Brief hatte man Verdi deshalb zeitnahe Termine für weitere Verhandlungen vorgeschlagen.

BRK und ASB setzten in den künftigen Verhandlungen darauf, einen gemeinsamen schlanken Tarifvertrag abzuschließen. Den beiden Organisationen sei es wichtig, dass man am Ende einen Vertrag in Händen halte, der von den Behörden als allgemeinverbindlich erklärt werde. Denn nur die Allgemeinverbindlichkeit bewirke, dass alle Anbieter im Rettungsdienst den einheitlichen Tarifvertrag zu übernehmen hätten. „Dies hätte den positiven Effekt, dass bei staatlichen Ausschreibungen nicht jene den Zuschlag erhalten würden, die mit Dumping-Löhnen das billigste Angebot abgeben können“, wird in der Presseinformation erläutert.

Im Falle des Scheiterns der Tarifverhandlungen drohe nach Ansicht von ASB und BRK ein ruinöser Wettbewerb im Rettungsdienst auf dem Rücken der Mitarbeiter. Zudem wäre dies eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit in Bayern. BRK und ASB warnen daher vor überzogenen Forderungen seitens der Gewerkschaft. Man strebe einen Tarifvertrag an, der auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtige und der für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Sozialversicherungsbeiträgen stehe.

(17.07.2013)

5 Responses to “Tarifverhandlungen in Bayern stocken”

  1. Jupp Schmitz us Kölle on Juli 17th, 2013 12:44

    und was macht jetzt der ASB und das BRK um nicht ruinös die MitarbeiterInnen auszunehmen???

    „Schlanker Tarifvertrag“, dies hört sich ja gar nicht nach „kostengünstig“ und „Lohndumping“ an… NEIN, NEIN, NEIN…

    Ich plädiere für eine Verschlankung der Verwaltung und dort „schlanke Tarifverträge“…

    Hat man jetzt Angst vor Wettbewerb oder sein eigentliches Monopol zu verlieren… und den „kleinsten“ SPD-angenäherten „Verein“ noch dazu bekommen…

    Komisch, dass die Malteser und die JUH nicht dabei sind… -die lachen sich wahrscheinlich auch gerade kaputt-

    Liebes BRK und lieber ASB, „Marktbereinigung“ nennt man sowas… Auch wenn ich kein VERDI Fan bin… Jetzt sollte der VERDI-Herr aus dem Osten mal auf Euch losgelassen werden… und nicht nur auf die achso bösen Falcken…

    Es grüsst us Kölle
    Jupp Schmitz

    PS: BRÜLLER ist “ Man strebe einen Tarifvertrag an, der auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtige und der für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Sozialversicherungsbeiträgen stehe.“ -> ASB München, da war doch mal was… War dies auch verantwortungsvoll gegenüber den Mitarbeitern??? Und die Hilfsorganisationen sind doch keine Wirtschaftsunternehmen… Wieso denn jetzt „wirtschaftliche Gesichtspunkte“? Versteh ich nicht…. 🙂 Hoffentlich können auch mal die HiOrg-„Liebhaber“ zwischen den Zeilen dieser Pressemitteilung lesen…

  2. Stefan on Juli 17th, 2013 17:36

    @Jupp

    Die kirchlichen AG sind deßhalb nicht mit dabei, weil sie aufgrund des sogenannten „dritten Weges“ außerhalb des allgemeinen Lohn und Tarifsystems stehen.

  3. Ingo on Juli 18th, 2013 08:33

    Es wurde doch schon immer auf den Rücken der Mitarbeiter bei den HiOrg gespart. Entweder kündigt man diese Tarifverträge, das die MA gut ein Jahrzehnt keine Steigerungen erfahren und spüren. Natürlich, soll es immer zum Wohle des MA sein, denn er könnte ja Arbeitslos werden. Jetzt werden MA aus Servicesystemen des DRK und so weiter rekrutiert und unterbezahlt eingesetzt.
    Abgesehen von den billigen Arbeitskräften, des FSJ, Buffties usw.!
    Auch finde ich die Nähe gewisser Parteien oder Landesfürsten sehr bedenklich, wenn ich so manche Gründsätze der HiOrg lese.

  4. Sepp Daxberger on Juli 18th, 2013 09:36

    Gegen den ASB München-Oberbayern wird seit 2012 durch die Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit des Zolls ermittelt, wegen diverser Vergehen und im Landkreis Hor sind sie seit Jahren mit KTW und RTW ohne Konzession gefahren.
    Die Stadt München hat aufgrund des Ermittlungsverfahrens ein Konzessionsentzugsverfahren auf den Weg gebracht, somit dürfte fraglich sein, ob der ASB künftig in Bayern noch ein Rolle spielt.
    Aber auch das BRK arbeitet seit Jahren mit zwei Firma der Leiharbeitsbranche sehr eng zusammen um noch ein paar Euro für sich abzuzwacken.
    Es wäre gut, wenn die beiden Herren etwas leiser sein würden und zuerst den Dreck von der eigenen Haustüre kehren. Organisationen, die sich nicht an Recht und Gesetz halten sind vom Rettungsdienst auszuschließen und da gibt es einige in Bayern.

  5. blaunorbert on Juli 18th, 2013 10:50

    So weit ich informiert bin haben die Arbeitgeber den Verhandlungstisch verlassen weil Verdi keinen „schlanken“ Absenkunstarifvertrag verhandeln wollte. So wie ich das lese waren die Gespräche bis zu dem Punkt konstruktiv für die Arbeitgeber bis Verdi gesagt hat, bis hierher und nicht weiter.
    Von der Bezahlung ist ja das BRK mittlerweile nach Johannittern, Maltesern und dem DRK an der 4 Stelle. Also schon fast Dumping Löhne, wenn man sieht das das DRK einem RA 300€ mehr für die gleiche Rätigkeit zahlt, was es dem BRK in „Grenzgebieten“ zu Hessen und BW mittlerweile schwer macht geeignetes Personal zu finden.

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