Stiftung spendet 5000 Euro für ITW


Oldenburg (JUH) – Die Inga-Köthe-Stiftung aus Oldenburg hat 5000 Euro für die Ausstattung des Intensivverlegungsfahrzeugs (ITW) der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Geräten für die Verlegung herzkranker Kinder gespendet. Diese Verlegungen werden in Zusammenarbeit mit der Kinderkardiologie des Klinikums Oldenburg durchgeführt.

Rund 5000 Kinder in der Region Weser-Ems leiden unter einer Herzerkrankung. Darunter fallen angeborene Herzfehler, aber auch erworbene Herzerkrankungen, zum Beispiel Entzündungen der Herzbeutel oder des Herzmuskels. Jährlich müssen um die 100 Kinder aus Weser-Ems in darauf spezialisierten Kliniken operiert werden.

Damit die Verlegung der jungen Intensivpatienten jetzt noch sicherer wird, hat die Inga-Köthe-Stiftung 5000 Euro zur Anschaffung einer Zusatzausrüstung für den Intensivtransportwagen der Johanniter gespendet.

„Die Ausstattung ist bundesweit einmalig“, betont Kai Fiedler, Stationsarzt der interdisziplinären pädiatrischen Intensivstation am Klinikum Oldenburg. Dazu gehören ein Vernebler für die Medikamentengabe in ein Beatmungsgerät sowie ein Notfallrucksack mit speziellen Hilfsmitteln und Medikamenten.

„Die Hilfsmittel wie zum Beispiel für einen zentralvenösen Zugang sind die gleichen wie für Erwachsene, nur deutlich kleiner“, erklärt Marcus Gehra, Funktionsoberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Beauftragter für den ITW am Klinikum Oldenburg.

Ebenfalls einmalig ist die Begleitung der Transporte durch zwei Ärzte, einem Anästhesisten und einem Kinderkardiologen. „Kinder sind ganz andere Patienten als Erwachsene“, sagt Gehra. „Sie brauchen viel mehr Aufmerksamkeit und eine sehr spezielle Therapie.“

Ohne den ITW sei eine Verlegung oft nicht möglich. Da die Operationen aber in Spezialkliniken durchgeführt werden, sind Verlegungen unumgänglich. „Früher haben wir mit dem Hubschrauber die Patienten transportiert und einfach nur gehofft, schneller zu sein als der Tod.“

Die Kinder werden von umliegenden Krankenhäusern ins Klinikum nach Oldenburg geholt, in der dortigen Kinderklinik stabilisiert und diagnostiziert. Dann werden sie in die Spezialkliniken vor allem nach Kiel, aber auch nach Bad Oeynhausen und Münster verlegt.

„Diese Vorgehensweise erfordert zwar zahlreiche Transporte, ist aber im Interesse der Kinder“, betont Dr. Reinald Motz, Leitender Arzt der Kinderkardiologie am Klinikum Oldenburg. Durch die Spezialisierung der Kliniken sind diese nicht nur besser ausgestattet, das Personal kann sich auch gezielter fortbilden und hat Übung in der Operation von Kindern.

Dabei arbeiten die verschiedenen Krankenhäuser und Kliniken eng zusammen. In dieses Netzwerk eingebunden ist auch die Kinderchirurgie der Universitätsklinik Groningen (Niederlande). „Dort werden jährlich rund 240 Kinder aus den ganzen nördlichen Niederlanden operiert“, sagt Dr. Motz.

Zukünftig soll mit Unterstützung der Inga-Köthe-Stiftung dieses Netzwerk unter Einbindung der im Raum Weser-Ems niedergelassenen Kinderkardiologen noch ausgebaut werden; der ITW gilt als wichtiger Baustein für die Infrastruktur dieses Netzwerkes.

Den Kontakt zwischen Johannitern und Stiftung hatte Dr. Motz aufgebaut. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, herzkranken Kindern und deren Familien zu helfen. Dazu gehören zum Beispiel neben der Finanzierung medizinischer Geräte auch die Bezuschussung von Reise- und Unterbringungskosten finanziell schwacher Eltern, wenn das Kind in einer fremden Stadt im Krankenhaus liegt.

„Die Nähe der Eltern ist für die Genesung der Kinder ganz wichtig“, erklärt Heiko F. Büsing, Vorstand der Stiftung. Inga Köthe hat die Stiftung 2002 errichtet. Ihr Ehemann Christian war zuvor an einer Herzkrankheit gestorben, beide hatten keine Kinder und deshalb beschlossen, ihr Privatvermögen in eine Stiftung zu überführen.

Zurzeit hat die Inga-Köthe-Stiftung ein Stiftungsvermögen von einer Million Euro und schüttet jährlich rund 15.000 Euro aus. „In diesem Jahr wird es etwas weniger sein, weil wir eine Rückstellung bilden, um im nächsten Jahr den Aufbau des Netzwerkes finanziell zu unterstützen“, sagt Peter Hackbarth, Mitglied des Kuratoriums der Inga-Köthe-Stiftung.

Ihr Vermögen hatten Inga und Christian Köthe mit ihrer Firma Köthe Medizintechnik in Oldenburg aufgebaut, die Kliniken mit medizinischen Geräten ausgestattet hatte. Bereits mehrfach hat die Stiftung die Kinderkardiologie des Klinikums Oldenburg unterstützt. Die Kinderkardiologie ist führend in der Behandlung herzkranker Kinder und nimmt jungen Patienten aus zum Teil weit entfernten Krankenhäusern auf. In der Vergangenheit ist Dr. Reinald Motz häufig in die Krankenhäuser zum Beispiel nach Kiel oder Gießen gefahren, weil der Transport nicht möglich war. Mit der zusätzlichen Ausstattung des Intensivtransportwagens der Johanniter-Unfall-Hilfe mit speziellen Geräten für die Versorgung von Kindern ist eine Verlegung nach Oldenburg möglich geworden.

Der Intensivtransportwagen der Johanniter-Unfall-Hilfe (vgl. Rettungs-Magazin, Ausgabe 5/2008) ist eine rollende Intensivstation für die Verlegung schwerkranker Patienten in Spezialkliniken. Seit der Indienststellung im April 2008 wurden rund 40.000 Kilometer zurückgelegt, zurzeit absolviert der ITW rund 35 Einsätze im Monat.

„Diese Auslastung zeigt, dass der Bedarf da ist“, sagt Christian Taubert, Ortsbeauftragter der Johanniter in Oldenburg. Die meisten Einsätze werden im Bereich Weser-Ems gefahren, aber auch Ferntouren zum Beispiel nach Köln oder Berlin sind dabei.

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